Autor: Huang Wenjing, He Weiyi
Mit der Verschärfung der globalen Anti-Geldwäsche-Standards und der Umsetzung unseres neuen Anti-Geldwäsche-Gesetzes zeigt sich, dass Kryptowährungsdelikte zunehmend durch hohe Frequenz, hohe Summen und hohe Verdecktheit gekennzeichnet sind. Vom frühen Betrug auf gefälschten Handelsplattformen bis hin zu heutigen On-Chain-Phishing und fragmentierter Geldwäsche mittels Smart Contracts – die Opfer stehen nicht nur vor Vermögensverlusten, sondern auch vor Informationsdefiziten und Beweisherausforderungen bei der Durchsetzung ihrer Rechte.
In der Rechtspraxis besteht jedoch ein zentrales Dilemma: Obwohl die Gelder „auf der Chain“ sind, ist es schwer, die Polizei zur Pfändung, Einfrierung und Verwertung zu bewegen. Dies liegt häufig an unvollständigen Beweismitteln, unklaren Anzeigenformulierungen und unzureichender Kommunikation, wodurch die beste Verfolgungszeit verpasst wird.
Dieser Artikel verbindet neueste Rechtspraxis mit technischen Mitteln und soll den Opfern eine klare, umsetzbare Handlungsstrategie bieten, um die Blockade bei der Rückforderung zu durchbrechen.
Erster Punkt: Wie beurteilt das Recht Ihren Kryptowährungsverlust?
Das hängt von der Art des Vorfalls ab.
Zweiter Punkt: Warum kann die Technik verfolgen, die Polizei aber nicht sofort einfrieren?
Blockchain-Transaktionen sind öffentlich einsehbar, doch das bedeutet nicht, dass die Polizei sofort handeln kann.
Um Vermögenswerte einzufrieren, braucht die Polizei klare Beweise, dass das Geld vom Opfer stammt und auf eine bestimmte Adresse oder ein Konto fließt. Die Anonymität von Kryptowährungen und die schnelle Weiterleitung durch Kriminelle (z.B. Cross-Chain-Transfers, Mixer) machen die ersten Stunden bis 48 Stunden nach Anzeige entscheidend. Fehlen klare, vollständige Beweise, kann die Polizei kaum effektiv tätig werden.
Dritter Punkt: Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den „Erstbeweisen“
Um die Eröffnung eines Verfahrens und das Einfrieren der Vermögenswerte voranzutreiben, ist die Qualität der Beweise entscheidend. Besonders bei ausländischen Plattformen oder komplexen Transfers reicht ein Screenshot des Chats bei weitem nicht aus.
Sie sollten eine Beweismappe vorbereiten, die klar folgende Fragen beantwortet:
Kurz gesagt: Je professioneller und klarer Ihre Beweise sind, desto schneller und erfolgreicher kann die Polizei handeln!
Um effektiv Anzeige zu erstatten und die Polizei zu aktivieren, brauchen Sie eine klare, schlüssige Beweisführung, die sich in vier Ebenen gliedert:
Schritt 1: Nachweis „Wer sind Sie“ und „Woher stammen Ihre Gelder“
Der Ausgangspunkt. Sie müssen der Polizei beweisen:
Schritt 2: Vollständige und präzise Rekonstruktion „Wie wurde das Geld transferiert?“
Der Kern der technischen Beweise. Nur Screenshots reichen nicht aus. Für jede transferierte Summe sollten Sie folgende „Dreiteilung“ vorbereiten:
Diese Daten in einer übersichtlichen Tabelle zusammenstellen und mit Links zu Blockchain-Explorer-Seiten versehen. Das erleichtert Polizei und Ermittlern die Nachverfolgung.
Schritt 3: Nachweis, dass es sich nicht um eine „normale Transaktion“ handelt, sondern um Betrug!
Damit die Polizei den Fall als Betrug oder Diebstahl einstufen kann, brauchen Sie Beweise für betrügerisches Verhalten, z.B.:
Schritt 4: Professionelle „Geldfluss-Analyse“ und „Ausgangs-Exit“-Grafik
Wenn die Gelder durch mehrere Transfers, Mixer oder Cross-Chain-Transfers verschleiert wurden, ist eine Analyse durch Fachleute notwendig. Diese erstellt eine klare „Geldflusskarte“, die:
Der Fokus liegt auf der Identifikation des „Ausgangs“ – z.B. eine bekannte KYC-Börse oder eine schwarze Wallet. Damit kann die Polizei rechtzeitig Maßnahmen ergreifen.
Beim Anzeigen ist eine klare, professionelle Darstellung des Falls entscheidend. Drei Punkte:
1. Klare Fallbeschreibung:
Vermeiden Sie vage Formulierungen wie „Ich wurde betrogen“. Stattdessen:
Das lenkt die Polizei auf eine strafrechtliche Einordnung.
2. Klare Darstellung des Geldflusses:
Kurz und präzise. Beispiel:
Das erleichtert die Nachverfolgung.
3. Vorschläge für weitere Maßnahmen:
Sie können aktiv Unterstützung anbieten, z.B.:
Das Einfrieren bedeutet nicht das Ende der Durchsetzung. Wichtig ist die „legale Verwertung und Rückführung“. Kernpunkte:
1. Legale Veräußerung:
Früher riskant im privaten Verkauf, heute gibt es offizielle Wege, z.B. durch staatlich autorisierte Auktionen (z.B. Beijing Property Exchange). Wichtig: Der Verkauf muss transparent und legal erfolgen, damit die Rückführung in nationale Währung (RMB) gesichert ist.
2. Gebühren bei Rückführung:
Bei der Verwertung entstehen Kosten (z.B. für Analyse, Treuhand). Es ist wichtig, diese transparent zu halten, um den tatsächlichen Rückzahlungsbetrag zu sichern.
3. Was tun bei Auslandstransfers?
Wenn Gelder ins Ausland transferiert wurden, kann man:
Damit können USDT oder andere Tokens weltweit eingefroren werden, was wertvolle Zeit für die rechtliche Rückforderung schafft.
Fazit: Der Weg zur Rückholung ist „legale Verwertung, transparente Rückführung, internationale Kooperation“. Das Verständnis dieser Wege stärkt die Zusammenarbeit mit Polizei und Anwälten.
Der Schutz im Kryptowährungsbereich ist ein Wettlauf gegen die Zeit und Technik. Opfer sollten nicht passiv bleiben, sondern aktiv Beweise sammeln und professionell kommunizieren – so wird aus der Opferrolle eine aktive Rolle bei der Beweisführung.
Je früher Sie eingreifen, desto mehr Details sammeln und desto professioneller Sie auftreten, desto höher sind die Chancen, Vermögenswerte zurückzuholen. Kryptowährungen sind kein rechtsfreier Raum, sondern ein öffentliches Buch, in dem jede Spur dokumentiert ist.
1. Grundlegende Identitäts- und Kontobeweise
2. Geldfluss- und On-Chain-Beweise
Jede relevante Transaktion:
3. Plattform- und Betrugsnachweise
4. Technische Analysen und Berichte
5. Vorschlag für Asset-Freeze
6. Überwachung bei Verwertung
Bei gerichtlicher Verwertung:
Mit dieser systematischen Herangehensweise erhöhen Sie die Erfolgschancen bei der Rückforderung Ihrer Vermögenswerte erheblich.