Nach den groß angelegten Luftangriffen der USA und Israels auf Iran erwägt die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und ihre wichtigsten Fördermitglieder im OPEC±Verbund, die Ölproduktion stärker als erwartet zu erhöhen. Dies scheint eine Maßnahme zur Stabilisierung des globalen Ölmarktes angesichts potenzieller Versorgungsschwankungen zu sein.
Vor den Luftangriffen hatte OPEC+ nach einer dreimonatigen Produktionspause geplant, ab April täglich 137.000 Barrel mehr zu fördern. Dies sollte die steigende Nachfrage im Sommer sowie mögliche Preiserhöhungen durch die Angriffe abfedern, was die Förderdruck auf die Mitgliedsländer erhöht.
Auf der heutigen Sitzung wird OPEC+ voraussichtlich weitere Erhöhungen der Ölproduktion diskutieren. Von April bis Dezember letzten Jahres hatte die Gruppe durch zusätzliche Fördermengen die Versorgung ausgeweitet, doch seit Januar wurde die Produktion aufgrund saisonaler Nachfragerückgänge pausiert. Angesichts der jüngsten Unsicherheiten durch die Iran-Situation sucht die Organisation nun erneut nach einer Erhöhung der Fördermengen.
Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben bereits im Rahmen eines Notfallplans die Ölproduktion und -exporte erhöht. Saudi-Arabien hat die Produktion bereits erhöht, um sich auf mögliche Konflikte mit Iran vorzubereiten; die Emirate planen, ab April ihre Exporte des wichtigsten Rohöls, Murban, auszuweiten.
Insgesamt sind die Ölpreise in diesem Jahr aufgrund möglicher US-Angriffe auf Iran, Chinas Ausbau der Ölreserven und anderer Faktoren um etwa 19 % gestiegen. Der Brent-Preis hat kürzlich die Marke von 73 USD pro Barrel überschritten und erreichte den höchsten Stand seit etwa sieben Monaten. Falls dieser Trend der Produktionssteigerung anhält, dürften die Bemühungen zur Stabilisierung der Preise weiter fortgesetzt werden.