
Schauspieler und Komiker Viv Ford hat die YouTube-Sitcom „Crypto Castle“ geschaffen und die Zeit auf das Jahr 2015 zurückversetzt, als der Bitcoin-Preis nur 250 US-Dollar betrug. Eine Gruppe träumerischer Early Adopters glaubte, die Welt zu verändern.
(Quelle: YouTube)
„Crypto Castle“ basiert auf Viv Fords eigenen Erfahrungen und spielt die Hauptfigur Vivian – eine junge Frau Mitte zwanzig, die in den 2010er Jahren am Rande des Tech-Booms in San Francisco umherstreift und schließlich mit vier Bitcoin-Brüdern eine WG teilt.
Die Hauptcharaktere spiegeln typische Figuren der frühen Krypto-Community wider:
Gareth: „Der lauteste im Zimmer“, ein typischer Early Crypto Trader
Trent: Ein crypto-idealistischer Nationenbauer
Ray: Ein jugendlicher Genie, technischer Early Adopter
Pierre: Ein mysteriöser Franzose mit unklarer Herkunft und Motivation
Das Intro-Design ist einzigartig – zeigt ein vollständiges Bitcoin-Preischart, bei dem der Pfeil auf den Tiefpunkt der Kurve zeigt. Die Zuschauer erkennen sofort, dass diese idealistischen Early Adopters in einer Welle der Veränderung stecken, deren Ausgang jedoch ungewiss ist – inklusive Hard Forks, Mt. Gox-Crash und dem Aufstieg von Ethereum.
Viv Ford stellt eine lange bestehende Frage: „Warum gibt es keine lockere, humorvolle TV-Serie, die diese verrückte Welt erzählt? Warum gibt es keine Krypto-Serien wie ‚Silicon Valley‘?“ Für sie ist die Krypto-Welt in Mainstream-Medien meist nur als Kriminal-Tool oder futuristisches Element präsent – niemand hat bisher die idealistische, manchmal komische Subkultur der frühen Tage erforscht.
Ford interessiert sich weniger für die Technik selbst, sondern für die Menschen, die glauben, Geschichte zu schreiben: „Ich möchte wirklich wissen, wie diese Subkultur aussah, bevor sie Mainstream wurde und jeder damit Geld verdienen konnte.“
In „Crypto Castle“ beobachtet Ford die Veränderungen in der Krypto-Kultur, wobei die tiefere Thematik des Films liegt. Sie bemerkt, dass viele der ersten Bitcoin-Teilnehmer bereits still und leise ausgestiegen sind.
Ihre Analyse ist nachdenklich: „Ich denke, der Grund ist, dass diese Leute eher Subkultur-Interessierte waren – sie wollten etwas finden, bevor es Mainstream wurde. Deshalb waren sie ständig auf der Suche nach diesem Etwas.“
Mit dem Weggang der Pioniere „ist die Entwicklung dieser Kultur bedauerlich geworden. Es geht nur noch ums Geldverdienen“, seufzt sie. „Wenn die Branche reifer wird und ernster genommen werden soll, denke ich mir: ‚Warte mal, das ist doch lächerlich.‘ Können wir nicht zurückgehen, in die Zeit, in der es nur ein Witz war?“
Laut Viv Ford basiert die Handlung auf ihren eigenen Erfahrungen mit der frühen Bitcoin-Community in den 2010er Jahren. Sie erwähnt in Interviews mehrfach ihre Beobachtungen aus jener Zeit, inklusive der idealistischen Haltung der Early Adopters, der Subkultur und der kulturellen Veränderungen durch die Marktreife. Die Serie ist eine Sitcom, einige Details sind künstlerisch überhöht, aber der Hintergrund und die Themen sind autobiografisch geprägt.
Die Serie ist kostenlos auf YouTube verfügbar und gehört zu den wenigen Original-Komödien, die die Krypto-Subkultur im Mittelpunkt haben. Ford will das Klischee durchbrechen, dass Krypto nur in Krimis oder Investitionsdiskussionen vorkommt, und es als eine lebendige, humorvolle Subkultur darstellen.
Netflix kündigte kürzlich die Produktion der romantischen Komödie „One Attempt Remaining“ mit Krypto-Thema an. Experten vermuten, dass mit der Institutionalisierung von Bitcoin-ETFs und der zunehmenden Mainstream-Akzeptanz die Öffentlichkeit das Branchenbild von „mysteriös/illegal“ zu „seriös und kulturell relevant“ verschoben hat. Filmemacher sehen darin ein großes Potenzial für unterhaltsame Geschichten im Krypto-Umfeld.