Laut Nachrichten vom 4. März ist das iranische Kryptowährungssystem vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalation der Lage im Nahen Osten und Luftangriffskonflikten nicht zusammengebrochen, wie einige Beobachter erwartet hatten, sondern hat die Schlüsselrolle der Stablecoins im Finanzsystem des Landes hervorgehoben. Mehrere Blockchain-Analysten wiesen darauf hin, dass selbst angesichts erheblicher Störungen der Internetverbindung und eines starken Rückgangs der Markttransaktionen USDT, das an den US-Dollar gekoppelt ist, weiterhin ein wichtiger Kanal für iranische Einwohner und Institutionen zur Wertübertragung bleibt.
Vor dem Konflikt hatte der iranische Kryptomarkt eine beträchtliche Grauwirtschaft gebildet. Laut Schätzungen von TRM Labs und Chainalysis könnte das Krypto-Handelsvolumen Irans im Jahr 2025 8 bis 10 Milliarden Dollar erreichen. Blockchain-Daten zeigen außerdem, dass die Zentralbank Irans zuvor mindestens etwa 507 Millionen US-Dollar in USDT gekauft hat, um die Beschränkungen des traditionellen internationalen Banksystems zu umgehen. Einige Forschungsinstitute gehen davon aus, dass einige Krypto-Transaktionen mit Wallet-Adressen der Islamischen Revolutionsgarde verbunden sind, die seit 2023 etwa 3 Milliarden US-Dollar transferiert haben.
Nach dem Luftangriff am 28. Februar sank Irans Internetverbindung um etwa 99 %, und das Handelsvolumen des Kryptomarktes brach sofort um etwa 80 % ein. Einige Plattformen setzten Auszahlungen aus oder schränkten Geldflüsse ein, während andere auf Batch-Verarbeitung umstellten, um Systemrisiken zu verringern. Gleichzeitig beantragte auch die Zentralbank Irans die Aussetzung des USDT-Handels in Toman. Toman ist eine gängige Nennungseinheit für den iranischen Rial, und das Handelspaar gilt seit langem als wichtiger Kanal für die Einheimischen zum Tausch ihrer lokalen Währung gegen Vermögenswerte mit Dollarwert.
Angesichts der erhöhten Spannungen versuchten bedeutende Fonds, vom Rial auf USDT umzusteigen, wodurch das Paar zu einem Echtzeitindikator für den Währungsabwertungsdruck wurde. Die Aussetzung des Handels gilt als Notfallmaßnahme ähnlich der Schließung des Devisenmarktes, um die Erwartungen an eine Abwertung der lokalen Währung zu verlangsamen. Nach der Wiederaufnahme des Handels nahm die Marktliquidität deutlich ab und die Preise waren kurzzeitig nicht ausgerichtet, aber das gesamte Handelssystem brach nicht zusammen.
TRM Labs stellt fest, dass diese Veränderungen eher wie “Stresstests” als wie systemische Kollaps wirken. Während des Internetausfalls wurden reguläre Nutzer daran gehindert, auf verschlüsselte Netzwerke zuzugreifen, aber einige Institutionen behalten ihre Gelder weiterhin über andere Kanäle aufrecht.
Unterdessen veröffentlichte die Financial Action Task Force (FATF) am 3. März einen Bericht, der den steigenden Anteil von Stablecoins an illegalen Transaktionen hervorhebt. Der Bericht zitiert Daten von Chainalysis, die besagen, dass Stablecoins bis 2025 84 % der illegalen Kryptotransaktionen ausmachen könnten, und empfiehlt, dass die Länder die regulatorischen Maßnahmen für Stablecoin-Emittenten und Wallet-Adressen verstärken.
Derzeit gibt es weltweit mehr als 250 Arten von Stablecoins mit einer Gesamtbörsenkapitalisierung von über 300 Milliarden US-Dollar. Analysten sind der Ansicht, dass der iranische Fall die doppelten Eigenschaften des Stablecoin-Systems hervorhebt: Einerseits erleichtert es grenzüberschreitende Zahlungen, andererseits kann es auch zu einem wichtigen Instrument zur Umgehung von Sanktionen werden. In einem Umfeld anhaltender geopolitischer Konflikte wächst der Einfluss dieser Finanztechnologie.
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