Variante: Überlegungen zu Insiderhandel im Prognosemarkt

Verfasser: Daniel Barabander, Variant General Counsel und Investment Partner

Übersetzung: @金色财经 xz

预测markt-Insiderhandel ist in letzter Zeit zu einem heißen Thema geworden.

Viele Gründer stellen fest, dass vor wichtigen Ereignissen plötzlich unbekannte Wallet-Adressen Transaktionen durchführen, was sie zweifeln lässt: Gab es illegale Aktivitäten? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einen Schritt zurückgehen und die tatsächlichen Funktionsmechanismen des Insiderhandels verstehen — was die meisten Menschen nicht wissen.

Wenn man die meisten Anwälte zu Insiderhandel befragt, hört man eine Vielzahl von schwer verständlichen juristischen Begriffen. Sie sprechen von “Treue- und Sorgfaltspflichten”, “klassischer Theorie”, “Diebstahltheorie”, “Informationsübermittler”, “Informationsempfänger”, “Insider” und “Outsider” usw. Wenn man versucht, diese Konzepte auf aufstrebende Bereiche wie den Predicting Market anzuwenden, geraten selbst sie manchmal ins Schleudern.

(Dies ist keine Rechtsberatung, bei konkreten Fragen unbedingt einen Fachanwalt konsultieren.) Hier möchte ich einen vereinfachten Analyse-Rahmen vorstellen, um meine allgemeine Auffassung vom Insiderhandel zu erläutern und wie ich denke, dass er auf den Predicting Market angewendet werden sollte.

Insiderhandel = eine Form von Betrug

Was man über Insiderhandel zunächst verstehen muss: Das Recht betrachtet ihn als eine Form von Betrug. Wie bei allen Betrugsdelikten beinhaltet Insiderhandel eine Täuschung zum privaten Vorteil. Diese Täuschung basiert meist auf einem Verstoß gegen ausdrückliche oder stillschweigende Zusagen bezüglich der “Verwendung von Informationen mit eingeschränkter Nutzung”. Es gibt faktisch kein eigenständiges “Insiderhandelsgesetz”, sondern nur Anti-Betrugsregeln, die auf Insiderhandel anwendbar sind. Der Unterschied zwischen Insiderhandelsbetrug und allgemein bekannten Betrugsdelikten liegt darin, dass die Zusagen im Insiderhandel oft subtiler sind und daher leichter verletzt werden.

Typisches Muster des Insiderhandels ist: Ein Mitarbeiter verletzt seine Zusage gegenüber seinem Arbeitgeber, indem er mit bedeutenden, nicht öffentlichen Informationen des Unternehmens Aktien handelt. Ob man dem zustimmt oder nicht: Wenn man für ein Unternehmen arbeitet, impliziert man stillschweigend (gesetzlich festgelegt), im besten Interesse des Unternehmens und seiner Aktionäre zu handeln. Diese Zusage ist wahrscheinlich explizit im Mitarbeiterratgeber oder in anderen internen Dokumenten festgehalten. Wenn der Mitarbeiter mit bedeutenden, nicht öffentlichen Informationen Aktien des Unternehmens kauft oder verkauft, befindet sich der Handelspartner im Nachteil hinsichtlich der Information; die Nutzung dieser Asymmetrie für den Handel stellt eine betrügerische Verletzung der Zusage gegenüber den Aktionären dar.

Ich habe festgestellt, dass oft übersehen wird: Das ist nur eine Erscheinungsform des Insiderhandels. Jeder, der bei einem Handel betrügerisch gegen ausdrückliche oder stillschweigende Zusagen verstößt, kann Insiderhandel begehen.

Beispiel: Angenommen, ein Mitarbeiter erfährt, dass das Unternehmen eine Übernahme plant. Er weiß, dass ein typischer Insiderhandelsfall nicht erlaubt ist, versucht aber, “geschickt” die bedeutenden, nicht öffentlichen Informationen zu nutzen, um Aktien des größten Konkurrenten des Unternehmens zu kaufen, in der Erwartung, dass der Kurs nach Bekanntgabe der Nachricht steigen wird. Obwohl der Mitarbeiter gegenüber den Aktionären des Konkurrenten keine stillschweigende Loyalitätspflicht hat, könnte sein Verhalten dennoch Insiderhandel sein. Der Grund: Der Mitarbeiter hat durch Unternehmenspolitik, Geheimhaltungsvereinbarungen oder stillschweigende Loyalitätsverpflichtungen versprochen, vertrauliche Informationen nur für legitime Geschäftszwecke zu verwenden. Die persönliche Nutzung dieser Informationen für den Handel mit Aktien des Konkurrenten verstößt klar gegen diese Zusage. Daher kann der Mitarbeiter als betrügerisch gegen die Zusage verstoßen und sich so des Insiderhandels schuldig machen.

Zusage ist das Kernthema

Das Kernthema ist die Zusage. Angenommen, jemand hört beim Mittagessen zufällig, wie zwei Investmentbanker laut über eine bevorstehende Übernahme sprechen. Diese Person erkennt das Zielunternehmen und verlässt das Restaurant, um vor der Bekanntgabe der Transaktion Aktien dieses Unternehmens zu kaufen oder zu verkaufen. Obwohl diese Information eindeutig als bedeutende, nicht öffentliche Information gilt, stellt dieses Verhalten in der Regel keinen Insiderhandel dar. Denn der Händler hat gegenüber den Investmentbankern keine ausdrückliche oder stillschweigende Geheimhaltungspflicht übernommen und gegenüber dem Unternehmen oder den Aktionären keine stillschweigende Verpflichtung. Die Investmentbanker könnten durch leichtsinniges Reden in der Öffentlichkeit gegen ihre Pflichten verstoßen haben, aber wenn der Händler keine betrügerische Verletzung der Verpflichtung begeht, liegt kein Betrug vor — und somit kein Insiderhandel.

