Axelera AI, ein niederländischer Anbieter von künstlichen Intelligenzchips für Edge-Geräte, gab bekannt, dass es mehr als 250 Millionen US-Dollar (etwa 360 Milliarden Won) an Finanzierung eingesammelt hat. Die Runde wurde von Innovation Industries, einer in Amsterdam ansässigen Risikokapitalgesellschaft, geleitet, mit Beteiligung mehrerer Investmentinstitutionen wie BlackRock und Samsung Catalyst Fund.
Das Flaggschiffprodukt von Axelera AI, Metis, ist ein künstlicher Intelligenzchip, der 214 Billionen Operationen pro Sekunde ausführen kann. Der Prozessor verbraucht etwa 10 Watt und eignet sich daher für batteriebetriebene, angeschlossene Geräte. Beispielsweise können Lagerhausroboter integrierte Métis-Prozessoren verwenden, um KI-Navigationssoftware auszuführen.
Metis wird von einer Architektur namens Digital In-Memory Computing (D-IMC) von Axelera AI angetrieben. Diese Technologie reduziert den Energieverbrauch, indem sie die Datenbewegung innerhalb des Chips begrenzt. KI-Prozessoren verwenden typischerweise zwei verschiedene Schaltkreise, um Daten zu speichern und zu verarbeiten. Während der Verarbeitung müssen Daten periodisch zwischen zwei Schaltkreisen verschoben werden, ein Prozess, der Strom verbraucht. Die D-IMC-Architektur von Axelera AI verwendet Hochgeschwindigkeitsspeicher-SRAM, um Daten am selben Ort zu speichern und zu verarbeiten, wodurch die Notwendigkeit reduziert wird, Daten zwischen verschiedenen Teilen des Chips zu bewegen.
D-IMC organisiert SRAM-Module in Konfigurationen, die als Cross-Switch-Arrays bezeichnet werden. Diese Arrays sind in der Lage, Berechnungen von Vektoren und Matrizen (also den beiden Grunddateneinheiten) durchzuführen, die von KI-Modellen verwendet werden. Axelera AI behauptet, dass solche Innovationen darauf abzielen, die Stromverbrauchs- und Kühlbeschränkungen von Rechenzentren zu adressieren. Denn um nahe an der Datengenerierungsstelle zu analysieren, müssen Edge-KI-Lösungen strenge Energie- und Bandbreitengrenzen einhalten.
Axelera AI hat Metis in zwei Beschleunigerkarten integriert, die Kunden an verbundene Geräte anschließen können. Die erste Karte enthält bis zu vier Chips, die über einen PCIe-Port mit dem Host-System verbunden sind. Die andere Karte enthält eine einzelne Métis-Einheit mit einer M.2-Schnittstelle, die oft eine platzsparende Alternative in stromsparenden Geräten darstellt.
Unternehmen können ein Software-Toolkit namens Voyager SDK nutzen, um KI-Modelle auf Metis auszuführen. Das Toolkit nutzt das Open-Source-Tool Apache TVM, um Kundenalgorithmen zu optimieren. Zusätzlich bietet Axelera AI eine Sammlung vorgefertigter KI-Modelle namens Model Zoo an.
Derzeit arbeitet Axelera AI an der Entwicklung seines Chips der zweiten Generation, Europa. Europa ist in der Lage, 629 Billionen Operationen pro Sekunde auszuführen, was doppelt so hoch ist wie Metis. Der Chip enthält 8 Kerne zur KI-Optimierung, 16 CPU-Kerne und 128 Megabyte Speicher. Laut dem Unternehmen kann Europa bis zu 3 Mal pro Watt im Vergleich zu den Wettbewerbern leisten, was es besonders geeignet macht, Computer-Vision-Modelle auszuführen. Die internen Testergebnisse von Axelera AI zeigen, dass der Chip mehr als 13.168 Bilder pro Sekunde verarbeiten kann.
Axelera AI plant, diese Finanzierungsrunde zu nutzen, um die Chipproduktion auszubauen und sein Kundenteam sowie das Partnernetzwerk zu stärken.