Kryptowährungsprojekte verzeichnen erst seit dem Jahr 2020 einen rasanten Aufschwung. Seitdem entstehen immer vielfältigere und innovativere Anwendungsbereiche. Allerdings ist der Kryptomarkt äußerst volatil – Chancen und Risiken liegen hier eng beieinander. Ein individuell entwickeltes Modell zur Fundamentalanalyse unterstützt Sie dabei, Anlagestrategien systematischer und disziplinierter umzusetzen. Gerade weil Krypto-Investments durch besonders hohe Risiken und potenziell hohe Renditen geprägt sind, kann ein fundiertes Analysemodell Ihre langfristige Strategie nachhaltig stärken. Oft heißt es: „Ein Tag im Kryptomarkt entspricht zehn Jahren an traditionellen Finanzmärkten.“ Der Grund: An der Börse verhindert die sogenannte „Limit up-Limit down“-Regel sowohl übermäßige Gewinne als auch drastische Verluste – bei Überschreitung eines bestimmten Schwellenwertes kommt es zu Handelsunterbrechungen. Im jungen Markt für Kryptowährungen gibt es dagegen weder Preis- noch Handelszeitbeschränkungen. Der Handel ist hier rund um die Uhr, in jeder Minute, möglich. Das erhebliche Gewinnpotenzial geht jedoch stets mit beträchtlichen Risiken einher. Gibt es vor diesem Hintergrund rechtssichere Ansätze, mit denen Anleger zu optimalen Investitionsentscheidungen gelangen?
Auf den klassischen Finanzmärkten treffen Anleger ihre Entscheidungen stets unter Berücksichtigung aktueller Marktereignisse. Jeder fundierten Entscheidung liegen geeignete Analysemethoden zugrunde. Im Wesentlichen lassen sich drei Analyseansätze unterscheiden: Fundamentalanalyse, technische Analyse sowie die Analyse der Positionskosten. Bei der traditionellen Aktienanalyse konzentriert sich die Fundamentalanalyse darauf, anhand von drei zentralen Finanzberichten und vier Schlüsseleckdaten die wirtschaftliche Situation und Profitabilität eines Unternehmens zu bewerten – und so die Attraktivität einer langfristigen Anlageentscheidung zu bestimmen.
Zu den drei wichtigsten Finanzberichten zählen die Gewinn- und Verlustrechnung (als Indikator für den Nettogewinn), die Bilanz (zur Überprüfung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten) sowie die Kapitalflussrechnung (zur Feststellung der tatsächlichen, unmittelbar verfügbaren Mittel eines Unternehmens).
Die vier Schlüsselkriterien beinhalten: den Gewinn je Aktie (Earnings Per Share, EPS), der den Profit pro Aktie widerspiegelt; das Kurs-Gewinn-Verhältnis (Price-Earnings Ratio, KGV), das Auskunft über die Amortisationsdauer gibt; sowie das Kurs-Buchwert-Verhältnis (Price-Book Ratio, KBV), mit dem Bruttomarge und Fairness der Preisbewertung bestimmt werden können.
Kurz gesagt: Die Fundamentalanalyse ist sowohl im klassischen Aktienmarkt als auch im modernen Kryptomarkt das zentrale Instrument, um Über- oder Unterbewertungen von Vermögenswerten zu erkennen und zu bewerten.
Anders als bei börsennotierten Unternehmen stellen Kryptoprojekte keine quartalsweisen Finanzberichte zur Verfügung. Die klassischen Finanzberichte und Schlüsselkennzahlen sind für den Krypto-Sektor daher nicht anwendbar.
Die Dezentralität von Kryptowährungen erschwert eine standardisierte Bewertung – es gibt kein einheitliches Maß, das sich auf den Markt insgesamt anwenden ließe. Da vermeintlich vertrauenswürdige Quellen gefälschte Informationen liefern können, müssen Anleger die Qualität und Zuverlässigkeit von Nachrichten eigenständig prüfen. Sowohl Twitter-Kanäle als auch Telegram-Gruppen können ungeprüfte Meldungen verbreiten, und ein auffälliger Anstieg aktiver Adressen in der Blockchain kann ebenso auf gefälschte Daten zurückgehen.
Welche Kennzahlen und Instrumente ermöglichen – gemeinsam mit Marktnachrichten – die bestmögliche Fundamentalanalyse und unterstützen so optimale Entscheidungen auf dem Kryptomarkt?
Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Analyse von drei Basiskennzahlen, drei wesentlichen Indikatoren, Analysewerkzeugen sowie Marktnachrichten für die Fundamentalanalyse von Kryptowährungen.
On-Chain-Kennzahlen beschreiben Datenpunkte, mit denen sich das Verhalten sowie Trends auf der Blockchain analysieren lassen. Die Erfassung einzelner Knotendaten ist jedoch aufwendig und ressourcenintensiv. Anleger können hierfür spezialisierte Informationsportale oder APIs (Application Programming Interfaces) nutzen, um relevante Daten für Investmententscheidungen effizient zu beschaffen.
Anzahl der Transaktionen
Diese Kennzahl gibt einen ersten Einblick in die Netzwerkaktivität. Die Entwicklung der Transaktionsanzahl über einen bestimmten Zeitraum verdeutlicht Veränderungen auf der Blockchain. Allerdings ist nicht garantiert, dass alle Daten authentisch sind – etwa wenn ein Investor Assets zwischen mehreren eigenen Wallets verschiebt. Der Gefahr von Datenmanipulation sollte besondere Beachtung geschenkt werden.
Transaktionsvolumen
Im Unterschied zur reinen Anzahl bezeichnet das Transaktionsvolumen den gesamten kumulierten Wert aller auf der Blockchain abgewickelten Transaktionen innerhalb eines definierten Zeitraums. Das Gesamtvolumen ergibt sich aus der Anzahl der Transaktionen multipliziert mit ihren jeweiligen Werten.
Aktive Adressen
Hierunter versteht man Blockchain-Adressen, die in einem bestimmten Zeitraum aktiv für Ein- oder Ausgänge genutzt werden. Die Zahl aktiver Adressen wird meist bestimmt, indem man alle Adressen, die innerhalb eines Zeitfensters Transaktionen senden oder empfangen, regelmäßig aufsummiert.
Gezahlte Transaktionsgebühren
Bei starker Überlastung der Blockchain und längeren Wartezeiten können Nutzer durch höhere Transaktionsgebühren Priorität erlangen; bei normalem Netzbetrieb lassen sich Gebühren entsprechend reduzieren. Die Höhe der Gebühren gibt Aufschluss über die Nachfrage – je größer der Andrang, desto teurer die Transaktionen.
Hashrate (Rechenleistung) und Staking-Beträge
Das dezentrale Ledger-System der Blockchain benötigt Mechanismen, um die Reihenfolge der Knotenaktionen zu bestimmen. Diese sogenannten Konsensalgorithmen, die häufig auf Rechenleistung basieren, sind für die Sicherheit und Stabilität der Blockchain entscheidend.
Der bekannteste Konsensmechanismus ist Proof of Work (PoW). Bei Bitcoin etwa steht die Hashrate für die Gesamtrechenleistung, welche für das Mining und die Verarbeitung von Transaktionen bereitgestellt wird. Da On-Chain-Transaktionen miteinander verkettet und nicht veränderbar sind, müsste für einen klassischen 51%-Angriff mehr als die Hälfte der Netzwerkleistung kompromittiert werden. Je höher die Hashrate, desto schwieriger ist ein solcher Angriff.
Ein weiteres verbreitetes Modell ist Proof of Stake (PoS), bei dem Teilnehmer über gestakte Werte an der Blockvalidierung partizipieren. Mit Blick auf die Zahl der gestakten Assets lassen sich Rückschlüsse auf die Präferenzen des Marktes ziehen.
Mit Projektkennzahlen bewerten Sie Eigenschaften des Projektteams und die Ergebnisse der Projektumsetzung aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Whitepaper
Das Whitepaper ist mit dem Prospekt einer Aktie vergleichbar, fokussiert sich aber stärker auf Forschung, technische Grundlagen, Funktionsweise, Vision und Ressourcenverteilung. Ein Whitepaper enthält typischerweise Angaben zu:
Team
Viele Kryptowährungsprojekte veröffentlichen Teaminformationen auf GitHub – der bevorzugten Open-Source-Plattform für Entwickler. Über öffentlich zugängliche Profile und Publikationen kann eingeschätzt werden, ob die notwendigen Kompetenzen für die Umsetzung vorliegen und ob Mitglieder in ihrer Vergangenheit auffällig waren.
