Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Mittwoch in einem vorgeschlagenen endgültigen Urteil vor einem Bundesgericht in New York einen Teil ihres langjährigen Durchsetzungsverfahrens gegen den Krypto-Unternehmer Justin Sun und mehrere verwandte Unternehmen beigelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Nach dem vorgeschlagenen Beschluss müsste Rainberry Inc., das Unternehmen hinter dem BitTorrent-Protokoll, eine zivilrechtliche Strafe von 10 Millionen US-Dollar zahlen und eine einstweilige Verfügung akzeptieren, die es untersagt, irreführende Praktiken bei Wertpapierangeboten zu betreiben. Im Gegenzug würde die SEC ihre verbleibenden Ansprüche gegen Sun und verbundene Unternehmen, darunter die Tron Foundation und die BitTorrent Foundation, fallen lassen. Die Aufhebung würde „mit Vorurteil“ erfolgen, was bedeutet, dass die Behörde dieselben Ansprüche nicht erneut geltend machen kann.
Die Einreichung stellt einen bedeutenden Schritt dar, um einen im Jahr 2023 eingeleiteten Fall abzuschließen, in dem Sun und seine Unternehmen beschuldigt wurden, unregistrierte Wertpapiere verkauft und den TRX-Token durch Wash-Trading manipuliert zu haben. Rainberry stimmte dem Vergleich zu, ohne die Vorwürfe zuzugeben oder zu bestreiten, was eine übliche Klausel in SEC-Durchsetzungsverfahren ist. Das vorgeschlagene Urteil muss noch von einem Bundesrichter im Southern District of New York genehmigt werden. Der Schritt erfolgt, da US-Regulierungsbehörden ihre Vorgehensweise bei der Durchsetzung von Krypto-Regeln nach dem Rücktritt des ehemaligen SEC-Vorsitzenden Gary Gensler neu ausrichten, dessen Amtszeit durch eine aggressive Durchsetzung der Wertpapiergesetze im digitalen Vermögenssektor geprägt war.
Sun ist weiterhin eine prominente Figur in der Krypto-Szene und hat kürzlich Aufmerksamkeit erregt durch seine Verbindungen zu World Liberty Financial, einem Krypto-Unternehmen, das mit Verbündeten von Präsident Donald Trump in Verbindung steht. Das vorgeschlagene Vergleichsverfahren behandelt diese Aktivitäten nicht, aber die Beilegung des Falls würde eine der sichtbarsten regulatorischen Unsicherheiten rund um den Tron-Gründer und seine Unternehmen beseitigen.