Minnesota erwägt Gesetzgebung zur Verbots von gefälschten Kryptowährungs-Automaten
Der Minnesota-Landtag hat sich mit den zunehmenden Betrugsfällen bei Kryptowährungs-Automaten (Cryptocurrency Kiosks) beschäftigt und sowohl die Strafverfolgungsbehörden als auch die Krypto-Branche angehört. Die Behörden schlagen vor, durch Gesetzesänderungen den Betrieb entsprechender Geräte zu verbieten, um Kryptowährungs-Betrug zu verhindern. Die Krypto-Anbieter fordern hingegen eine stärkere Regulierung der Branche statt eines generellen Verbots. In Minnesota gibt es 350 Kryptowährungs-Automaten, betrieben von zehn Unternehmen. Gefälschte Automaten lassen es den Verbrauchern schwer fallen, echte von gefälschten zu unterscheiden, und sind kaum zu kontrollieren. Die unterschiedlichen Ansichten von Gesetzgebern und Branchenvertretern zur Sicherheit der Öffentlichkeit und zur Verhinderung von Betrug erhöhen die Unsicherheit in Minnesota zusätzlich.
Gefälschte Automaten verstecken sich in Tankstellen, Betrugsopfer glauben an die Echtheit
Der Betrug mit gefälschten Automaten in Minnesota richtet sich besonders gegen ältere Menschen mit geringem Einkommen. Ein Senior wurde durch Betrüger dazu verleitet, an einem gefälschten Automaten in einer Tankstelle Kryptowährungen zu kaufen. Er investierte monatlich die Hälfte seines festen Einkommens in Bitcoin – acht Monate lang – und geriet schließlich ohne Geld und vor dem Verlust seines Hauses in Not. Die Strafverfolgungsbehörden berichten, dass die Betrüger äußerst vorsichtig vorgehen: Sie locken Opfer in Tankstellen oder Lebensmittelgeschäfte, wo sie Kryptowährungs-Automaten vorfinden, und wandeln Bargeld in schwer nachverfolgbare Transaktionen um. Diese Automaten sehen aus wie echte Geldautomaten und erlauben den Kauf von Kryptowährungen mit Bargeld oder Karte. Nach der Einzahlung gelangen die Gelder in die Wallets der Betrüger und werden ins Ausland transferiert.
Behörden können die meisten illegalen Gewinne nicht zurückholen, schwere Verluste entstehen
Die Polizei erklärt, dass die Gelder oft in ausländische digitale Wallets transferiert werden, was die Ermittlungen erheblich erschwert. Obwohl Minnesota 2024 ein Gesetz verabschiedet hat, das die Einzahlungslimits für neue Kunden an Kryptowährungs-Automaten auf 2000 US-Dollar beschränkt und Betreiber unter bestimmten Bedingungen Rückerstattungen vorschreibt, zeigt die Praxis nur begrenzte Wirkung. Beamte des Handelsministeriums berichten, dass Betrüger es geschickt anstellen, Opfer durch mehrere kleine Einzahlungen zu täuschen, um Warnhinweise und Limits zu umgehen. Manche Opfer werden sogar angewiesen, die Bundesstaaten zu wechseln, um Geräte in locker regulierten Bundesstaaten wie Wisconsin zu nutzen.
Der Polizeichef von Faribault nennt Daten, wonach seit 2022 die Verluste durch Betrug mit gefälschten Automaten in der Stadt 500.000 US-Dollar übersteigen. Bei ungemeldeten Fällen könnten die Gesamtschäden bis zu 2 Millionen US-Dollar betragen. Befürworter eines Verbots vergleichen diese Geräte mit Zigarettenautomaten in öffentlichen Räumen und fordern eine umfassende Einschränkung zum Schutz der Öffentlichkeit. Gegner argumentieren, die Regierung solle sich vielmehr auf die Zusammenarbeit mit Betreibern und Strafverfolgungsbehörden konzentrieren, anstatt legale physische Betriebe zu verbieten.
Kryptowährungsunternehmen lehnen vollständiges Verbot von Automaten ab
Unternehmen wie CoinFlip, die digitale Währungen anbieten, sprechen sich gegen ein generelles Verbot aus. Sie betonen, dass Betrug nicht nur durch Automaten erfolgt. Branchenvertreter schlagen vor, die Regulierung zu verschärfen, etwa durch verpflichtende „Cooling-off“-Zeiten nach Transaktionen, um verdächtige Geschäfte rückgängig zu machen, und durch Lizenzentzug bei Nichteinhaltung der Rückerstattungspflichten. Das Gesetzesvorhaben wurde vom Handelsausschuss auf später verschoben, während parteiübergreifende Gesetzgeber an Verbraucherschutzklauseln arbeiten. Falls das Gesetz verabschiedet wird, betrifft es nur physische Automaten, nicht jedoch Online-Plattformen für Kryptowährungstransaktionen.
Diese Artikel erschien zuerst bei Chain News ABMedia.
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