Konkurrenten
Nach Analyse des Whitepapers und des Teams sollte ein Wettbewerbsvergleich mit vergleichbaren Projekten und Produkten entlang relevanter Indikatoren erfolgen, um die Substituierbarkeit und Marktstellung des Projekts zu bewerten.
Tokenomics und Erstverteilung
Zu prüfen ist, ob der Token einen praxisnahen Nutzen besitzt und das Cashflow-Modell tragfähig ist. Ein Token hat nur dann echten Mehrwert, wenn er tatsächlich genutzt wird und eine Marktakzeptanz besteht.
Zudem sollte die Initialverteilung der Tokens bewertet werden. Bei Initial Coin Offerings (ICO) oder Initial Exchange Offerings (IEO) muss das Whitepaper offenlegen, wie viele Tokens an Gründer, Team und Investoren gehen. Bei einem Initial Model Offering (IMO) sollte der Nachweis der geplanten Mining-Aktivität offengelegt werden.
Die Bewertung von Projektkennzahlen basiert vielfach auf Vertrauensprinzipien: Anleger können lediglich auf veröffentlichte Informationen vertrauen – fehlende oder unzutreffende Angaben stellen ein erhebliches Risiko dar.
Im Gegensatz zu traditionellen Analysemethoden, die öffentliche Kennzahlen wie Handelsvolumen, Preis und Liquidität auswerten, konzentrieren sich die Finanzkennzahlen im Krypto-Bereich auf ökonomische Anreiz- und Vereinbarungsmechanismen.
Marktkapitalisierung (Netzwerkwert)
Die Marktkapitalisierung ergibt sich aus der Umlaufmenge des Tokens multipliziert mit dem aktuellen Preis. Sie entspricht dem theoretischen Gesamtwert (ohne Slippage), der erforderlich wäre, um einen Token vollständig zu kaufen. Werden beispielsweise eine Million Tokens zu je einem US-Dollar ausgegeben, beträgt die Marktkapitalisierung 1 Million US-Dollar – ein Wert, der rein virtuell geschaffen wurde. Bricht das Interesse ein, verliert der Token rasch an Substanz.
Sowohl die Preisentwicklung als auch die Anzahl umlaufender Tokens können sich ändern – etwa durch Burning, Schlüsselverluste oder Transaktionsfehler. Dennoch dient die Marktkapitalisierung als Maß für das Wachstumspotenzial eines Netzwerks. Viele Anleger vermuten, dass Tokens mit niedriger Marktkapitalisierung höhere Chancen auf überproportionales Wachstum haben als etablierte Coins wie Bitcoin oder Ethereum.
Beispiel Bitcoin-Marktkapitalisierung: Preis pro BTC: 20.669 US-Dollar; Umlaufmenge: 19.087.475 BTC.
Die Gesamtmarktkapitalisierung beträgt somit rund 393,9 Milliarden US-Dollar (20.669 x 19.087.475 = 393.907.058.575 USD).

Quelle: CoinMarketCap
Liquidität und Handelsvolumen
Liquidität misst, wie schnell und unkompliziert Vermögenswerte zu angemessenen Marktpreisen gehandelt werden können – niedrige Liquidität macht es schwierig, marktgerechte Preise zu erzielen.
Das Handelsvolumen hilft dabei, die Liquidität zu bewerten. Chartanalysen zeigen Handelsvolumen und -wert für einen bestimmten Zeitraum, so lassen sich Rückschlüsse auf Marktpräferenzen treffen.

Gate.com Markets List & Trading Pairs – nach Volumen | Coinranking
Angebotsmechanismus
Der zugrundeliegende Angebotsmechanismus ist ein Schlüsselthema der Tokenomics. Maximalangebot, Umlaufmenge sowie Inflationsrate beeinflussen den Preis indirekt. Wird die Tokenmenge ausgeweitet und bleibt die Nachfrage konstant, sinkt der Preis.
Viele Projekte reduzieren im Zeitverlauf die Emission neuer Coins, um das Angebot zu begrenzen und die Preisstabilität zu fördern. Eine unbegrenzte Emission verursacht Inflation, drückt die Preise und kann dem Markt schaden.
(Im Beispiel beträgt der aktuelle Marktpreis von Token A 1 US-Dollar, der Umlaufbestand 1.000, das maximale Angebot 10.000.)
