Merck KGaA erwirbt SpringWorks Therapeutics in einem 3,9-Milliarden-Dollar-Deal


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Strategische Akquisitionsziele: Seltene Tumorbehandlungen

Deutschlands Merck KGaA hat eine Vereinbarung zum Erwerb des US-amerikanischen Biotech-Unternehmens SpringWorks Therapeutics für einen Eigenkapitalwert von etwa 3,9 Milliarden US-Dollar getroffen. Der Schritt unterstreicht Mercks Bemühungen, seine Präsenz im Bereich Onkologie, insbesondere im Nischenbereich der seltenen Tumoren, zu stärken.

Gemäß den Bedingungen der Vereinbarung zahlt Merck 47 US-Dollar pro Aktie in bar. Nach Abzug der Barbestände von SpringWorks beträgt der Unternehmenswert des Deals etwa 3,4 Milliarden US-Dollar. Merck erklärte, dass die Akquisition durch eine Kombination aus bestehenden Barreserven und neuen Schulden finanziert wird. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Transaktion ab 2027 die Gewinn pro Aktie, ohne Sonderposten, steigern wird.

Hintergrund des Deals

Die Ankündigung von Merck folgt mehreren Monaten Verhandlungen. Frühere Marktspekulationen im Februar 2025 deuteten auf eine höhere Bewertung in Richtung 60 US-Dollar pro Aktie hin, doch spätere Entwicklungen zeigten ein niedrigeres endgültiges Angebot. Am 24. April bestätigte Merck, dass die Gespräche sich um ein Angebot von 47 US-Dollar pro Aktie drehten, eine Bewertung, die die aktuellen Marktrealitäten widerspiegelt.

Trotz des reduzierten Preises stiegen die Merck-Aktien nach der Ankündigung im frühen Handel um 1,2 %, was die Unterstützung der Investoren für die strategische Entscheidung signalisiert.

SpringWorks Therapeutics mit Sitz in Stamford, Connecticut, entwickelt Behandlungen für Krebserkrankungen und seltene Tumoren. Das Unternehmen, das 2019 an die Börse ging, hat zwei zugelassene Therapien: Ogsiveo, das im Jahr 2024 einen Umsatz von 172 Millionen US-Dollar erzielte, und Gomekli, kürzlich zugelassen zur Behandlung von NF1-PN, einer Erkrankung mit Nervenscheiden-Tumoren.

Ausbau des Onkologie-Portfolios

Merck hat Pläne skizziert, die Akquisition von SpringWorks zu nutzen, um eine Führungsposition bei der Behandlung seltener Tumoren aufzubauen. Das Unternehmen hob das Potenzial hervor, diese Grundlage für weitere Investitionen in seltene onkologische Zustände zu nutzen, eine Strategie, die zu den breiteren Ambitionen im Gesundheitssektor passt.

Das bestehende Produktportfolio von SpringWorks, kombiniert mit laufenden Entwicklungsprogrammen, bietet Merck die Möglichkeit, seine Pipeline zu diversifizieren, während mehrere interne Programme Rückschläge erlitten haben.

Bemerkenswert ist, dass Merck die Entwicklung von Xevinapant, einem Wirkstoffkandidaten für Kopf- und Halskrebs, nach enttäuschenden späten Ergebnissen gestoppt hat. In einem weiteren Rückschlag wurden die Studien für die Multiple-Sklerose-Behandlung Evobrutinib nach negativen Ergebnissen im Dezember 2023 eingestellt.

Marktbedingungen und potenzielle Herausforderungen

Der Markt für Biotech-Fusionen und -Übernahmen hat im Jahr 2025 erhebliche Turbulenzen erlebt. Analysten hatten ein starkes Jahr für Transaktionen erwartet, doch politische Störungen unter der US-Regierung von Donald Trump, einschließlich umfangreicher Entlassungen bei der Food and Drug Administration, schufen neue regulatorische Unsicherheiten. Diese Herausforderungen haben die Zulassungszeiten für Medikamente beeinflusst und die Bewertungen der Unternehmen im Sektor gedrückt.

Marktanalysten, darunter auch bei JP Morgan, haben angedeutet, dass das makroökonomische Umfeld und das Fehlen konkurrierender Angebote dazu beigetragen haben könnten, dass SpringWorks ein niedrigeres Angebot akzeptierte. Einige Branchenbeobachter haben jedoch angemerkt, dass der vereinbarte Preis dennoch das Interesse potenzieller Rivalen wecken könnte.

Laut Recherchen von MKP Advisors könnte der relativ moderate Aufschlag vom Markt als Gelegenheit für andere Firmen gesehen werden, Gegenangebote zu erwägen. Das Angebot von Merck stellt einen Aufschlag von 26 % gegenüber dem 20-Tage-Durchschnittskurs von SpringWorks vor ersten Berichten über einen möglichen Deal dar.

Finanzierungsstrategie und Ausblick

Merck plant, die Akquisition durch eine Kombination aus internen Ressourcen und neu ausgegebenen Schulden zu finanzieren. Das Unternehmen betonte, dass es trotz dieses erheblichen Engagements finanziell in der Lage bleibt, größere strategische Chancen zu verfolgen, falls sich diese ergeben.

Der Abschluss der Akquisition wird für die zweite Hälfte des Jahres 2025 erwartet und hängt von der Zustimmung der Aktionäre sowie behördlichen Genehmigungen ab. Wenn die Transaktion abgeschlossen wird, zählt sie zu den größten Transaktionen von Merck seit dem 17-Milliarden-Dollar-Kauf von Sigma-Aldrich im Jahr 2015 und der 6,5-Milliarden-Dollar-Übernahme von Versum im Jahr 2019.

Das Geschäft mit SpringWorks spiegelt Mercks Absicht wider, den Wachstumskurs seiner Healthcare-Sparte nach jüngsten klinischen Misserfolgen wieder aufzubauen. Durch die Fokussierung auf einen spezialisierten Biotech mit zugelassenen Therapien und klarer Ausrichtung will Merck das Entwicklungsrisiko reduzieren und eine stabilere Einnahmequelle in einem herausfordernden Umfeld für Innovationen in der Arzneimittelentwicklung schaffen.

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