
Eric Trump, der Sohn von Donald Trump, postete auf der sozialen Plattform X und nannte große Finanzinstitute wie JPMorgan Chase, Bank of America und Wells Fargo, die Millionen von Dollar durch Lobbygruppen wie die American Bankers Association (ABA) ausgeben, um zu verhindern, dass Stablecoins und Krypto-Plattformen jährliche Renditen von 4% bis über 5% anbieten.
Laut den neuesten Daten der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) liegt der durchschnittliche Jahreszins für Sparkonten in den USA bei etwa 0,45%, während die Grundzinsen für Konten bei großen Banken weiterhin bei extrem niedrigen 0,01% bis 0,05% liegen. Gleichzeitig zahlt die Federal Reserve den Banken etwa 4,4% auf Reserveguthaben, was eine deutliche Arbitragemöglichkeit schafft.
Eric Trump beschreibt diese Struktur als systematische Ausbeutung: „Ein so großer Zinsunterschied erhöht die Gewinne der Banken, während kaum etwas an die Kunden oder normalen Sparer zurückfließt.“ Er weist weiter darauf hin, dass genau diese strukturelle Überlegenheit die Banken dazu motiviert, aktiv Lobbyarbeit zu leisten, um Stablecoins zu unterdrücken, bevor diese eine Bedrohung für ihre Einlagenbasis werden.
Für traditionelle Banken stellen folgende Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte eine direkte Konkurrenz dar:
Diese Produkte basieren auf risikoarmen kurzfristigen US-Staatsanleihen. Die Herausgeber von Stablecoins übernehmen in gewissem Maße die Rolle der traditionellen Banken als Vermittler für Einlagen, zahlen jedoch höhere Zinsen an die Nutzer, was strukturellen Druck auf die Niedrigkosten-Deposits der Banken ausübt.
Eric Trump nennt direkt die ABA und andere Lobbygruppen, die die im „CLARITY“-Gesetz enthaltenen Beschränkungen für die Rendite von Stablecoins vorantreiben, mit dem Ziel, den Wettbewerb durch regulatorische Maßnahmen auszuschließen. Die Krypto-Community ist der Ansicht, dass, wenn diese Bestimmungen verabschiedet werden, Stablecoin-Emittenten den Zins direkt an die Nutzer nicht mehr auszahlen können, was faktisch einen regulatorischen Schutz für traditionelle Banken bedeutet.
Befürworter einer stärkeren Regulierung betonen, dass diese Beschränkungen notwendig seien, um Schattenbanken-Risiken zu verhindern und die Finanzstabilität zu sichern. Derzeit beläuft sich die weltweite Stablecoin-Emission auf über 160 Milliarden US-Dollar. Wenn die Emittenten direkt Renditen an die Nutzer auszahlen dürften, könnte dies das auf Niedrigkosten-Deposits basierende Geschäftsmodell der Banken grundlegend erschüttern. Am Ende des Beitrags erwähnt Eric Trump das dezentrale Finanzprojekt der Trump-Familie, World Liberty Financial, und deutet an, dass es aktiv an diesem Wettstreit um Renditen teilnehmen wird.
Die Kritik ist sowohl politisch als auch geschäftlich motiviert. Politisch besteht seit langem Spannungen zwischen der Trump-Familie und großen Banken; Berichte deuten darauf hin, dass nach dem 6. Januar 2021 Konten und Kredite im Zusammenhang mit Trump gekappt wurden. Geschäftlich profitiert die Trump-eigene Firma World Liberty Financial direkt von einer Lockerung der Stablecoin-Regulierung, weshalb eine öffentliche Stellungnahme in dieser Phase strategisch sinnvoll ist.
Das Gesetz ist eines der zentralen Regelungsdiskussionen in den USA im Bereich Kryptowährungen. Streitpunkt ist, dass es möglicherweise die Emittenten von Stablecoins daran hindert, Zinsen oder Belohnungen an die Nutzer auszuzahlen. Unterstützer sehen darin einen Schutz für die Banken vor Konkurrenz, Kritiker befürchten eine Einschränkung der Innovation und eine Gefährdung der Finanzstabilität.
Stablecoin-Renditen sind höher, doch im Vergleich zu traditionellen Bankeinlagen bestehen noch erhebliche Unterschiede bei Einlagensicherung (FDIC), Regulierung und Liquidität. Investoren sollten neben den Renditen auch Risiken durch Plattformen, Smart Contracts und regulatorische Unsicherheiten sorgfältig abwägen.