Mittlerer Osten bleibt angespannt, während die Federal Reserve ein hawkisches Signal sendet. Die globalen Finanzmärkte erlebten diese Woche eine systemische Schockwelle: Gold stürzte innerhalb einer Woche um über 10 %, was den schlimmsten Wertverlust seit 1983 darstellt; Brent-Rohöl kehrte über 110 USD zurück, während die Dubai-Öl-Futures ein Rekordhoch erreichten; die US-Aktienmärkte schlossen die vierte Woche in Folge im Minus, während die globalen Anleiherenditen gleichzeitig stark anstiegen. Dennoch zeigte Bitcoin eine Gegenbewegung: Nach Unterstützung bei etwa 69.000 USD stieg es auf 71.000 USD und übertraf Gold diese Woche um 12 Prozentpunkte.
(Vorherige Zusammenfassung: Bitcoin stieg stark auf 72.033 USD, Short-Positionen wurden im Wert von 178 Millionen USD liquidiert, Gold fiel, was auf eine „Sicherheitsrotation“ hindeutet.)
(Hintergrund: Iran droht, die Ölpreise auf über 200 USD steigen zu lassen, und greift Schiffe im Hormuz-Golf an.)
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Gold hat diese Woche stark verloren, innerhalb einer Woche um mehr als 10 %, der Spotpreis fiel unter 2.500 USD pro Unze und markierte damit den schlimmsten Wochenverlust seit 1983. Seit dem Höchststand von 5.589 USD Ende Januar ist Gold um über 18,5 % gefallen, das Tief dieser Woche lag bei 4.477 USD.
Gleichzeitig steigen die Ölpreise rasant: Brent-Öl kehrte über 110 USD zurück, Citigroup schätzt, dass die Preise in Zukunft auf 120 USD steigen könnten; die Dubai-Öl-Futures erreichten mit 157,66 USD/Barrel ein Rekordhoch, das den Höchststand von 147,50 USD im Jahr 2008 übertrifft. Seit der Eskalation im Nahen Osten sind die Ölpreise um mehr als 40 % gestiegen.
Der jüngste Goldcrash wird von drei sich verstärkenden Faktoren verursacht:
Erstens: Die Federal Reserve ist hawkisch geworden. Die neuesten Zinserwartungen deuten darauf hin, dass im Jahr 2026 nur eine Zinssenkung geplant ist, deutlich weniger als zuvor vom Markt erwartet.
Zweitens: Die Konflikte im Nahen Osten treiben die Inflationserwartungen nach oben. Die militärischen Aktionen der USA und Israels gegen den Iran dauern an, der Hormuz-Golf ist blockiert, etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports ist betroffen. Die raschen Ölpreisanstiege erhöhen die Inflationserwartungen und schränken den Spielraum der Zentralbanken für Zinssenkungen weiter ein.
Drittens: Der US-Dollar ist stark geworden. Die Neubewertung der Zinserwartungen treibt den Dollar-Index nach oben, was den in USD denominierten Goldpreis direkt unter Druck setzt. Diese drei Kräfte zusammen lassen das „Sicherheits-Image“ von Gold in dieser Woche vollständig verblassen.
Nicht nur Gold, auch die globalen Anleihemärkte stehen unter Druck. Die Renditen von US-, britischen und deutschen Anleihen erreichen Mehrjahreshöchststände, was auf eine deutliche Entkoppelung der Märkte hinweist. Bloomberg weist darauf hin, dass die Kriegsentwicklung die Erwartung einer Zinssenkung einschränkt und somit die schnelle Straffung der Finanzbedingungen erklärt.
Die US-Aktienmärkte verzeichneten diese Woche den vierten Rückgang in Folge, was die längste Baisse seit einem Jahr markiert. Der Nasdaq fiel an einem Tag um über 2 %, Tech-Aktien waren insgesamt stark belastet. Aktien, Anleihen und Währungen schwächeln gleichzeitig, was auf eine Neubewertung risikoreicher Vermögenswerte hindeutet.
Während traditionelle sichere Anlagen insgesamt schwächeln, zeigt Bitcoin eine völlig andere Entwicklung.
Bitcoin wurde bei etwa 69.000 USD stark unterstützt und stieg anschließend auf 71.000 USD, wobei es fünf Tage in Folge im Plus schloss. Diese Woche hat Bitcoin zum dritten Mal in Folge Gold geschlagen, mit einer Wochenperformance von 12 %.
Der Trader Bryan Tan von Wintermute erklärt, dass Bitcoin bereits zu Beginn der Konflikte im Nahen Osten etwa 20 % gegenüber Gold gewonnen hat, was zeigt, dass Investoren bei Versagen der traditionellen Sicherheitslogik begonnen haben, Kapital in Kryptowährungen umzuschichten.
Der Bitcoin-Spot-ETF verzeichnete ebenfalls signifikante Zuflüsse, mit einer Nettozufuhr von 700 Millionen USD in dieser Woche – eine der stärksten Wochen seit langem. Das anhaltende Engagement institutioneller Investoren wird als Bestätigung gesehen, dass die Erzählung von Bitcoin als „digitales Gold“ in diesem turbulenten Umfeld Bestand hat.
Dennoch warnen Marktbeobachter, dass die geopolitische Lage weiterhin hochgradig unsicher ist und die Neubewertung risikoreicher Vermögenswerte noch nicht abgeschlossen ist. Solange die Geldpolitik der Fed unklar bleibt und die Situation im Nahen Osten keine Entspannung zeigt, dürften die Volatilitäten anhalten.