Nach einem Drohnenangriff Irans auf Energieanlagen hat Katar die Produktion von verflüssigtem Erdgas (LNG) vorübergehend eingestellt. Als zweitgrößter LNG-Exporteur der Welt liefert Katar etwa 20 % des globalen LNG. Die plötzliche Stilllegung hat die europäischen Erdgas-Futurespreise schnell in die Höhe getrieben, der britische Gaspreis stieg zeitweise um etwa 50 %, die niederländischen Futures um über 45 %. Gleichzeitig wächst die Sorge um die Sicherheit der Energieversorgung, da die Risiken im Hormuzstraße (Strait of Hormuz) zunehmen, die Versicherungs- und Frachtkosten steigen stark an.
Irans Drohnenangriff auf zwei wichtige Anlagen in Katar, LNG-Produktion eingestellt
Das katarische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass iransche Drohnen zwei wichtige Anlagen angegriffen haben, glücklicherweise ohne Todesopfer. Das staatliche Energieunternehmen QatarEnergy berichtete, dass die Anlagen in Ras Laffan Industrial City und Mesaieed Industrial City betroffen sind. LNG muss auf etwa -260 °F (ca. -162 °C) gekühlt werden, um verflüssigt und für den Transport bereitgestellt zu werden, hauptsächlich für Stromerzeugung und Industrie. Bei einer Unterbrechung der Versorgung ist die Region, die stark auf Importe angewiesen ist, besonders betroffen.
Indien sucht nach Alternativen, vor allem für die industrielle Gasversorgung
Als größter LNG-Lieferant Indiens macht Katar fast die Hälfte der Importe aus. Angesichts der Produktionspause Katars und der zunehmenden regionalen Spannungen prüfen indische Käufer dringend alternative Quellen und Spot-Importe. Petronet LNG Ltd. und GAIL (India) Limited, die langfristige Verträge mit Katar haben, erwägen, Spot-Ausschreibungen zu starten, um mögliche Engpässe auszugleichen; die Regierung schließt auch eine Regierung-zu-Regierung (G2G) Versorgung nicht aus.
Die Times of India berichtet, dass indische Unternehmen bereits am Dienstag mit der Reduzierung der Gaslieferungen an Industriekunden begonnen haben, um die Versorgung von Haushalten und kritischen Sektoren zu sichern. Energieminister Hardeep Singh Puri hat eine Sitzung mit den Führungskräften staatlicher Öl- und Gasunternehmen einberufen und betont, Maßnahmen zu ergreifen, um die Verfügbarkeit und Preisstabilität wichtiger Ölprodukte zu gewährleisten. Bei längeren Störungen im Nahost-Region könnten Industrie und Raffinerien mit Rationierungen oder Gasbegrenzungen konfrontiert werden.
Frachtraten verdoppeln sich, Sorgen um langfristige Versorgungsketten
Mit der Eskalation des Konflikts schwankt der LNG-Transportmarkt stark. Berichten zufolge haben die Tagesmietpreise für LNG-Schiffe im Atlantik die 200.000-Dollar-Marke überschritten, mehr als verdoppelt im Vergleich zum Vortag; sie liegen deutlich über den früheren Referenzwerten. Analysten warnen, dass anhaltende Produktionsausfälle in Katar und Abu Dhabi die asiatischen Käufer vor längere Fahrten und höhere Frachtkosten stellen werden, was den Wettbewerb auf dem globalen Spotmarkt verschärft.
Dieser Artikel „Irans Drohnenangriff, Katar stoppt LNG! 20 % der weltweiten verflüssigten Erdgasversorgung kommt hierher“ erschien zuerst bei Chain News ABMedia.