Jeder, der bei einem Handel betrügerisch gegen ausdrückliche oder stillschweigende Zusagen verstößt, kann Insiderhandel begehen.

Aus der Perspektive des “betrügerischen Verstoßes gegen die Zusage” lässt sich ein häufiges Missverständnis korrigieren: Insiderhandel beschränkt sich nicht nur auf den Wertpapiermarkt. Im Gegenteil, ähnliche Probleme können auch auf den Rohstoffmarkt (einschließlich Derivatemarkt) zutreffen. Beispiel: Ein Derivathändler bei Cargill erfährt durch seine Arbeit, dass das Unternehmen große Mengen Weizen einkaufen wird, und handelt anschließend mit Weizen-Futures in seinem persönlichen Konto vorzeitig. Dieses Verhalten ist sehr wahrscheinlich Insiderhandel. In diesem Fall hat der Händler durch Unternehmenspolitik, Geheimhaltungsvereinbarungen oder seine Position versprochen, vertrauliche Informationen nur für die geschäftlichen Zwecke von Cargill zu verwenden. Sein persönlicher Handel stellt eine betrügerische Verletzung dieser Zusage dar. Umgekehrt, wenn die Aufgabe des Händlers darin besteht, im Namen von Cargill vor der Beschaffung zu handeln, dann liegt kein Insiderhandel vor — auch wenn er auf Grundlage bedeutender, nicht öffentlicher Informationen (z.B. Kenntnis der geplanten Markttransaktionen des Unternehmens) handelt. Denn er hat keine betrügerische Verletzung der Zusage begangen: Der Händler hat gegenüber anderen Futures-Händlern keine stillschweigende Verpflichtung, und die Nutzung dieser Informationen für den Handel ist Teil seiner vom Arbeitgeber autorisierten Tätigkeit.

Auch der Predicting Market ist anwendbar

Was bedeutet das für Trader im Predicting Market? Meine Kernmeinung ist vielleicht zu banal, um Hoffnung zu wecken: Das Recht ändert sich nicht. Betrug ist Betrug, und die rechtlichen Regeln sind flexibel. Das entscheidende Kriterium ist stets: Hat der Trader durch die Transaktion betrügerisch gegen eine Zusage verstoßen?

Wenn also ein Tesla-Mitarbeiter die Finanzdaten des vierten Quartals kennt und diese nutzt, um im “Predicting Market: Wird Tesla im vierten Quartal die Erwartungen übertreffen?” zu handeln, könnte das sehr wohl Insiderhandel sein. Dieses Verhalten ist Insiderhandel, wenn der Mitarbeiter gegen die Zusage gegenüber Tesla-Aktionären verstößt oder gegen Geheimhaltungsvereinbarungen oder andere Verpflichtungen, die das Verbot der privaten Nutzung vertraulicher Informationen enthalten. Wenn derselbe Mitarbeiter jedoch in einem anderen Markt, z.B. “Wird die Wachstumsrate der Elektromobilität in den USA in den nächsten zwei Jahren die Nachfrage nach Benzin übersteigen?”, handelt, wobei er öffentlich verfügbare Daten zur Verbreitung von Elektrofahrzeugen und sein langjähriges Branchenwissen (nicht interne Pläne von Tesla) nutzt, dann ist das wahrscheinlich kein Insiderhandel. Denn er nutzt keine vertraulichen Informationen oder verletzt keine Zusagen.

Dennoch wird der Predicting Market die Grenzen des Rechts verschieben und testen, ob es sich anpassen lässt oder durchbrochen wird. Traditionelle Märkte sind meist direkt mit bestimmten Unternehmen verbunden: Der Wertpapiermarkt ist direkt mit dem Unternehmen verbunden (z.B. Tesla im vierten Quartal), der Rohstoffmarkt indirekt (z.B. Cargills Weizenbeschaffung). Das ist entscheidend, weil Unternehmen oft die Quelle der Geheimhaltungs- und Nutzungsversprechen sind — diese Zusagen (ob gesetzlich stillschweigend oder durch Geheimhaltungsvereinbarungen, Richtlinien etc. ausdrücklich) bilden die Grundlage für die Insiderhandelsverantwortung.

Der Predicting Market erweitert die Handelssubjekte (fast alles kann gehandelt werden), was die Quellen wertvoller Insiderinformationen vergrößert und oft Szenarien schafft, in denen die Existenz solcher Zusagen äußerst unklar ist. Besonders in nicht-lizenzpflichtigen oder Meinungsmarktarten, die meist keine Verbindung zu einem konkreten Unternehmen haben.

Ein Beispiel: Angenommen, eine High School hat einen Predicting Market “Wer wird der König der Abschlussball-König?” Dein Freund ist der beliebteste Schüler der Klasse und sagt dir privat, dass er nicht am Ball teilnehmen wird. Wenn du diese Information nutzt, um zu handeln, liegt dann Insiderhandel vor? Rechtlich ist die Frage, ob du betrügerisch gegen eine Zusage verstoßen hast. In diesem Fall muss eine solche Zusage aus eurer Beziehung oder der Situation der Informationsweitergabe stillschweigend angenommen werden, nicht aus einer klaren Verpflichtung gegenüber einem Unternehmen oder formellen Vereinbarungen. Das macht die Feststellung von Insiderhandel äußerst schwierig.

Die rechtlichen Grenzen werden sehr bald verschwimmen.

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GateNews8Std her
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