
Der Hashprice, ein entscheidender Gewinnindikator für die Bitcoin-Mining-Branche, fiel im Februar auf ein historisches Tief. Laut Daten von Luxor Technology beträgt die Einnahme pro TH/Tag etwa 0,03 US-Dollar. Gleichzeitig liquidierte die Bitdeer Technologies Group (Nasdaq: BTDR) ihre gesamten eigenen Bitcoin-Bestände, erreichte jedoch mit einer eigenen Rechenleistung von 63,2 EH/s die Führungsposition und übertrifft damit MARA.
Durch den Bitcoin-Preis unter 70.000 US-Dollar, steigende Energiekosten und die Auswirkungen winterlicher Stürme in den USA sind mehrere Mining-Unternehmen gezwungen, Teile ihrer Anlagen stillzulegen. QCP Capital weist darauf hin, dass der aktuelle Bitcoin-Preis deutlich unter den durchschnittlichen Mining-Kosten von etwa 84.000 US-Dollar liegt, was den Liquiditätsdruck auf die Miner erhöht. Auch f2pool warnt, dass bei einem Bitcoin-Preis von rund 75.000 US-Dollar Miner mit einer Energieeffizienz von etwa 23,3 W/T bereits nahe an der Gewinnschwelle operieren. Bei weiter fallenden Kursen werden energieintensive Maschinen noch stärker unter Druck geraten.
Matthew Sigel, Leiter der Digital Asset Research bei VanEck, erklärt, dass die aktuelle Belastung der Mining-Branche durch fünf Faktoren verstärkt wird: den schnellen Abbau hoher Hebel (die offenen Bitcoin-Futures-Kontrakte sind innerhalb einer Woche von 61 auf 49 Milliarden US-Dollar gefallen), den zunehmenden Verkaufsdruck der Miner, die nachlassende Ertragsstory bei Infrastrukturinvestitionen, die steigenden Sorgen um Risiken durch Quantencomputing sowie die wieder auflebende psychologische Dynamik im Vierjahreszyklus.
Bis zum 20. Februar 2026 sank der eigene Bitcoin-Bestand von Bitdeer auf null. In derselben Woche wurden 189,8 BTC vollständig verkauft, was zu einem Nettoverlust von 943,1 BTC führte. Gleichzeitig konnte Bitdeer durch den kontinuierlichen Einsatz eigener SEALMINER-Maschinen eine Rechenleistung von 63,2 EH/s aufbauen und übertrifft damit MARA als das Unternehmen mit der höchsten eigenen Rechenleistung (bestätigt durch Analysten von Morgan Stanley).
Gründer Wu Jihan betonte, dass ein aktueller Bestand von null nicht bedeutet, dass dies dauerhaft so bleibt. Die Liquidation der Bitcoin-Bestände diente dazu, frühzeitig Liquidität für die Expansion der Rechenzentren und die AI-Geschäfte zu sichern. Zudem kündigte Bitdeer an, in einer Privatplatzierung 300 Millionen US-Dollar durch wandelbare Vorzugsanleihen mit Fälligkeit 2032 zu beschaffen. Das Kapital soll vor allem in den Ausbau der Rechenzentren, Hochleistungsrechenzentren (HPC) und Cloud-AI-Dienste fließen.
MARA Holdings: Im vierten Quartal 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 1,7 Milliarden US-Dollar, die Rechenleistung stieg auf 66,4 EH/s, und zum Jahresende hielt man 53.822 BTC.
Hut 8: Das Unternehmen verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 248 Millionen US-Dollar und schloss eine 15-jährige AI-Mietvereinbarung mit Google im Wert von etwa 7 Milliarden US-Dollar ab.
Canaan (Kanan Technologies): Übernahm für rund 39,75 Millionen US-Dollar 49 % an Cipher Mining’s drei Minenprojekte, mit einer Gesamtleistung von 120 MW.
NFN8 Group: Beantragte in Texas Chapter 11 Insolvenzschutz; die Vermögenswerte sind auf weniger als 50.000 US-Dollar geschätzt.
BitRiver (Russland): Aufgrund von Schuldenstreitigkeiten wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet, mehrere Rechenzentren wurden stillgelegt, der Gründer und CEO befindet sich unter Hausarrest.
MARA arbeitet mit Starwood Capital Group zusammen, um Bitcoin-Mining-Anlagen in AI/HPC-Datenzentren umzuwandeln. Die Anfangskapazität beträgt etwa 1 GW, mit einer möglichen Erweiterung auf bis zu 2,5 GW. Der aggressive Investor Starboard Value drängt Riot Platforms, rund 1,7 GW Stromkapazität in Texas für AI/HPC umzuwidmen, was voraussichtlich jährlich über 1,6 Milliarden US-Dollar EBITDA generieren könnte. Tether kündigte zudem die Einführung des Open-Source-Bitcoin-Mining-Betriebssystems MOS (Mining OS by Tether) an, um in den Bereich Infrastrukturmanagement für das Mining einzusteigen.
Der Paradigm-Research-Bericht hebt hervor, dass Bitcoin-Mining als flexibler Stromverbrauchs-Asset für das Stromnetz positioniert werden sollte, nicht als Energielast. Miner könnten ihre Stromnutzung dynamisch an die Strompreise anpassen, bei steigender Netzbelastung aktiv herunterfahren und so die Nachfrage im Stromsystem flexibel steuern.
Hashprice misst die Einnahmen pro TH/s pro Tag und spiegelt die aktuelle Rentabilität des Minings wider. Sinkt der Hashprice, erreichen energieintensive Miner als Erste die Gewinnschwelle. Es ist eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Gesundheit der gesamten Branche.
Bitdeer bezeichnet dies als eine Liquiditätsmanagement-Entscheidung, um frühzeitig Mittel für die Expansion der Rechenzentren und AI-Geschäfte zu reservieren. Es ist kein negatives Signal für die Zukunftsaussichten der Branche. Gründer Wu Jihan betonte, dass ein aktueller Null-Bestand nicht die zukünftige Strategie bestimmt; die Rechenleistung wird weiterhin ausgebaut.
Da die Infrastruktur für Rechenzentren und das AI-Geschäft stark überlappen, ist eine technische Umstellung grundsätzlich machbar. Allerdings zeigen die Finanzergebnisse von Hut 8 und TeraWulf, dass HPC-Einnahmen derzeit noch einen relativ kleinen Anteil ausmachen. Das Mining bleibt für die meisten Miner die wichtigste Cash-Quelle, eine vollständige Umstellung wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern.
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