Silber rückt wieder in den Fokus, da geopolitische Risiken explodieren.
Marktkommentator Rashad Hajiyev veröffentlichte eine mutige Prognose und argumentierte, dass bei einer weiteren Eskalation des Nahost-Konflikts eine parabolische Bewegung bei Edelmetallen folgen könnte. Seiner Meinung nach wäre ein $250-Silberziel nur bescheiden, und unter extremen Bedingungen könnte er diese Prognose auf $350 anheben.
Der Hintergrund ist dramatisch.
Die Spannungen im Nahen Osten haben nach groß angelegten US–Israel-Angriffen auf Iran zugenommen. Berichte deuten darauf hin, dass Irans oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei, der Kommandeur der IRGC, und andere hochrangige Beamte bei koordinierten Angriffen auf Teheran getötet wurden, darunter wichtige Militärstandorte und Khameneis Residenz. Die Operation wurde von Präsident Trump als Zielsetzung des Regimewechsels beschrieben.
Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, 27 US-Basen in der Region sowie auf Golfstaaten wie Katar, die VAE, Bahrain und Saudi-Arabien. Energieinfrastruktur und Militäranlagen sind nun verstärkt bedroht.
In solchen Momenten suchen die Märkte nach Sicherheit. Gold reagiert zuerst. Silber folgt oft, und manchmal beschleunigt es noch stärker, sobald das Momentum wächst.
Hajiyevs These ist einfach: Wenn sich dieser Konflikt ausweitet und globale Energieflüsse gestört werden, steigen die Inflationsaussichten, Währungen schwächen sich ab und Kapital fließt in Sachwerte. In diesem Umfeld können historische Widerstandsniveaus irrelevant werden.
Schauen wir uns nun das Chart an.
Der Silberpreis handelt derzeit bei etwa $93–$94, nach einer extremen Rally auf ein Allzeithoch nahe $121, gefolgt von einem heftigen Absturz auf die mittleren $60er. Dieser Crash hat die Hebelwirkung herausgewaschen, aber den übergeordneten Aufwärtstrend nicht zerstört.
Die Preisstruktur bleibt konstruktiv.
Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei etwa $50–$55, deutlich unter den aktuellen Niveaus, was die längerfristige bullische Tendenz bestätigt. Der Rebound von $64 war scharf und entschlossen, was auf eine starke Nachfrage bei Rücksetzern hinweist.
Die entscheidende Widerstandszone liegt bei: $95–$100.
Quelle: TradingView
Dieses Gebiet stimmt mit früheren Unterstützungszonen überein, die während des Crashs durchbrochen wurden. Es liegt auch knapp unter der psychologischen Marke von $100. Ein klarer Bruch und Schlusskurs über $100 würden wahrscheinlich Momentumströme auslösen und einen schnellen Anstieg zum vorherigen Hoch bei $121 eröffnen.
Über $121 gelangt der Preis in den freien Raum.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung bei etwa $85, gefolgt von der stärkeren Nachfragezone zwischen $75–$78. Ein Fall unter $75 würde die kurzfristige Struktur schwächen, aber solange Silber über diesem Bereich bleibt, behalten die Bullen die Kontrolle.
Der RSI auf Tagesbasis schwankt bei etwa 60–61. Das ist stark, aber nicht überkauft. Es deutet auf bullischen Druck hin, ohne Erschöpfung. Es besteht Spielraum für einen weiteren Anstieg, bevor das Momentum extreme Werte erreicht.
Kurzfristig komprimiert sich der Silberpreis unterhalb des Widerstands. Wenn geopolitische Schlagzeilen intensiver werden, ist ein Ausbruch über $100 sehr wahrscheinlich. Wenn die Spannungen unerwartet nachlassen, könnte eine Konsolidierung zwischen $85 und $95 andauern, bevor der nächste Anlauf nach oben erfolgt.
Die Volatilität ist erhöht. Das Chart zeigt große Schwankungen, aber nach dem Tief bei $64 bilden sich höhere Tiefs. Dieses Muster kündigt oft eine Expansion an.
Wenn Kapital aggressiv in Metalle umverteilt wird, könnte die Bewegung von $100 auf $121 schnell erfolgen. Und wenn sich der Konflikt weiter ausdehnt, würden Hajiyevs aggressive Ziele von $250–$350 viel früher in den Fokus rücken, als die meisten erwarten.
Derzeit liegt alles auf der $100-Marke bei den Silberpreis-Prognosen.
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