Fully Diluted Valuation (FDV)
FDV = maximales Tokenangebot x aktueller Marktpreis = 10.000 x 1 = 10.000 US-Dollar
FDV schätzt den möglichen zukünftigen Marktwert eines Projekts, sofern alle geplanten Tokens durch das Team freigegeben und auf den Markt gebracht werden. Er gibt den theoretischen Gesamtwert des Projekts zum aktuellen Preis wieder.
Marktkapitalisierung (MC)
MC = Umlaufmenge x aktueller Marktpreis = 1.000 x 1 = 1.000 US-Dollar
Die Marktkapitalisierung spiegelt den tatsächlichen Marktwert des Blockchain-Projekts wieder und berücksichtigt ausschließlich die aktuell umlaufenden Tokens, nicht aber die gesperrten Einheiten.
Der Hauptunterschied: FDV bezieht auch gesperrte Tokens ein, während die Marktkapitalisierung nur die frei handelbaren Tokens beinhaltet. Die MC eignet sich gut, um die aktuelle Marktnachfrage zu messen. Erhöht sich das verfügbare Angebot bei steigender Nachfrage, steigt auch der FDV anteilig.
Beispiel: 250.000 US-Dollar werden mit einer FDV von 5 Millionen eingesammelt, nach Börsengang werden 5 % des FDV verkauft. Sind nur 1 % im Umlauf und beträgt die Marktkapitalisierung 1 Million, hat der FDV bereits 100 Millionen erreicht. Frühinvestoren erzielen so ein 20-faches Return-on-Investment. Werden die Tokens freigegeben, entsteht entsprechend hoher Verkaufsdruck. Ein zu großer Unterschied zwischen FDV und MC zum Zeitpunkt der Freischaltung kann zu massiven Abverkäufen und starken Kurseinbrüchen führen. Dies erklärt die starke Korrektur vieler DeFi-Projekte im vergangenen Jahr, die nach Token-Freigabe teils deutlich schwächer abschneiden als der Gesamtmarkt.
TVL bezeichnet den Gesamtwert der in DeFi-Protokollen hinterlegten liquiden Assets und zeigt, wie viele Tokens im jeweiligen Kapitalpool gebunden sind. Ein hohes TVL signalisiert hohes Investoreninteresse, starke Kapitalbasis und Wachstumspotenzial. Plattformen wie DeFi Llama bieten eine Übersicht über TVL-Entwicklungen und Zu- oder Abflüsse in einzelnen Protokollen.
Drei TVL-Kennzahlen im Überblick:
TVL: Je höher der Wert, desto attraktiver das DeFi-Protokoll.
Marktkapitalisierung (Mcap) / TVL: Ein niedrigeres Verhältnis signalisiert größeres Marktpotenzial.
Handelsvolumen (VOL) / TVL: Ein höheres Verhältnis spricht für attraktivere Renditen.
Einnahmen bezeichnen alle von den Nutzern gezahlten Gebühren, Protokolleinnahmen beschreiben den Anteil, der an Tokenhalter ausgeschüttet wird. Bei der Bewertung der Profitabilität ist stets das jeweilige Geschäftsmodell zu berücksichtigen. Erläutert am Beispiel NFT-basierter Projekte:
Play to Earn: Axie Infinity
Das Ethereum-basierte NFT-Game Axie Infinity, entwickelt vom vietnamesischen Studio Sky Mavis, verknüpft Governance-Token-Verteilung mit Spielerfolgen und Aufgaben. Das Spiel hat den Play-to-Earn-(P2E)-Trend maßgeblich geprägt. CryptoSlam verzeichnet für Axie Infinity NFT-Umsätze von über 1 Milliarde US-Dollar – ein Rekord für Blockchain-Games. Die Einnahmen aus NFT-Verkäufen sind die Haupteinnahmequelle des Projekts.
100 Prozent der Protokolleinnahmen gehen an die Tokenhalter. Tokenwert und Einnahmen entwickeln sich damit proportional. Beim Vergleich von Einnahmen oder KGVs müssen die Eigenheiten des jeweiligen Projekts stets einbezogen werden.
P2E-Modelle haben NFT-Games revolutioniert – Spieler können Belohnungen als NFTs verdienen und reale Werte ausschöpfen.
Move to Earn: STEPN
STEPN basiert auf dem dualen Token- und NFT-Modell von Axie Infinity. Das Spiel nutzt einen Zwei-Token-Mechanismus, ein Reproduktions- sowie ein Energiesystem, unter Einbindung von GST (Green Satoshi Token), GMT (Green Metaverse Token) und NFT-Sneakern.
