In diesem Jahr konzentrieren sich die Hauptversammlungen börsennotierter Unternehmen in Südkorea auf drei bestimmte Tage, was weiterhin zu einer Ansammlung von Terminen führt. Dies zeigt, dass trotz institutioneller Verbesserungen zur Erhöhung der Transparenz der Geschäftsführung die Termine der Hauptversammlungen der Unternehmen weiterhin konzentriert sind.
Laut dem Korea Listed Companies Association haben etwa 73 % der 593 börsennotierten Unternehmen ihre Hauptversammlungen auf den 24., 26. und 31. März festgelegt. Besonders am 26. März finden 272 Hauptversammlungen statt, darunter auch Unternehmen wie Hyundai Motor, SK und Kakao. Diese Terminansammlung erschwert es vielen Investoren, ihre Stimmrechte aktiv auszuüben.
Die Regierung und die Finanzaufsichtsbehörden haben seit 2018 gemeinsam mit der Korea Listed Companies Association ein Programm zur dezentralen Selbstdisziplin bei Hauptversammlungen betrieben, um dieses Problem zu mildern. Dennoch ist die Ansammlung der Termine weiterhin vorhanden. Das Capital Market Research Institute betont, dass die Bereitschaft der Unternehmen eine wichtige Rolle spielt. Zudem wird, ähnlich wie in Japan, die verpflichtende elektronische Veröffentlichung der Tagesordnungspunkte drei Wochen vor der Hauptversammlung als Lösung vorgeschlagen.
Unternehmen klagen jedoch, dass eine Dezentralisierung der Termine in der Praxis schwierig ist. Besonders weil viele Unternehmen aufgrund der Erstellung konsolidierter Finanzberichte ihrer Auslandstöchter die Versammlungen Ende März für unvermeidlich halten. Zudem spiegeln diese Termine auch verschiedene Einschränkungen wider, wie Geschäftsreisende der Führungskräfte.
Trotz der Reform des Handelsgesetzes im Jahr 2020, die es ermöglicht, Hauptversammlungen auch im April abzuhalten, besteht bei den Unternehmen das Gefühl, dass sie “die Hauptversammlung im ersten Quartal abschließen müssen, um das Geschäftsjahr reibungslos fortsetzen zu können”. Zukünftig sind wohl aktivere Maßnahmen und eine freiwillige Beteiligung der Unternehmen erforderlich, um die Terminansammlung bei Hauptversammlungen zu verhindern.