
Die Banco Central do Brasil hat im Februar 2026 offiziell den Regulierungsrahmen für institutionelle Anbieter virtueller Vermögenswerte (VASP) vorangetrieben. Gemäß den im November 2025 veröffentlichten und am 2. Februar 2026 in Kraft getretenen Beschlüssen Nr. 519–521 wurde ein Genehmigungsverfahren für Krypto-Unternehmen etabliert, das schrittweise bis 2027 umgesetzt werden soll.
Bereits 2022 hat Brasilien durch bedeutende Gesetzgebung Kryptowährungen als legale Zahlungsmittel anerkannt und damit die rechtliche Basis für den Regulierungsrahmen geschaffen. Im November 2025 veröffentlichte die Banco Central weitere Beschlüsse (Nr. 519–521), die den ersten offiziellen Genehmigungsprozess für VASP etablieren, der am 2. Februar 2026 in Kraft trat. Bestehende Krypto-Anbieter erhalten Übergangsfristen, um sich an die neuen Standards für Governance, Verwahrung, Netzwerksicherheit und Berichterstattung anzupassen.
Antragsfrist für Genehmigungen: Bestehende Krypto-Anbieter müssen bis zum 30. Oktober 2026 den Antrag auf Genehmigung stellen.
Asset-Trennung: Es besteht die Verpflichtung, Kundenvermögen getrennt vom Unternehmensvermögen zu verwalten, um die Sicherheit der Kundengelder zu gewährleisten.
Unabhängige Prüfungen: Alle zwei Jahre sind unabhängige Prüfungen durchzuführen, um die Finanztransparenz und die Glaubwürdigkeit der Aufsicht zu erhöhen.
Grenzüberschreitende Überweisungen: Neue Limits für grenzüberschreitende Krypto-Transaktionen sollen die Anti-Geldwäsche-Kontrollen (AML) stärken.
Berichtspflichten: Unter bestimmten Umständen müssen genehmigte Anbieter strukturierte Betriebsberichte innerhalb von 270 Tagen vorlegen.
Der Rahmen der Banco Central richtet sich hauptsächlich an institutionelle Krypto-Dienstleister und nicht an allgemeine Retail-Börsen. Geltungsbereich sind Verwahrungsfirmen, Abwicklungsdienste sowie Backend-Infrastrukturbetreiber, die das digitale Asset-Ökosystem unterstützen. Der Fokus liegt auf drei Kernzielen: Stärkung der AML- und KYC-Kontrollen; Verbesserung der Transparenz bei Genehmigungsverfahren; sowie klare Standards für den Betrieb von Institutionen, wobei Innovationen im Sektor weiterhin möglich bleiben.
Der Ansatz entspricht den Richtlinien der Financial Action Task Force (FATF) für Krypto-Regulierung und ist mit Brasiliens laufendem Pilotprogramm für die digitale Zentralbankwährung DREX (CBDC) abgestimmt. Insgesamt spiegelt dies Brasiliens langfristige Strategie wider, digitale Vermögenswerte in das traditionelle Finanzsystem zu integrieren.
Aus Sicht der Compliance-Kosten könnten strengere Bericht- und Überwachungsanforderungen für kleine und mittlere Unternehmen eine Belastung darstellen. Für gut ausgestattete Institutionen bieten die regulatorischen Rahmenbedingungen jedoch eine stabilere Umgebung, die den Markteintritt erleichtert und internationale Krypto-Infrastrukturunternehmen anzieht, Brasilien in ihre Betriebsplanung einzubeziehen.
Der Beschluss Nr. 519–521 wurde im November 2025 veröffentlicht und am 2. Februar 2026 wirksam. Er etabliert den ersten offiziellen Genehmigungsprozess für virtuelle Vermögensdienstleister (VASP). Zu den Kernanforderungen gehören Asset-Trennung, alle zwei Jahre unabhängige Prüfungen, verstärkte AML/KYC-Kontrollen sowie neue Limits für grenzüberschreitende Krypto-Transfers. Bestehende Anbieter müssen bis zum 30. Oktober 2026 die Genehmigung beantragen.
Der Rahmen richtet sich vor allem an B2B-Krypto-Infrastruktur-Dienstleister, darunter Verwahrungsfirmen, Abwicklungspartner und Backend-Infrastrukturbetreiber, nicht an Retail-Börsen. Die Regulierungsstandards sind strenger, mit Anforderungen an Asset-Trennung, regelmäßige Prüfungen und strukturierte Berichterstattung.
DREX ist Brasiliens Pilotprojekt für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC). Der institutionelle VASP-Rahmen ist auf die gleiche Richtung ausgerichtet und zeigt Brasiliens Strategie, Innovationen im digitalen Finanzbereich voranzutreiben und Krypto-Assets in das traditionelle Finanzsystem zu integrieren. Ziel ist es, eine der umfassendsten Krypto-Märkte im G20 zu schaffen.
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