Ehemaliger leitender PR-Experte, der für Facebook-Gründer Zuckerberg, Tesla-CEO Musk und Google DeepMind gearbeitet hat, Dex Hunter Torricke, hat nach seinem Ausscheiden der Zeitschrift Time Insider-Einblicke in die Hintergründe der Tech-Unternehmen gegeben, insbesondere seine Zweifel an Facebook-Gründer Zuckerberg. Er erklärte, dass die Tech-Branche bei der Verfolgung von Durchbrüchen in der Künstlichen Intelligenz völlig den konkreten Plan für den Umgang mit gesellschaftlichen Auswirkungen vermissen lasse.
Torricke enthüllt schockierend: Zuckerberg weiß nicht, was er bei der UN machen soll
Torricke erinnert sich daran, dass er 2015 mit Facebook-Gründer Zuckerberg zur UN-Generalversammlung reiste. Dabei stellte er fest, dass dieser, der weltweit Milliarden Nutzer verwaltet, kaum Grundkenntnisse über die grundlegende Struktur der internationalen Ordnung hatte. Auf seinem Privatjet sagte Zuckerberg zu ihm: „UN? Was soll ich dort machen?“ Der Gründer sollte bei der Versammlung eine Rede vor den Staats- und Regierungschefs halten, war aber völlig unvorbereitet und hatte keinen Entwurf.
In Bezug auf Torrickes jüngste Äußerungen bezeichnete ein Meta-Sprecher diese als absurd. Torricke jedoch wies darauf hin, dass dieses Phänomen der Abkopplung der Führungsebene von der Realität kein Einzelfall sei. Die Tech-Giganten würden seit langem durch PR-Rhetorik eine optimistische Erzählung weben, um die Öffentlichkeit von technischem Fortschritt und einer besseren Zukunft zu überzeugen, dabei aber bewusst Risiken ignorieren. Er gab offen zu, dass es früher seine Aufgabe war, diese positiven Geschichten zu verbreiten, was heute aus seiner Sicht moralischer Verfall sei.
Tech-Giganten haben keinen konkreten Plan für den Umgang mit KI-Auswirkungen
Während seiner 15-jährigen PR-Karriere arbeitete Torricke mit Zuckerberg zusammen, half bei Krisenmanagement für Elon Musk bei SpaceX und verfasste vor seinem Austritt PR-Statements, um die gesellschaftliche Erschütterung nach der Veröffentlichung von ChatGPT durch Google DeepMind zu stabilisieren.
Angesichts der aktuellen hochentwickelten KI-Entwicklung kritisierte Torricke offen, dass die früheren Arbeitgeber die Welt an den Abgrund treiben, ohne konkrete Strategien gegen Massenarbeitslosigkeit, geopolitische Spannungen und Umweltzerstörung zu entwickeln. Er betonte, dass Tech-Unternehmen dazu tendieren, abstrakte und vage Themen zu diskutieren, um sich vor regulatorischen Eingriffen zu drücken und ihre Ressourcen auf die Verfolgung harter Macht zu konzentrieren. Beim ersten internationalen KI-Gipfel 2023 in Bletchley Park beobachtete er, dass die Branche und Regierungen keine bindenden Abkommen erreichten, sondern nur technische Dokumente ohne wirkliche Wirkung produzierten. Er hält dieses blindes Experimentieren für äußerst unverantwortlich angesichts des bevorstehenden größten wirtschaftlichen Wandels in der Menschheitsgeschichte.
Torricke ist auch enttäuscht über die gleichgültige Haltung der Tech-Industrie gegenüber internationalen humanitären Krisen. Er hat einen Migrationshintergrund und ist sensibel für globale Flüchtlingskonflikte, doch er stellte fest, dass das Silicon Valley die Realität oft ignoriert. Besonders bei Konflikten und geopolitischen Morden in Konfliktregionen würden KI-Unternehmen häufig wegschauen oder aus geschäftlichen oder politischen Gründen mit bestimmten Regimen schweigen. Er kritisierte, dass diese Werte inzwischen jegliche moralische Grundlage verloren haben.
Ausstieg aus der PR-Arbeit und Initiativen für gesellschaftlichen Wandel
Nach seinem Ausscheiden bei Google DeepMind gründete Torricke in London die Non-Profit-Organisation Center for Tomorrow, um konkrete Politiken im Umgang mit KI-Auswirkungen zu entwickeln. Er ist der Ansicht, dass die Zukunft der Menschheit nicht in den Händen weniger KI-Labore liegen sollte, sondern gemeinsam von Politikern, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gestaltet werden muss. Obwohl er noch keine Lösungen für die drohende Massenarbeitslosigkeit durch KI vorgelegt hat, betont er die Notwendigkeit, die Entscheidungsmacht der Eliten zu durchbrechen. Zukünftig plant er, durch Organisationen und Initiativen in die Politik einzutreten, um Innovationen in Kultur und Institutionen voranzutreiben und die große Kluft zwischen technologischem Fortschritt und gesellschaftlicher Anpassungsfähigkeit zu überbrücken.
Ein Sprecher von DeepMind, einer Tochtergesellschaft von Google, lehnte eine öffentliche Stellungnahme zu Torrickes Kritik ab. Google widersprach jedoch der Behauptung, dass Tech-Unternehmen keine konkreten Maßnahmen gegen die Auswirkungen von KI ergriffen hätten. Ein Google-Sprecher erklärte, DeepMind verfolge stets eine ausgewogene Perspektive auf Künstliche Intelligenz, die sowohl Risiken als auch Vorteile berücksichtige. Anfragen von TIME an Elon Musks Unternehmen blieben unbeantwortet.
Diese Artikelübersetzung basiert auf den Enthüllungen eines ehemaligen PR-Experten von Facebook und Google, die dunkle Seiten der Tech-Industrie aufdecken, zuerst veröffentlicht bei ABMedia.