Der Stablecoin-Markt hat eine kombinierte Marktkapitalisierung von über 260 Milliarden Dollar durchbrochen. Dies hat globale Banken dazu veranlasst, ihre Investitionen in Blockchain-Technologie zu beschleunigen. Barclays prüft derzeit eine Blockchain-Plattform für Zahlungen und Einlagen, berichtete Bloomberg.
Die in Großbritannien ansässige Bank hat bereits eine Anfrage für Informationen an Technologieanbieter gesendet. Dies könnte bereits im April geschehen. Ein Zeichen dafür, dass die Branche auf das Wachstum der Stablecoins auf den Finanzmärkten reagiert.
Anfang 2022 lag die kombinierte Marktkapitalisierung von USDT und USDC bei etwa 130 Milliarden Dollar.
Nach dem Zusammenbruch des Terra/Luna-Ökosystems im Jahr 2022 sank diese Marktkapitalisierung jedoch dramatisch, was das Vertrauen der Investoren in Kryptowährungen zerstörte und zu einem erheblichen Rückgang der Marktkapitalisierung beider Coins führte.
Nach diesem Ereignis verloren beide Coins weiter an Wert, bis Ende 2023, als institutionelle Händler wieder in den Markt einstiegen und die Regulierung in diesem Bereich zu klären begann.
Stablecoins erreichten 260 Mrd. USD Quelle: Bloomberg
Bis Anfang 2026 lag die kombinierte Marktkapitalisierung von USDT und USDC bei über 260 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von fast 160 % gegenüber den Tiefständen Ende 2023. Das Wachstumstempo wurde Anfang 2025 nahezu senkrecht, mit Blick auf die Zukunft.
Bloomberg Intelligence schätzt, dass Stablecoins bis 2030 jährlich über 50 Billionen Dollar an Zahlungen abwickeln könnten.
Diese Prognose wird von großen Finanzinstituten nicht mehr als spekulativ betrachtet. Banken behandeln Stablecoins heute als ernsthafte Finanzinfrastruktur anstatt nur als Handelsinstrumente.
Wie Bloomberg-Analyst Walter berichtete, evaluiert Barclays eine Blockchain-Technologie, die Stablecoins und tokenisierte Einlagen umfassen könnte, mit einer möglichen Anbieterwahl bis April.
BARCLAYS ERKUNDET BLOCKCHAIN FÜR ZAHLUNGEN
Barclays prüft eine Blockchain-Plattform für Zahlungen und Einlagen, möglicherweise inklusive Stablecoins und tokenisierter Einlagen, mit Anbieterwahl bis April.
Dieser Schritt folgt auf ähnliche Initiativen von Wettbewerbern wie JPMorgan Chase… pic.twitter.com/aMYH2Fb1Li
— *Walter Bloomberg (@DeItaone) 27. Februar 2026
Das Vorhaben von Barclays könnte die Integration von Stablecoins und die Fähigkeit zur tokenisierten Einlage in seine Zahlungsdienste umfassen.
Tokenisierte Einlagen sind On-Chain-Darstellungen von Geldern, die Kunden auf traditionellen Bankkonten halten. Sie ermöglichen eine 24/7-Abwicklung und schnellere grenzüberschreitende Zahlungsprozesse.
Die Bank hat in den letzten Monaten von einer vorsichtigen Herangehensweise auf aktive Investitionen in die Infrastruktur umgestellt.
Im Oktober 2025 schloss Barclays sich einem Konsortium an, das eine reservegestützte digitale Währung auf öffentlichen Blockchains erforscht.
Dieses Projekt konzentriert sich auf G7-gepegte Vermögenswerte, um die grenzüberschreitende Abwicklung zu beschleunigen und Kosten zu senken.
Letzten Monat kündigte die Bank außerdem eine strategische Investition in Ubyx an, ein US-Unternehmen, das ein globales Clearing-System für tokenisierte Einlagen und regulierte Stablecoins aufbaut.
JPMorgan begann Ende letzten Jahres mit der Einführung von JPM Coin, einem Einlage-Token für institutionelle Kunden. HSBC plant, seinen tokenisierten Einlagenservice in den USA und den VAE in der ersten Hälfte dieses Jahres auf Unternehmenskunden auszuweiten.
Diese Entwicklungen zeigen, dass blockchain-basierte Zahlungen bei großen Banken über die Testphase hinausgehen.
Meta Platforms erforscht ebenfalls Stablecoin-Zahlungen in seinen Apps und testet derzeit entsprechende Angebote.
Technologieunternehmen, die in den Zahlungsbereich eintreten, erhöhen den Wettbewerbsdruck auf traditionelle Kreditgeber. Banken, die die Einführung verzögern, riskieren, einen Anteil an einem schnell wachsenden Markt zu verlieren.
Trotz über eines Jahrzehnts an Branchen-Tests bleiben die Blockchain-Systeme der meisten Banken in der Frühphase. Das Transaktionsvolumen auf diesen Plattformen liegt noch immer hinter den durch traditionelle Systeme abgewickelten Volumina zurück.
Der Erkundungsprozess hat sich jedoch deutlich beschleunigt, da die Volumina der Stablecoins weiter wachsen.
Die Ubyx-Zusammenarbeit konzentriert sich darauf, Banken und regulierten Institutionen zu ermöglichen, neben traditionellen Konten auch digitale Wallets anzubieten.
Ryan Hayward, Leiter für Digitale Vermögenswerte und Strategische Investitionen bei Barclays, erläuterte im Januar die strategische Ausrichtung.
„Interoperabilität ist entscheidend, um das volle Potenzial digitaler Vermögenswerte zu entfalten,“ sagte Hayward. „Mit der Weiterentwicklung von Token, Blockchains und Wallets wird spezialisierte Technologie eine zentrale Rolle dabei spielen, Konnektivität und Infrastruktur bereitzustellen, damit regulierte Finanzinstitute nahtlos interagieren können.“
Diese Worte spiegeln den Kern der aktuellen Strategie von Barclays wider. Die Bank möchte Kunden bedienen, die sowohl traditionelle Bankdienstleistungen als auch blockchain-basierte Finanzlösungen benötigen.
Regulatorische Entwicklungen beschleunigen zudem das Interesse institutioneller Akteure, wobei der US-GENIUS Act einen Rahmen für dollar-gestützte Token schafft, was große Banken dazu veranlasst hat, ihre Strategien im Bereich digitaler Vermögenswerte zu überdenken.