Kürzlich haben die US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe auf Iran internationale Aufmerksamkeit erregt. Die Märkte befürchten, dass eine Eskalation des Krieges die globale Energieversorgung beeinträchtigen und sogar die Öl- und Gasimporte sowie die Stromversorgung in Taiwan beeinflussen könnte. Das Wirtschaftsministerium antwortete heute (2.), dass die nationale Energieversorgung insgesamt ausreichend ist. Die Regierung hat langfristig eine Diversifizierung der Importquellen und eine Sicherheitsreserve-Mechanismus eingerichtet, sodass sie auch bei plötzlichen Ereignissen wie einer Blockade des Hormuzstrahls voll handlungsfähig bleibt.
Das Wirtschaftsministerium betonte, dass die kurzfristigen Schiffsfahrpläne für Öl und Gas nicht beeinträchtigt sind. Langfristig wurden auch Backup-Planungen und flexible Dispositionsmechanismen implementiert. Die Regierung wird die internationale Lage weiterhin beobachten und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergreifen, um die Stabilität der Energieversorgung und des täglichen Lebens zu gewährleisten.
Diversifizierung der Importquellen: 10 Länder für Rohöl, 14 Länder für Erdgas reduzieren Risiken
Angesichts der Befürchtungen, dass die US-Iran-Konflikte die Energiesicherheit Taiwans gefährden könnten, erklärte das Wirtschaftsministerium, dass die Regierung bereits im Alltag drei Strategien verfolgt: Diversifizierung der Importquellen, langfristige Verträge als Hauptbeschaffungsmodus und Sicherheitsreserven. Diese Maßnahmen sollen die Abhängigkeit von einzelnen Ländern oder Routen verringern.
Laut Angaben des Wirtschaftsministeriums stammten im vergangenen Jahr (2025) die Rohölimporte Taiwans aus 10 Ländern, die Erdgasimporte aus 14 Ländern, was die Versorgung relativ breit aufgestellt macht. Obwohl die aktuelle Konfliktsituation durch die Blockade des Hormuzstrahls tatsächlich einige Öl- und Gasimporte beeinträchtigt, ist die kurzfristige Versorgungssituation derzeit stabil. Die Lieferketten sind weiterhin intakt.
Zukünftig wird die Regierung auch den Energieeinkauf, inklusive aus den USA, erhöhen, um die Diversifizierung weiter zu stärken.
LNG-Anteil bei 80 % für Stromerzeugung: CPC und Taipower aktivieren Frühwarnsysteme
Im Bereich Erdgas wird in Taiwan hauptsächlich verflüssigtes Erdgas (LNG) für die Stromerzeugung importiert, was 80 % des Bedarfs ausmacht. Bei Marktvolatilität ist die Stabilität der Stromversorgung direkt gefährdet.
Das Wirtschaftsministerium erklärte, dass CPC (China Petroleum Corporation) und Taipower (Taiwan Power Company) bereits ein Angebot-Nachfrage- und Frühwarnsystem eingerichtet haben. Damit können sie Marktveränderungen sofort erkennen und die Schiffsfahrpläne sowie Lagerbestände rechtzeitig anpassen.
Dieses System basiert auf „Frühwarnung und flexibler Disposition“. Durch Anpassung der Schiffstermine und Lagerverwaltung soll die kurzfristige internationale Versorgungsschwankung keine großen Auswirkungen auf das nationale Stromnetz haben.
13 GW Kohlekraft als Backup: Nationale Sicherheitsstufe für Stromversorgung aktiviert
Neben der Energiequellenplanung ist auch die Backup-Stromversorgung ein Schwerpunkt der aktuellen Maßnahmen.
Derzeit umfasst die Kohlekraft in Taiwan die Kraftwerke Taichung, Hsingta, Dalin und Linkou, die alle im Besitz von Taipower sind, mit einer Gesamtleistung von 13 GW. Das bedeutet, dass bei Druck auf die Gasversorgung die Kohlekraftwerke flexibel einspringen können, um die Stromversorgung stabil zu halten.
Besonders zu beachten ist, dass die Kraftwerke Hsingta 1 bis 4 (mit 2,1 GW Kapazität) in den letzten Jahren wegen nationaler Sicherheitsanforderungen auf Reserve umgestellt wurden. Diese Einheiten laufen normalerweise nicht im Dauerbetrieb, können aber in Notfällen sofort aktiviert werden und spielen eine Schlüsselrolle bei der Backup-Versorgung.
Das Wirtschaftsministerium erklärte, dass durch diese mehrstufigen Dispositionsmechanismen die Versorgung in verschiedenen Szenarien stabil gehalten werden kann, um systemische Risiken durch einzelne Energiequellen zu vermeiden.
Schwankungen bei internationalen Ölpreisen nehmen zu: Preisstabilitätsmechanismus wird aktiviert
Neben der Versorgungssicherheit ist auch die Marktbeobachtung hinsichtlich möglicher starker Schwankungen der internationalen Ölpreise ein Thema. Solche Schwankungen könnten die Preise im Inland und das tägliche Leben beeinflussen.
Das Wirtschaftsministerium kündigte an, die CPC werde gemäß den „Grundsätzen zur Anpassung der Schwankungspreise für Benzin und Diesel im Inland“ sowie den Maßnahmen zur Preisstabilisierung die Lage prüfen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Ziel ist es, durch institutionalisierten Mechanismus Preisschwankungen zu regulieren, um das tägliche Leben zu schützen und die Preisstabilität zu sichern. Damit soll auch die Auswirkung steigender internationaler Öl- und Gaspreise abgefedert werden.
Während internationaler Turbulenzen kann der Staat durch Preisregulierungen Preisspitzen abmildern, um plötzliche, starke Preisanstiege für Verbraucher und Industrie zu vermeiden. Das trägt auch zur Stabilität der Markterwartungen bei.
Dieser Artikel erschien zuerst bei LinkNews ABMedia: „Steigt die Energiekrise durch die Eskalation des US-Iran-Konflikts?“