Niedrige Tokenpreise setzen weiterhin dezentrale physische Infrastrukturnetzwerke (DePINs) unter Druck, aber der branchenweite Umsatz zeigt laut einem Bericht von Messari Anzeichen einer stärkeren Beständigkeit.
Die Mehrheit der DePIN-Token ist im Jahr 2025 stagnierend oder rückläufig. Die in den Jahren 2018–2022 gestarteten Token liegen nun 94–99 % unter ihren historischen Höchstständen. Eine kleine Gruppe von Netzwerken verzeichnet jedoch ein Wachstum der On-Chain-Einnahmen, was auf eine Verschiebung von spekulativer Preisgestaltung hin zu substanzieller wirtschaftlicher Aktivität hinweist.
DePIN nutzt Blockchain- und kryptobasierte Anreize, um reale Hardwarenetzwerke wie Speicher, drahtlose Netzwerke, Energie und Sensoren durch Teilnahme von Plattformen zu koordinieren und zu betreiben, anstatt sich auf zentralisierte Systeme zu verlassen.
Der gesamte Sektor hat derzeit ein Umlaufkapital von etwa 10 Milliarden US-Dollar und generiert schätzungsweise 72 Millionen US-Dollar an On-Chain-Umsätzen im Jahr 2025. Umsatzführende DePIN-Netzwerke werden zu Bewertungen gehandelt, die etwa dem 10- bis 25-fachen des Umsatzes entsprechen, im Gegensatz zu Vielfachen von über dem 1.000-fachen des Umsatzes während des Marktzyklus 2021.
Laut Markus Levin, Mitbegründer des DePIN XYO-Projekts, wird der Sektor gezwungen, zu den grundlegenden Elementen zurückzukehren. Wenn der Tokenpreis konstant bleibt, ist das Wichtigste, ob tatsächlich jemand für den Service bezahlt und ob das Netzwerk sich ohne Subventionen selbst versorgen kann. Er hält diesen Wandel für eine gesunde Entwicklung.
Der Bericht von Messari sagt, dass nur noch wenige Strategien übrig sind, die DePIN-Projekte nachhaltig skalieren können. Eines davon sind alternative Finanzmodelle wie InfraFi, kombiniert mit der Nutzung spekulativer Kapitalströme während Bullenmarktzyklen.
InfraFi zielt darauf ab, physische Infrastruktur mit krypto-basiertem Kapital wie Stablecoins zu finanzieren und entwickelt sich zu einer potenziellen Richtung. Mit über 175 Milliarden US-Dollar an Stablecoins im Umlauf zeigen frühe InfraFi-Implementierungen, dass DePIN-Vermögenswerte renditeorientierte Kapitalzuflüsse anziehen können. Dieses Modell birgt jedoch auch neue Risiken in Bezug auf Kredit, Kapital und rechtliche Bedingungen und steckt noch in den Kinderschuhen.
Dylan Bane, leitender Forschungsanalyst bei Messari und Autor des Berichts, argumentiert, dass DePIN seine Glaubwürdigkeit nur durch nachhaltige Einnahmen durch den Verkauf wertvoller Ressourcen an den Markt stärken kann. Unter günstigen Marktbedingungen können Faktoren wie Partnerschaften, Ökosysteme und Gemeinschaften das Angebot fördern, aber das neu hinzugefügte Angebot muss entsprechende Einnahmen generieren, damit das DePIN-Modell überlebt.
Er betonte außerdem, dass Projekte die angebotsseige Expansionsstrategie nicht aufgeben sollten, sondern gleichzeitig Priorität darauf legen sollten, Übereinstimmungen zwischen Produkten und Marktnachfrage auf der Nachfrageseite zu finden.
DePIN trifft nun auch auf die wachsende Nachfrage von Unternehmen im Bereich künstlicher Intelligenz. Laut Levin benötigen KI-Entwickler zunehmend mehr Rechenleistung, Speicher und insbesondere verifizierbare reale Daten – Faktoren, die einige DePIN-Netzwerke bereitstellen können. Langfristig werden Käufer im KI-Bereich wahrscheinlich weniger an Dezentralisierung als Ideologie interessiert sein und mehr an praktischen Ergebnissen wie Kosten, Zuverlässigkeit und Datenherkunft.
Trotz der schwachen Performance des Tokens am öffentlichen Markt sind die privaten Investitionszuflüsse in den Sektor aktiv geblieben. DePIN-Startups haben im Jahr 2025 etwa 1 Milliarde Dollar gesammelt, hauptsächlich in Seed- und Series-A-Runden, was darauf hindeutet, dass das Vertrauen des privaten Marktes erhalten bleibt, auch wenn der öffentliche Markt die Tragfähigkeit vieler Projekte unterschätzt.
Bane und Levin haben unterschiedliche Ansichten darüber, ob 2026 einen neuen Investitionsrekord aufstellen wird. Bane sagte, es gebe keinen klaren Auslöser für einen starken Anstieg der Kapitalzuflüsse in diesem Jahr, während Levin eine neue Investitionswelle prognostiziert, da DePIN zunehmend als tragfähiger Finanzierungssektor angesehen wird.
Seiner Ansicht nach schätzen Investoren nun die wirtschaftliche Effizienz jeder Anlage, die Rückzahlungszeit und die Fähigkeit, den Umsatz zu halten, wenn die Anreize schrittweise gekürzt werden, genauer ein. Wenn reale Nachfrage, wiederkehrende Einnahmen und eine Roadmap für die Expansion der Investitionsausgaben klarer dargestellt werden können, sind Investoren bereit, größere Kapitalmengen bereitzustellen.
Thach Sanh