Taiwanesische Abgeordnete beim Aktienhandel: Wer verdient am meisten? Top-30%-Abgeordnete nach Amtszeiten erzielen höhere Renditen, weibliche Abgeordnete übertreffen männliche

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Studien der Fu Jen University enthüllen, dass die Performance der Abgeordneten beim Aktienbesitz nicht dauerhaft den Markt übertrifft, weibliche Abgeordnete erzielen bessere Renditen, politische Verbindungen und Medienaufmerksamkeit haben signifikanten Einfluss auf die Aktienkurse.

Verfügen taiwanesische Abgeordnete wirklich über bessere Investitionsfähigkeiten als durchschnittliche Anleger? Eine Studie, durchgeführt vom Fachbereich Finanzen und Internationale Unternehmen an der Fu Jen University, analysiert öffentlich gemachte Vermögensdeklarationen der Abgeordneten, erstellt ein „Aktienportfolio der Abgeordneten“ und vergleicht dieses mit einem allgemeinen Marktportfolio. Dabei zeigt sich, dass das Aktienbesitzverhalten der Politiker in bestimmten Situationen tatsächlich unterschiedliche Investitionsmerkmale aufweist, die Gesamtperformance jedoch nicht dauerhaft den Markt übertrifft.

Die Studie verfolgt den Zeitraum von 2021 bis 2023 und analysiert die Beziehung zwischen Aktienbesitz der Abgeordneten, Medienaufmerksamkeit, Verhalten institutioneller Investoren und Medienpräsenz. Ziel ist es, eine langjährige Fragestellung zu beantworten: Haben Politiker aufgrund von Informationsvorteilen eine bessere Investitionsperformance?

Das Ergebnis zeigt, dass die Performance der Aktienbesitze der Abgeordneten nicht signifikant besser ist als die der Nicht-Abgeordneten. Allerdings schneiden die Top 30 % der Abgeordneten mit den meisten Wiederwahlen bei der Rendite besser ab.

Der Kongress ist auch verrückt nach Aktien: Über die Hälfte der Abgeordneten besitzt Aktien

Die Studie nimmt die 10. Legislaturperiode als Stichprobe und stellt fest, dass von 113 Abgeordneten 61 Aktien an börsennotierten Unternehmen besitzen, was etwa 53,98 % entspricht.

Nach Parteizugehörigkeit:

  • Demokratische Fortschrittspartei (DPP): 36
  • Kuomintang (KMT): 22
  • Andere Parteien: 3

Die restlichen 52 Abgeordneten besitzen keine Aktien.

Geografisch betrachtet ist die Aktienbesitzquote in den sechs Großstädten deutlich höher, beispielsweise in Taipeh, New Taipei, Taoyuan, Taichung, Tainan und Kaohsiung. Es wird vermutet, dass dies auf die Konzentration von Unternehmen in urbanen Gebieten und die häufigeren Kontakte der Politiker zu Branchen zurückzuführen ist.

Investitionspräferenzen der Abgeordneten: Finanz-, Kunststoff- und traditionelle Industrien

Quelle: „Lian News“ Statistik zur Branchenverteilung der Aktienbesitze der Abgeordneten, Quelle: Projekt zur Performance der Aktienportfolios der Abgeordneten

Die Studie fasst die 191 börsennotierten Unternehmen zusammen, in die die Abgeordneten investiert haben, und analysiert deren Branchenverteilung. Das Ergebnis zeigt eine deutliche Präferenz:

Hauptsächlich konzentriert auf:

  • Finanz- und Versicherungsbranche
  • Kunststoffindustrie
  • Papierindustrie
  • Stahlindustrie
  • Schifffahrt

Beispielsweise liegt der Anteil der Aktien in der Finanz- und Versicherungsbranche bei 61,76 %, in Kunststoff und Papier sogar über 66 %. Die Studie interpretiert dies dahingehend, dass Politiker bei Investitionen eher auf traditionelle Branchen setzen, die weniger volatil sind und stabile Dividenden zahlen, anstatt auf risikoreiche Wachstumsaktien.

Studie zeigt: Aktienbesitz der Abgeordneten übertrifft den Markt nicht langfristig

Es wurden zwei Investment-Modelle erstellt:

  • Gleichgewichtetes Portfolio (alle Aktien gleich gewichtet)
  • Marktkapitalisierungsgewichtetes Portfolio (nach Unternehmensgröße, ähnlich ETFs)

Das Ergebnis zeigt, dass das Portfolio der Abgeordneten im Jahr 2021 besser abschnitt als der Durchschnitt des Marktes: Die jährliche Rendite der Abgeordneten betrug 35,7 %, während die des Nicht-Abgeordneten-Portfolios bei 28,7 % lag. 2022 erlitten beide Verluste, doch 2023 schnitt das allgemeine Marktportfolio besser ab. Insgesamt konnte das Aktienportfolio der Abgeordneten den Markt nicht dauerhaft schlagen.

Bei Verwendung der Marktkapitalisierungsmethode zeigte sich sogar, dass die Rendite der Abgeordneten deutlich unter der des Marktes lag.

