Stabile-Kryptowährungen Gesetzgebung im Countdown: Weißes Haus setzt 1. März als Grenze, Zinsen auf gehaltene Token könnten blockiert werden, Infrastruktur versucht, vorauszueilen

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白haus gibt eine Frist bis zum 1. März vor, die Bedingungen für Stablecoin-Belohnungen werden zum letzten entscheidenden Punkt im CLARITY-Gesetzentwurf. Gleichzeitig haben ProShares und Anchorage bereits die ersten Positionen bezogen.
(Vorheriger Kontext: Die US-Banken haben gemeinsam einen Gesetzeslücken-Ansatz im „Genius-Gesetz“ eingereicht: Die Verzinsung von Stablecoins verstößt gegen Finanzvorschriften, 6,6 Billionen Dollar Einlagen werden zu „Grauer Geld“.)
(Weitere Hintergrundinformationen: ARK Invest: Stablecoins bauen das nächste Währungsystem auf.)

Inhaltsverzeichnis

  • Die Grenzen der Bankenbranche und die Gegenoffensive der Kryptoindustrie
  • ProShares bringt einen Stablecoin-Reserven-ETF nach GENIUS-Gesetz
  • Anchorage Digital baut mit Bundeslizenz eine grenzüberschreitende Hochgeschwindigkeitsstraße für Stablecoins
  • Gesetzgebung unklar, Infrastruktur voran

Die US-Stablecoin-Gesetzgebung befindet sich in der Endphase. Am 19. Februar lud das White-House-Team, angeführt vom Trump-Krypto-Berater Patrick Witt, zum dritten Mal Vertreter der Banken- und Kryptoindustrie zu einem geschlossenen Gespräch ein.

Das Signal ist eindeutig: Einige Belohnungsprogramme für Stablecoins werden im nächsten Entwurf des CLARITY-Gesetzes beibehalten, und die Frist für Verhandlungen ist der 1. März.

Mit anderen Worten: Das Weiße Haus fragt nicht mehr, ob Belohnungsklauseln erlaubt werden sollen, sondern wie viel.

Der monatelange Ringen dreht sich um eine einfache Kernfrage: Wenn Stablecoin-Emittenten berechtigt sind, ihren Inhabern Erträge (ähnlich Zinsen auf Einlagen) zu zahlen, droht eine systematische Verdrängung des traditionellen Bankensystems. Derzeit beläuft sich die Marktgröße der Stablecoins auf fast 300 Milliarden US-Dollar, Analysten rechnen in den nächsten fünf Jahren mit einer Verzehnfachung.

Für Banken ist diese Zahl nicht zu ignorieren.

Die Grenzen der Bankenbranche und die Gegenoffensive der Kryptoindustrie

Das White-House-Team zog eine Kompromisslinie: Belohnungsprogramme für bestimmte Aktivitäten können beibehalten werden, Belohnungen für Stablecoin-Halter, die mit Einlagen vergleichbar sind, werden ausgeschlossen. Das bedeutet: Mechanismen wie Staking oder Trading-Rebates könnten durchgehen, aber „Zinsen auf Token“ – eine direkte Bedrohung für das Kerngeschäft der Banken – werden vorerst gestoppt.

Der CEO der Blockchain Association, Summer Mersinger, sagte, das Treffen sei ein „konstruktiver Schritt“ gewesen, um die Belohnungsfrage zu klären und die Gesetzgebung voranzutreiben. Auf der anderen Seite waren die Bankenvertreter bei einem früheren Treffen am 10. Februar deutlich härter: Sie sollen sogar gesagt haben, sie wollten keine Einigung erzielen und versuchen, die Ertragsfrage bei Stablecoins vollständig aus dem Marktstrukturgesetz zu entfernen.

Im Kern geht es um eine Neuverteilung der Liquidität: Wenn Stablecoins legal Erträge zahlen dürfen, wandern Teile der Gelder vom Bankensystem auf die Blockchain. Für die Kryptoindustrie ist das ein notwendiger Schritt bei der Modernisierung der Finanzinfrastruktur; für Banken bedeutet es den Beginn der Erosion ihrer Einlagenbasis.

ProShares bringt einen GENIUS-konformen Stablecoin-Reserven-ETF

Noch bevor die Gesetzgebung endgültig verabschiedet ist, beginnt der Markt zu reagieren. Am 19. Februar kündigte der ETF-Gigant ProShares die Einführung des GENIUS-Money-Market-ETF (Ticker: IQMM) an – der weltweit erste Geldmarktfonds, der den Anforderungen des GENIUS-Gesetzes entspricht. Er investiert in kurzfristige US-Staatsanleihen mit Fälligkeit innerhalb von 93 Tagen und soll die bevorzugte Reserve für Stablecoin-Emittenten werden.

Das GENIUS-Gesetz wurde im Juli letzten Jahres verabschiedet und schreibt vor, dass Stablecoin-Emittenten 1:1 durch sichere, liquide Vermögenswerte gedeckt sein müssen, die monatlich unabhängig geprüft werden. IQMM nutzt den Marktwert (statt eines festen 1-Dollar-Preises), um eine genauere Nachweisbarkeit der Reserven zu bieten, und unterstützt T+0-Abrechnung.

Anchorage Digital nutzt Bundeslizenz für grenzüberschreitende Stablecoin-Hochgeschwindigkeitsstraße

In derselben Woche stellte die Krypto-Bank Anchorage Digital eine „Stablecoin-Lösung“ für internationale Banken vor, die die Emission, Rücknahme, Compliance-verwahrte Verwahrung, Fiat-Geldmanagement und native Blockchain-Abrechnung integriert.

Nicht-US-Finanzinstitute können über Anchorage’s Bundesbank-Lizenzrahmen Tokenisierte US-Dollar-Assets halten und abrechnen: darunter Tether US₮, Ethena Labs USDtb, OSL USDGO sowie die kommende Western Union USDPT.

Anchorage wird von der Office of the Comptroller of the Currency (OCC) reguliert. CEO Nathan McCauley erklärte, das Ziel sei, eine regulierte Stablecoin-Route zu schaffen, die das traditionelle grenzüberschreitende Clearing ersetzt: Die Abwicklung soll von mehreren Tagen auf wenige Minuten verkürzt werden, gleichzeitig wird die Liquidität in Vorabkonten reduziert.

Gesetzgebung unklar, Infrastruktur voran

Vom letzten Ultimatum des Weißen Hauses über die Reserve-ETFs von ProShares bis hin zu Anchorage’s grenzüberschreitender Abwicklung: Das Stablecoin-Ökosystem dreht sich schnell um die Gesetzgebung. Die Verhandlungsfrist am 1. März wird darüber entscheiden, wie die Belohnungsklauseln im CLARITY-Gesetzentwurf final aussehen – und diese Entscheidung wird den Fluss von Hunderten Milliarden Dollar direkt beeinflussen.

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