
Die Funding-Rate für Bitcoin-Perpetual-Futures an den wichtigsten Krypto-Derivatemärkten ist auf -0,005 %, -0,007 % und -0,011 % gefallen, was auf eine dominierende Short-Positionierung im Derivatemarkt hinweist. Analysten weisen darauf hin, dass extrem hohe Short-Quoten in der Vergangenheit oft einer plötzlichen Umkehr vorausgingen, doch ob die makroökonomische Lage eine Unterstützung bietet, bleibt eine entscheidende Variable.
In Perpetual-Futures-Kontrakten ist die Funding-Rate die regelmäßig zwischen Long- und Short-Positionen ausgetauschte Gebühr, um den Kurs des Kontrakts an den Spotmarkt zu koppeln. Bei negativen Funding-Rates müssen Short-Positionen Long-Positionen Gebühren zahlen, was meist auf eine insgesamt stark bärische Marktstimmung hindeutet.
Analyst Amr Taha bezog sich in seinem Marktupdate vom 27. Februar auf Daten der Bitcoin-Liquidationskarte: Derzeit gibt es zahlreiche gehebelte Positionen oberhalb des Preises, viele Short-Positionen wurden bei etwa 92.000 USD eröffnet. Er warnte, dass bei einem Aufwärtsdurchbruch dieser Niveaus die Short-Positionen gezwungen werden könnten, liquidiert zu werden, was einen Short-Squeeze auslösen und die Volatilität verstärken würde.
Taha sagte: „Wenn sich die makroökonomischen Bedingungen verbessern, steigen die Chancen auf eine kurzfristige und mittelfristige Kurssteigerung.“ Er betonte jedoch auch, dass allein die Funding-Rate kein zuverlässiger Indikator für die Marktrichtung sei. Historisch deuteten große Short-Quoten in Kombination mit negativen Funding-Rates oft auf eine bevorstehende starke Umkehr hin, doch eine umfassende Analyse weiterer Indikatoren sei notwendig.
CryptoQuant-Autor Nino stellte fest, dass die Handelsaktivität der Retail-Investoren deutlich über dem Jahresdurchschnitt liegt, was auf eine vorsichtige Rückkehr der privaten Gelder in den Markt hindeutet und als potenzielles Signal für eine verbesserte Stimmung gewertet wird.
Gleichzeitig deuten Walbewegungen auf andere Trends hin. Taha verfolgte etwa 1.700 Bitcoin, die vom „Octopus“-Wallet-Cluster (mittelfristige Investoren) auf Binance flossen. Im Vergleich dazu flossen im Februar 2025 noch 5.000 Bitcoin in Binance, kurz bevor der Kurs über 77.500 USD fiel. Das aktuelle Volumen ist deutlich geringer, was Taha so einschätzte: „Die Intensität ist niedriger, das Verkaufsdruckpotenzial ist möglicherweise nicht so stark wie zuvor.“
Am 26. Februar testete Bitcoin die Marke von 70.000 USD, konnte diese jedoch nicht halten. Zum Zeitpunkt des Artikels lag der Kurs bei etwa 68.000 USD, mit einem 24-Stunden-Rückgang von 0,4 % und einer Seitwärtsbewegung seit sieben Tagen. Analysten von Glassnode wiesen darauf hin, dass trotz kurzfristiger Stabilität noch keine echten Signale für eine Bodenbildung vorlägen.
(Quelle: CryptoQuant)
Funding-Rate: Bei den führenden Börsen durchweg negativ, im Bereich von -0,005 % bis -0,011 %
7-Tage-Trend: Seitwärts, Kurs um 68.000 USD (24-Stunden-Rückgang 0,4 %)
30-Tage-Performance: ca. -24 %
Abstand zum Allzeithoch (Oktober 2025): ca. -46 %
Bei ca. 92.000 USD: Die Liquidationskarte zeigt dichte Short-Positionen, ein Durchbruch könnte einen Short-Squeeze auslösen
Eine negative Funding-Rate zeigt eine hohe Short-Quote im Derivatemarkt an, bei der Short-Positionen Gebühren an Long-Positionen zahlen müssen, um die Positionen zu halten. Für Privatanleger bedeutet dies, dass die Marktstimmung insgesamt bärisch ist. Die Funding-Rate allein ist jedoch kein direkter Indikator für die Kursentwicklung im Spotmarkt. Sie sollte in Kombination mit Liquidationskarten, offenen Kontrakten und anderen Indikatoren analysiert werden, um ein vollständiges Bild der Marktsituation zu erhalten.
Ein Short Squeeze tritt auf, wenn eine große Anzahl an Short-Positionen bei steigenden Kursen gezwungen wird, ihre Positionen zu liquidieren, was den Kurs weiter nach oben treibt und eine Kettenreaktion auslöst. Extrem negative Funding-Rates deuten auf eine große Short-Quote hin. Zusammen mit der dichten Short-Positionierung bei etwa 92.000 USD auf der Liquidationskarte erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Aufwärtsmomentum eine Massenliquidation die Kurse stark nach oben treiben könnte.
Allein der Rückgang ist kein zuverlässiger Indikator für eine Bodenbildung. Die Bestätigung eines Bodens erfordert die gemeinsame Bestätigung durch mehrere technische und on-chain-Indikatoren. Analysten von Glassnode wiesen darauf hin, dass trotz kurzfristiger Stabilität noch keine echten Signale für eine nachhaltige Bodenbildung vorlägen. Investoren sollten eine Vielzahl von Daten wie Funding-Rates, ETF-Geldflüsse, Retail-Aktivität und andere Indikatoren berücksichtigen, anstatt sich auf einen einzelnen Wert zu verlassen.
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