Die Gesamtversorgung an Stablecoins hat die Marke von 300 Milliarden US-Dollar überschritten und ist damit zu einem zentralen Indikator für den Kryptowährungsmarkt und die globale Finanzwelt geworden. Allerdings kann die einzelne „Marktkapitalisierung“ keine Fragen beantworten, die Institutionen, Regulierungsbehörden und Märkte am meisten beschäftigen: Wer hält sie? Ist das Kapital konzentriert? Wie schnell zirkuliert sie? Wird sie hauptsächlich für Handel, Zahlungen oder Kapitalparken genutzt?
Mit Meta’s Plänen, Stablecoin-Zahlungen zu integrieren, und der sukzessiven Einbindung von Zahlungsunternehmen und Banken veröffentlicht die Datenplattform Dune einen Bericht über Stablecoins, der einen umfassenden Überblick bietet – von Angebot, Eigentümerstruktur, On-Chain-Aktivitäten bis hin zur Kapitalflussgeschwindigkeit – und dabei eine „Infrastrukturperspektive“ einnimmt.
Marktstruktur: Monopolisierung durch Giganten besteht weiterhin, aber Herausforderer entstehen
Bis Januar 2026 beträgt die vollständig verwässerte Versorgung der Top 15 Stablecoins auf EVM-, Ökosystem-, Solana- und Tron-Blockchains 304 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um 49 % im Jahresvergleich. Die Marktkonzentration bleibt jedoch hoch: USDT mit 197 Milliarden US-Dollar und USDC mit 73 Milliarden US-Dollar zusammen dominieren 89 % des Marktes.
Betrachtet man die Blockchain-Verteilung, ändert sich kaum:
Ethereum: 176 Milliarden, ca. 58 %
Tron: 84 Milliarden, ca. 28 %
Solana: 15 Milliarden, ca. 5 %
BNB Chain: 13 Milliarden, ca. 4 %
Doch 2025 wird als „Jahr des Ausbruchs der zweiten Reihe“ gesehen, mit erheblichen Wachstumsraten bei einigen Stablecoins: USDS wächst um 376 % auf 6,3 Milliarden, PayPal PYUSD um 753 %, Ripple RLUSD explodiert um 1.803 %. Auch USD1, herausgegeben von der Trump-Familie WLFI, wächst von 0 auf 5,1 Milliarden, und USDG verzwölffacht seine Größe. Das zeigt, dass die Marktstruktur weiterhin konzentriert ist, aber der Wettbewerb sich schnell vertieft.
Wer hält sie? Börsen sind die eigentlichen „größten Nutzer“
Dune liefert erstmals eine adressbasierte Analyse der Besitzverhältnisse:
Zentralisierte Börsen: 80 Milliarden US-Dollar
Wale-Adressen: 39 Milliarden
Ertragsstrategien-Protokolle: 9,3 Milliarden
Emittenten-Reserven und Minting-Adressen: 10,2 Milliarden (Vervierfachung im Jahr)
Nur 23 % des Angebots befinden sich in nicht gekennzeichneten Adressen.
Bis Februar 2026 besitzen 172 Millionen Adressen die 15 wichtigsten Stablecoins. Davon haben etwa 136 Millionen Adressen USDT, rund 36 Millionen USDC, 4,7 Millionen DAI. Diese drei Haupt-Stablecoins sind relativ breit verteilt, die Top 10 Adressen halten nur etwa 23–26 %.
Andere Stablecoins sind jedoch stark konzentriert:
USDS: 90 % der Top 10 halten sie
USDF, USD0: 99 % der Top 10
Der Konzentrationsindex (HHI) von USD0 liegt bei 0,84
Das bedeutet ein höheres Risiko für Abkopplung. Die Liquidität ist begrenzt, und die Marktkapitalisierung spiegelt möglicherweise nur wenige institutionelle Positionen wider. Für Institutionen ist die Versorgung nicht gleichbedeutend mit Markttiefe.
Monatliche Transaktionsvolumen über 10 Billionen US-Dollar: Liquidität deutlich größer als die Marktkapitalisierung
Im Januar 2026 erreichte das On-Chain-Transaktionsvolumen der Stablecoins 10,3 Billionen US-Dollar, mehr als doppelt so viel im Jahresvergleich. Die Aktivitäten auf den Chains zeigen eine andere Struktur (Name der öffentlichen Chain und monatliches Transaktionsvolumen):
Base: 5,9 Billionen
Ethereum: 2,4 Billionen
Tron: 682 Milliarden
Solana: 544 Milliarden
Bemerkenswert ist, dass auf Base die Stablecoin-Versorgung nur 4,4 Milliarden beträgt, aber das Transaktionsvolumen mit Abstand führend ist. USDC mit 8,3 Billionen Transaktionen ist fast fünfmal so hoch wie USDT. Das deutet darauf hin, dass USDC hochfrequent genutzt wird, während USDT eher für Kapitalaufbewahrung und Zahlungswege dient.
Was machen Stablecoins eigentlich? 90 % des Volumens sind eigentlich keine Zahlungen
Dune hat die Transaktionen klassifiziert und festgestellt, dass die Hauptnutzung ist:
Marktinfrastruktur (größter Anteil)
DEX-Liquiditätsbereitstellung und -entnahme: 5,9 Billionen
DEX-Handel: 376 Milliarden
Hebel- und Kapitalnutzung
Flash Loans: 1,3 Billionen
Kreditaktivitäten: 137 Milliarden
Ein- und Auszahlungswege
CEX-Liquidität: 599 Milliarden
Cross-Chain-Brücken: 28 Milliarden
Emittenten-Operationen
Minting, Burning und Anpassungen: 106 Milliarden (fünffacher Anstieg im Jahr)
Aus diesen Daten lässt sich schließen, dass Stablecoins hauptsächlich für Market-Making und als Liquiditäts- und Sicherungsinstrumente genutzt werden. Die tatsächliche Zahlungsnachfrage macht nur einen kleinen Anteil aus.
Die Geschwindigkeit des Umlaufs zeigt Rollenunterschiede: Dasselbe Stablecoin, unterschiedliche Welten
Definieren wir die Geschwindigkeit (Velocity) als: Tägliches Transaktionsvolumen ÷ Angebot.
Folgende Erkenntnisse:
USDC (Base): 14 Umdrehungen pro Tag
USDC (Ethereum): 0,9 Umdrehungen
USDT (Tron): 0,3 Umdrehungen, hauptsächlich für grenzüberschreitende Zahlungen
USDT (Ethereum): nur 0,2 Umdrehungen, viel Kapital liegt brach
Ertragsstabile Coins sind noch langsamer:
USDe: 0,09 Umdrehungen
USDS: 0,5 Umdrehungen
Niedrige Geschwindigkeit ist kein Schwächezeichen, sondern zeigt, dass das Kapital als Ertragsparken konzipiert ist. Zudem variieren die Geschwindigkeiten desselben Tokens auf verschiedenen Chains stark, z.B. ist PYUSD auf Solana viermal so schnell wie auf Ethereum.
Was wissen wir sonst noch? Die Marktkapitalisierung der Stablecoins hat 300 Milliarden US-Dollar überschritten. Was noch? Ursprünglich veröffentlicht bei Chain News ABMedia.
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