Politische Spenden und die politische Haltung von Unternehmensvorständen beeinflussen die Rendite

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die Verbindung zwischen Unternehmen und politischen Kräften die Aktienkurse und die langfristige Finanzperformance beeinflussen kann. Die Wissenschaft ist sich einig, dass Unternehmen durch politische Spenden oder die politische Herkunft ihrer Vorstände Vorteile bei Politik, Ressourcen oder Kapitalzugang erlangen können. Lin Yihong (2021) fand heraus, dass je höher die Spenden an die gewählte Partei sind, desto höher die kumulative abnormalen Renditen der Aktien, was darauf hindeutet, dass politische Spenden ein bedeutender Faktor für die Aktienkursentwicklung sein können.

Zudem zeigen Studien von Nianhang Xu, Xinzhong Xu und Qingbo Yuan (2013), dass Unternehmen mit Regierungsbeziehungen in China weniger auf interne Cashflows angewiesen sind, was auf eine erleichterte Kapitalaufnahme durch politische Verbindungen hindeutet. Eine weitere Studie von Wu, W., Wu, C. und Rui, O. M. (2012) zeigt, dass politische Verbindungen unterschiedliche Effekte auf verschiedene Unternehmenskategorien haben: Bei lokalen Staatsunternehmen können sie den Unternehmenswert und die Performance mindern, während sie bei privaten Unternehmen den Wert und die Leistung steigern können.

Neben politischen Spenden können auch die politischen Haltungen der Vorstände die Marktbeurteilung beeinflussen. Zhang Kaiwen (2010) stellte fest, dass nach dem Wahlsieg der Kuomintang 2008 Unternehmen mit Vorständen, die eine pro-KMT-Haltung haben, signifikant positive abnormalen Renditen erzielten, während Unternehmen mit pro-Green-Haltung negative abnormalen Renditen aufwiesen.

Chen Liangyu (2014) fand heraus, dass die Aktien von Unternehmen, bei denen Abgeordnete oder Regierungsbeamte Aktien besitzen, unabhängig von der Partei, die Bewertung beeinflussen. Nach dem KMT-Sieg 2012 waren die Aktien, die von pro-KMT-Politikern gehalten wurden, mit höheren abnormalen Renditen verbunden als jene, die von pro-Green-Politikern gehalten wurden. Dies deutet darauf hin, dass politische Veränderungen den Markt in sogenannte „Sieg- und Gewinnphasen“ versetzen können.

Daten zeigen: Frauen-Abgeordnete erzielen sogar bessere Investitionsrenditen

Die Studie beobachtet auch ein interessantes Phänomen: Das durchschnittliche Portfolio der weiblichen Abgeordneten weist eine höhere Performance auf als das der männlichen. Beispielsweise lag die Rendite weiblicher Abgeordneter 2021 um 4,72 % höher als die der männlichen. 2023 waren es sogar 6,73 %. Es wird vermutet, dass dies mit konservativeren Anlageentscheidungen und besserem Risikomanagement weiblicher Politiker zusammenhängt.

„Abgeordnete achten auf Aktien, steigen aber nicht unbedingt mehr ein“

In den USA sind Offenlegungspflichten für politische Amtsträger bei Aktienbesitz üblich, was auch zu Diskussionen um Persönlichkeiten wie Pelosi, die als „Aktiengöttin“ gilt, geführt hat. Die Studie testet eine gängige Annahme: Wenn mehrere Abgeordnete dieselbe Aktie besitzen, ist das ein Zeichen für eine bessere Investition?

Das Ergebnis zeigt: Unternehmen, die von mehreren Abgeordneten gehalten werden, sind meist große Firmen, deren kurzfristige Renditen nicht unbedingt höher sind. Das durchschnittliche Vermögen dieser Unternehmen ist etwa viermal so groß wie das der Unternehmen, die nur von einzelnen Abgeordneten gehalten werden.

Die Studie vermutet, dass Abgeordnete vor allem in große, stabile und dividendenstarke Unternehmen investieren. Zudem wurde die Überlappung zwischen den Aktienbesitzen der Abgeordneten und den „drei großen Institutionellen“ (ausländische Investoren, Investmentfonds, Proprietäre Händler) analysiert. Das Ergebnis: Aktien mit hohem Anteil an Proprietären Händlern schneiden am besten ab, gefolgt von ausländischen Investoren und Investmentfonds. Es wird vermutet, dass Proprietäre Händler neben Kapital auch lokale Informationsvorteile und Markterfahrung besitzen.

Medienpräsenz treibt die Aktienkurse an

Die Studie nutzt Google Trends-Suchvolumen als Indikator für „Medienaufmerksamkeit“. Das Ergebnis: Die 30 % der meistgesuchten Aktien erzielten deutlich höhere Renditen als der Durchschnitt. Beispielsweise 2021: Hochbeachtete Aktien: 49,26 %, geringere Beachtung: 27,92 %. Es wird angenommen, dass eine hohe Medienaufmerksamkeit mehr Investoren anzieht und somit die Kurse steigen lässt.

  • Dieser Artikel wurde mit Genehmigung von „Lian News“ übernommen
  • Originaltitel: „Sind taiwanesische Abgeordnete wirklich bessere Investoren? Studie zeigt, die Top 30 % der Abgeordneten mit den meisten Wiederwahlen erzielen die höchsten Renditen“
  • Originalautor: Neo
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