STEPN verbindet Web3 mit der realen Welt und ermöglicht es Nutzern, durch sportliche Aktivität mit virtuellen Schuhen Einnahmen zu erzielen.
Die Gründer entwickelten das Konzept in einer Nacht; im einzigartigen Modell verdienen Sneaker-NFT-Besitzer Token-Belohnungen für sportliche Herausforderungen. Bereits einen Monat nach dem Start erreichte STEPN Platz 4 beim Solana Ignition Hackathon (Gaming Track) und erhielt im Dezember 2021 eine Seed-Finanzierung von 5 Mio. US-Dollar durch Sequoia.
Im April 2022 meldete STEPN Quartalsumsätze von 26 Mio. US-Dollar. Die App wurde weltweit über eine Million Mal installiert, die Marktkapitalisierung beträgt etwa 1 Milliarde US-Dollar, und Binance ist als Investor beteiligt. Dune-Daten zeigen, dass im späten April täglich rund 4.000–5.000 neue Sneaker-NFTs generiert wurden.
Im Mai 2022 erreichte STEPN 800.000 täglich aktive und 3 Mio. monatlich aktive Nutzer. TechCrunch berichtet von täglichen Plattformumsätzen zwischen 3 und 5 Mio. US-Dollar, monatlich bis zu 10 Mio. US-Dollar.
Die Zahlen belegen: STEPN erzielt deutlich höhere Protokolleinnahmen als viele andere DeFi-, GameFi- oder Web3-Unicorns. In der Anfangsphase verzeichnete GMT innerhalb von 50 Tagen einen Kursanstieg um das 40-Fache (von 0,10 auf 4 US-Dollar). Solide Fundamentaldaten und hohe Investorenbegeisterung in der Hausse treiben den Preis zusätzlich. STEPN gilt als Best-Practice-Beispiel. Nach der Leitzinserhöhung der US-Notenbank flossen jedoch Mittel ab, das Marktsentiment drehte, die monatlich aktiven Nutzer gingen zurück und der GMT-Kurs fiel.
Fundamental betrachtet bietet sich zwar ein günstiger Einstieg, den optimalen Ausstiegszeitpunkt zu bestimmen bleibt jedoch anspruchsvoll. Neben Fundamentalanalyse ist deshalb auch eine stringente Handelsstrategie mit klaren Ein- und Ausstiegsregeln entscheidend.

Transaktionsdetails auf Blockchains sind für jedermann transparent nachvollziehbar. Einer der führenden Blockchain-Explorer ist Etherscan, speziell für das Ethereum-Netzwerk. Hier lassen sich Kapitalflüsse, Tokenverteilungen, Walletadressen, Gesamtmengen und die Anzahl der Halter im Detail analysieren.
Token Terminal standardisiert Kryptodaten nach Maßgabe klassischer Finanzkennzahlen. So können Anleger die Werte verschiedener Blockchains und dezentraler Anwendungen direkt vergleichen. Die Plattform bietet unter anderem: Gesamtmarktkapitalisierung, umlaufende Marktkapitalisierung, Kurs-Umsatz-Verhältnis, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Handelsvolumen, Total Value Locked, Handelswert, Erlöse, Einnahmen für Tokenhalter, Kosten und Gesamterträge. Mithilfe von Filtern und Visualisierungstools sind schnelle, präzise Analysen möglich.
Am Beispiel Axie Infinity werden sämtliche relevanten Kennzahlen (z.B. Marktkapitalisierung, KGV, Handelsvolumen) für Wettbewerbsanalysen und multivariate Datenvergleiche bereitgestellt.
Dune Analytics ist eine kostenlose, leistungsstarke Plattform für Blockchain-Datenanalyse. Hier können Sie Ethereum-Daten per SQL-Abfrage extrahieren oder bestehende Vorlagen übernehmen, um eigene Visualisierungen und Charts zu erstellen – die Plattform ist dabei besonders anwenderfreundlich und intuitiv gestaltet.
Im Beispiel unten können mit Dune u. a. die täglichen Neukunden von STEPN oder Preisverläufe für definierte Zeiträume abgebildet werden.
