Risiken durch Quantencomputing verändern die Perspektive auf Bitcoin im Vergleich zu Gold, da die Märkte langfristige Unsicherheiten einpreisen – IcoHolder.
Bedenken hinsichtlich zukünftiger Durchbrüche im Quantencomputing beginnen, die Bewertung von Bitcoin im Vergleich zu Gold zu beeinflussen, so Analyst Willy Woo. Während Quantencomputer, die in der Lage sind, moderne Verschlüsselungen zu knacken, nicht unmittelbar bevorstehen, führt die langfristige Möglichkeit zu einer Unsicherheitskomponente im Preismodell von Bitcoin.
Woo argumentiert, dass der 12-jährige Trend von Bitcoin, Gold zu übertreffen, gebrochen ist, was er als einen strukturellen Wandel beschreibt. Seiner Ansicht nach fällt diese Veränderung mit einem zunehmenden Bewusstsein für die Risiken des Quantencomputings zusammen. Bitcoin basiert auf elliptischer Kurven-Kryptographie, und in der Theorie könnte ein ausreichend fortgeschrittener Quantencomputer, der Shor’s Algorithmus ausführt, private Schlüssel aus öffentlich zugänglichen Schlüsseln ableiten und so bestimmte Adressen kompromittieren. Obwohl solche Fähigkeiten noch spekulativ sind und Jahre entfernt sein könnten, berücksichtigen die Märkte möglicherweise bereits dieses Risiko.
Ein zentrales Anliegen betrifft schätzungsweise 4 Millionen „verlorene“ BTC, die aufgrund fehlender privater Schlüssel unzugänglich sind. Wenn Quanten-Technologie diese Coins wiederherstellen könnte, könnten sie wieder in den Umlauf gelangen, was das Angebot effektiv erhöht. Woo weist darauf hin, dass Unternehmen, die dem Playbook von MicroStrategy aus dem Jahr 2020 folgen, zusammen mit Spot-Bitcoin-ETFs in den letzten Jahren etwa 2,8 Millionen BTC angesammelt haben. Die hypothetische Rückführung von 4 Millionen verlorener Coins würde diese Zahl übersteigen und einen Angebots-Schock verursachen, der größer ist als Jahre der institutionellen Ansammlung.
Woo schätzt, dass der sogenannte „Q-Tag“ – der Zeitpunkt, an dem Quantencomputer realistisch die Kryptographie von Bitcoin bedrohen könnten – fünf bis fünfzehn Jahre entfernt sein könnte. Bis dieses Risiko vollständig gemindert ist, glaubt er, dass Bitcoin im Vergleich zu Gold mit einem Abschlag gehandelt werden könnte, da Investoren Unsicherheiten einpreisen. Er fügt hinzu, dass Bitcoin wahrscheinlich vor einem glaubwürdigen Angriff auf eine quantenresistente kryptografische Aufrüstung umstellen würde, doch solche Änderungen würden den Status potenziell wiederherstellbarer verlorener Coins nicht automatisch klären.
Marktsignale und institutionelle Verschiebungen
Andere Analysten beobachten ähnliche Muster. Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments, wies auf einen Anstieg des Google-Suchinteresses nach „Quantum Computing Bitcoin“ hin, der um den Zeitpunkt des Bitcoin-Höchststands stattfand, was darauf hindeutet, dass das zunehmende Bewusstsein für das Risiko mit einer Marktabsicherung einherging.
Institutionelle Portfolio-Anpassungen spiegeln diese Bedenken ebenfalls wider. Christopher Wood von Jefferies soll eine 10%-ige Bitcoin-Allokation zugunsten von Gold und Bergbauaktien reduziert haben, wobei er die Risiken im Zusammenhang mit Quantencomputern anführte. Dieser Schritt unterstreicht, dass einige professionelle Investoren das Thema nicht nur als eine entfernte theoretische Bedrohung sehen, sondern als einen Faktor, der in langfristige Asset-Allokationsentscheidungen einbezogen werden sollte.
Obwohl derzeit keine unmittelbare Quantenbedrohung besteht, zeigt die Debatte, wie zukunftsgerichtete Risiken die relative Bewertung beeinflussen können. In diesem Zusammenhang hat sich das Quantencomputing als langfristige Variable herauskristallisiert, die die Preisgestaltung von Bitcoin prägt, insbesondere im Vergleich zu traditionellen sicheren Anlagen wie Gold.
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