
Der US-Präsident Trump erklärte, militärische Aktionen gegen den Iran seien „weit vor der erwarteten Fertigstellung“ abgeschlossen. Ursprünglich wurde eine Dauer von vier bis fünf Wochen geschätzt, doch die Ziele wurden in kürzerer Zeit erreicht. Diese Erklärung löste sofort eine Kettenreaktion auf den Märkten aus: Die Ölpreise stürzten vom frühen Hoch bei etwa 116 bis 120 US-Dollar auf rund 85 US-Dollar ab, ein Tagesverlust von 6 %; Bitcoin erholte sich sofort auf etwa 69.000 US-Dollar, mit einem Anstieg von 2,4 % in den letzten 24 Stunden.
(Quelle: HFI Research)
Der Kerngrund für den heutigen Anstieg von Bitcoin liegt in der Neubewertung der Markterwartungen bezüglich des Iran-Konflikts. Die aktuelle geopolitische Krise begann am 28. Februar, als die US-alliierte Streitkräfte groß angelegte Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen, Raketeneinrichtungen und Militärbasen starteten. Dabei kamen der iranische Oberste Führer Khamenei und mehrere hochrangige Kommandeure ums Leben. Iran reagierte umgehend mit Raketen- und Drohnenangriffen auf israelische und amerikanische Basen im Nahen Osten. Der Konflikt breitete sich auf Bahrain, Kuwait, Katar, Irak, Jordanien, Libanon und Oman aus.
Jetzt kündigte Trump an, die militärischen Ziele vorzeitig erreicht zu haben, und erklärte, die Entscheidung, den Krieg zu beenden, gemeinsam mit Israels Premierminister Netanyahu zu treffen. Dies änderte direkt die Markterwartung, dass der Konflikt „langfristig“ andauern würde, und veranlasste Investoren, ihre Risikobereitschaft neu zu bewerten, was zu einem schnellen Anstieg von Bitcoin und anderen Risikoanlagen führte.
(Quelle: Trading View)
Die starke Volatilität der Ölpreise ist der zentrale technische Treiber für die aktuelle Marktumkehr. Während der intensivsten Phase des Konflikts drohte Iran, den Hormus-Straßenzugang zu blockieren – eine Wasserstraße, die etwa 20 % des weltweiten Ölhandels abwickelt. Rund 150 Öltanker mussten außerhalb der Meerenge warten, etwa 140 Millionen Barrel Öl waren im Persischen Golf blockiert. Schätzungen zufolge könnte eine anhaltende Sperrung der Meerenge täglich bis zu 15 Millionen Barrel Versorgung beeinträchtigen.
Nach Trumps Stellungnahme zogen sich die Märkte schnell aus diesem geopolitischen Risiko-Preis zurück.
Ölpreisrückgang: WTI-Öl fiel vom Höchststand bei 120 US-Dollar auf etwa 85 US-Dollar, ein Tagesverlust von ca. 6 %, was seit dem Höchststand mehr als 30 % entspricht.
Inflationserwartungen entspannt: Der Preisverfall bei Öl reduziert direkt die Befürchtungen einer erneuten Inflation, was die Bewertung der Aktienmärkte stützt.
Erholung der Energieversorgung: Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten zuvor Produktionskürzungen bei Erdgas an, Katar erklärte eine Unmöglichkeit der Gaslieferungen aufgrund höherer Gewalt. Diese Versorgungssorgen entspannten sich mit der Entwicklung der Lage.
Neben Bitcoin selbst stiegen auch börsennotierte Unternehmen, die eng mit Kryptowährungen verbunden sind, deutlich. Circle (CRCL) legte um 10 % zu, Strategy (ehemals MicroStrategy, Ticker: MSTR) stieg um 5 %, Coinbase (COIN) um 2 %, was die Erholung des Gesamtmarkts am Montag widerspiegelt. Dieser Trend steht im starken Gegensatz zur heftigen Verkaufswelle der letzten Woche, bei der die Ölpreise um 30 % stiegen und systemische Risikoaversionen die Krypto-Aktien stark belasteten.
Der plötzliche Rückgang der Ölpreise sendet zwei wichtige Signale: Erstens, dass die durch den Iran-Krieg ausgelöste Energieversorgungskrise möglicherweise bald endet; zweitens, dass die Inflationserwartungen wieder sinken. Beide Faktoren begünstigen eine Erholung der Risikoanlagen, was den Bitcoin-Kurs in den letzten 24 Stunden um etwa 2,4 % steigen ließ.
Trump erklärte, die militärischen Ziele seien „weit vor der Fertigstellung“ erreicht. Damit brach er die Erwartung, dass der Konflikt vier bis fünf Wochen oder länger dauern könnte. Das Ende des Krieges schuf die Erwartung, dass die schlimmste Szenarien einer langanhaltenden Sperrung des Hormus-Straße unwahrscheinlich sind. Händler zogen daraufhin schnell die geopolitischen Risikoaufschläge aus den Ölpreisen ab, was zu einer raschen Marktumkehr führte.
Derzeit setzen die Märkte auf eine „frühere als erwartete“ Beendigung des Iran-Konflikts. Wenn sich diese Erwartung bestätigt, könnte der Bitcoin-Anstieg anhalten. Bei einer erneuten Eskalation könnten die Gewinne jedoch schnell wieder rückgängig gemacht werden. Wichtige Indikatoren sind: eine offizielle Waffenruhe, die Wiederaufnahme des normalen Schiffsverkehrs durch die Hormus-Straße sowie eine Reduktion der Konfliktbeteiligung iranischer Stellvertreterorganisationen wie Hisbollah.