Obwohl der durch BTC unterstützte Kreditmarkt bereits ein Volumen von mehreren Milliarden Dollar erreicht hat, basiert ein Großteil dieser Aktivitäten auf einem Verwahrungsmodell. Vor dem Hintergrund, dass die dezentrale Finanzierung (DeFi) über einen langen Zeitraum auf Wrapped Bitcoin (WBTC) und Verwahrungsintermediäre angewiesen war, stellt die Zusammenarbeit zwischen dem Bitcoin-Staking-Projekt Babylon und Aave einen bahnbrechenden Fortschritt für DeFi dar: Native Bitcoins (Native BTC) können direkt als Kreditbesicherung verwendet werden. Diese Integration wird von Babylons Trustless Vaults (vertrauenslose Tresore) unterstützt und mit der kommenden Version V4 von Aave offiziell aktiviert. Das bedeutet, dass DeFi erstmals großflächig echte Bitcoin-Liquidität anbinden kann.
Weg von Wrapped Assets: Aave wird native Bitcoin-Besicherung unterstützen
Bislang war der Zugang von BTC zum DeFi-Markt stark eingeschränkt und basierte hauptsächlich auf tokenisierten Varianten wie WBTC oder renBTC. Diese Wrapped-Mechanismen erfordern jedoch meist eine zentrale Verwahrung, was ein Single Point of Failure ist und die Tiefe und Breite der DeFi-Beteiligung echter Bitcoin-Nutzer begrenzt. Durch Babylons vertrauenslose Tresore ermöglicht Aave V4 erstmals, dass Nutzer echte Bitcoins einzahlen und daraufhin Stablecoins oder andere Assets leihen können. Der Nutzer muss BTC weder in WBTC umwandeln noch einer Verwahrungsstelle vertrauen – dies senkt die Vertrauenskosten und erhöht die Sicherheit. Dadurch erhält Aave Zugang zu einem deutlich größeren BTC-Liquiditätspool und könnte die Marktgröße neu definieren. Babylon-Mitgründer David Tse weist darauf hin, dass bereits ein Zufluss von nur 5 % des Bitcoin-Angebots in Kreditprotokolle die aktuell im DeFi verfügbare BTC-Menge bei Weitem übersteigen würde.
Starke Nachfrage nach Bitcoin-Staking, über 56.000 BTC in Tresoren
Babylons Bitcoin-Staking-Produkte sichern aktuell über 56.000 Bitcoins im Wert von mehr als 5,15 Milliarden US-Dollar. Das unterstreicht nicht nur die starke Nachfrage nach BTC-basierten Anwendungen, sondern zeigt auch, dass viele Bitcoin-Besitzer ihr Vermögen gewinnbringend einsetzen möchten. Laut Tse ist Kreditvergabe das natürlichste und nachgefragteste Einsatzgebiet für die Wertschöpfung von Bitcoin. Die Kooperation zwischen Babylon und Aave schlägt ein neues Kapitel für den nativen BTC-Kreditmarkt auf: Bitcoin wird damit nicht länger nur ein passiv gehaltener Vermögenswert sein, sondern kann sich aktiv an effizienter Kapitalmobilisierung beteiligen.
Aaves „Hub-and-Spoke“-Architektur: BTC-Tresor als neuer Liquiditätsknoten
Das technische Herzstück der Zusammenarbeit ist Aaves Hub-and-Spoke-Architektur. Babylon wird einen eigenen Bitcoin-Spoke im zentralen Liquiditätshub von Aave einrichten und seine Trustless Vaults mit dem Bitcoin-Mainnet verbinden, sodass Nutzer echte BTC auf Babylons Basiskette einzahlen können. Anschließend können sie auf dem Aave-Markt verschiedene Assets leihen – ein Cross-Chain-Kooperationsmodell, bei dem BTC auf der Bitcoin-Chain verwahrt und Assets im DeFi-Protokoll verliehen werden. Native BTC nimmt so vertrauenslos an Multi-Chain-DeFi teil, was Brückenrisiken minimiert und den Bitcoin-Kreditmarkt effizienter und transparenter macht.
DeFi-Expansion: Babylon plant BTC-unterstützte dezentrale Versicherung
Neben der Kreditfunktion will Babylon seine Tresor-Logik auch auf den DeFi-Versicherungsbereich ausweiten und ein BTC-unterstütztes, dezentrales Versicherungsprodukt auf den Markt bringen. Die Idee: BTC dient als Besicherung für Risiken auf Protokollebene. Im Falle eines Hacks oder Exploits kann das Versicherungssystem sofort aus dem BTC-Pool entschädigen; im Normalfall erwirtschaftet das hinterlegte BTC Erträge – Bitcoin wird so zum „Premium-Liquiditätsanbieter“ für Versicherungen. Tse verriet im Gespräch mit CoinDesk, dass das Versicherungsprojekt noch in Entwicklung sei und im Januar 2026 offiziell vorgestellt werden soll.
Enormes Potenzial zur Neugestaltung des BTC-Kreditmarktes
Der aktuell milliardenschwere BTC-Kreditmarkt stützt sich weiterhin weitgehend auf zentrale Verwahrungsmodelle, wobei der Anteil von Wrapped BTC am Gesamt-BTC-Marktwert weniger als 1 % beträgt. Für DeFi-Protokolle, die nach mehr Liquidität streben, ist dies ein langjähriges Nadelöhr. Tse betont: Sobald echter nativer BTC entsperrt werden kann, wächst auch das Potenzial des DeFi-Kreditmarktes erheblich. Die native BTC-Integration in DeFi wird damit nicht länger Vision, sondern bald Realität.
Testphase 2026, Produktlaunch für April geplant
Die Babylon-Aave-Integration soll Anfang 2026 in die Testphase gehen und im April offiziell starten. Damit erhält das DeFi-Ökosystem in den kommenden zwei Jahren ein bedeutendes Upgrade, das auch die Nutzungsmöglichkeiten von Bitcoin grundlegend verändern wird. Gelingt die Umsetzung, wird Aave eines der ersten großen DeFi-Protokolle mit Unterstützung für native BTC-Besicherung sein.
Dieser Artikel Babylon’s Trustless Vaults ermöglichen native Bitcoin-Besicherungen und -Kredite über Aave erschien zuerst bei Chain News ABMedia.