Marktnachrichten umfassen alle Informationen, die den Marktverlauf beeinflussen – positiv wie negativ. Auch im Kryptobereich bestimmen das gesamtwirtschaftliche Umfeld und Kapitalflüsse die Marktdynamik. Entscheidende Faktoren sind z. B. große Updates, Börsenlistings oder Schwachstellen in Smart Contracts. Besonders bedeutend ist der Vierjahreszyklus des Bitcoin-Halvings. Jede Halbierung leitet regelmäßig eine neue marktweite Umkehrphase ein und gilt als wichtiger Referenzpunkt für die gesamte Branche.
[Vierjahreszyklus der Bitcoin-Halbierung]
Bitcoin-Start: 3. Januar 2009 Blockbelohnung: 50 BTC
Erstes Halving: 28. November 2012 Blockbelohnung: 25 BTC
Zweites Halving: 9. Juli 2016 Blockbelohnung: 12,5 BTC
Drittes Halving: 12. Mai 2020 Blockbelohnung: 6,25 BTC
Viertes Halving: geplant für 2024 Blockbelohnung: 3,125 BTC

Quelle: Trading View
In Bullenmärkten kommt es selten zu größeren Abverkäufen. Große Investoren (sogenannte Wale) lagern ihre Bestände in der Regel in Cold Wallets. In Bärenmärkten hingegen können umfangreiche Verkäufe zur Verlustbegrenzung jederzeit erfolgen. Ein ansteigender Bestand auf Börsen gilt daher als Warnsignal für mögliche Verkäufe und damit als Indikator für drohende Kursrückgänge.
Über Dienste wie Whale Alert lassen sich Großtransaktionen verschiedener Kryptowährungen in Echtzeit verfolgen. Whale Alert listet Transaktionen bedeutender Wallets und zeigt Trends bei umfangreichen Kapitalbewegungen. Solche Aktivitäten geben Hinweise auf potenzielle Marktbewegungen, dienen jedoch nicht als alleinige Anlageentscheidung.

Quelle: Whale Alert (Twitter)
Vorteile
Ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Trendwenden und Wendepunkten
Bietet direkten Zugang zu Echtzeitinformationen und Markttrends
Unterstützt die Identifikation attraktiver Investmentziele
Hilft, irrationale Panikverkäufe zu vermeiden
Nachteile
Daten können manipuliert werden
Es fehlt an standardisierten, umfassenden öffentlichen Informationen; die Verlässlichkeit ist oft schwer zu prüfen
Auch Projektteams können falsche oder unvollständige Angaben machen
Datenerhebung und Auswertung sind zeit- und arbeitsintensiv
Traditionelle Fundamentalanalyse-Werkzeuge sind auf den jungen Kryptomarkt nicht übertragbar. Daher wurden zahlreiche neue, unterstützende Instrumente entwickelt. Die Offenheit der Blockchain sorgt zwar für transparente und öffentlich verfügbare Informationen, doch ihre Auswertung erfordert den Einsatz spezialisierter Anwendungen.
Keines der aktuellen Analyse-Tools bietet absolute Datengenauigkeit; Nachrichten lassen sich zudem leicht manipulieren. Da Kryptoinvestoren rund um den Globus verstreut sind und der Markt regulatorisch kaum erfasst wird, bestehen erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich Durchsetzung und Rechtsmittel.
Bisher gibt es für die Fundamentalanalyse von Kryptowährungen weder standardisierte Datenmodelle noch einheitliche Bewertungsmaßstäbe. Die Weiterentwicklung entsprechender Werkzeuge bleibt ein bedeutendes Forschungsfeld. Dennoch: Wer die Fundamentaldaten eines Projekts sorgfältig untersucht, bessere Analysemodelle nutzt und klare Bewertungskriterien anlegt, kann seine Investmentchancen gezielt erhöhen – die Fundamentalanalyse bleibt somit ein wertvolles Instrument zur Bewertung von Kryptowährungsprojekten.
Kryptowährungsprojekte haben seit 2020 stark an Dynamik gewonnen; immer neue und innovative Anwendungsfelder entstehen. Der Kryptomarkt bleibt hochvolatil, Chancen und Gefahren existieren parallel. Ein maßgeschneidertes Analysemodell verschafft Ihnen die nötige Disziplin für fundierte Investitionsentscheidungen – und kann bei Krypto-Investments mit ihrem besonderen Chancen-Risiko-Profil die strategische Planung nachhaltig stärken.





