Viele Krypto-Investoren haben ähnliche Erfahrungen gemacht: Ein scheinbar kurz vor dem Durchbruch stehender Altcoin, man steigt ein und kauft, doch der Preis fällt sofort in die entgegengesetzte Richtung – als würde der Markt „spezielle Aufmerksamkeit auf deine Trades richten“. Solche Situationen sind bei kleineren Coins besonders häufig, weshalb der Ausdruck „vom Dog-Whale gezielt angegriffen“ entstanden ist.
Aber ist das wirklich so? Tatsächlich ist eine gegenläufige Preisbewegung nicht zwangsläufig auf subjektive Manipulation zurückzuführen, sondern resultiert aus dem Risikomanagement der Market Maker unter bestimmten Modellen.
Der Vorsitzende des HKUST Crypto Clubs (Hong Kong University of Science and Technology), Dave, hat kürzlich auf der Plattform X (Account: @bc1qDave) einen ausführlichen Beitrag veröffentlicht, in dem er aus der Perspektive der Microstructure und quantitativer Modelle die langjährige Problematik der Marktphänomene, die Privatanlegern zu schaffen machen, systematisch aufschlüsselt.
Dave weist in seinem Text darauf hin, dass diese Art der Preisbewegung meist nicht auf „Dog-Whale gegen Privatanleger“ oder subjektive Manipulation zurückzuführen ist, sondern auf das automatische Preisangebot der Market Maker im Rahmen des Avellaneda–Stoikov Market-Making-Modells, das auf Bestandsrisiken und toxischen Orderströmen basiert. Mit anderen Worten: Das Handeln der Privatanleger selbst hat oft bereits die Risikopreisbildung des Marktes verändert.
Market Maker sind nicht auf die Richtung des Marktes spekulativ, sondern managen Risiken
Im Gegensatz zu normalen Investoren verdienen Market Maker nicht durch Vorhersagen von Kursanstiegen oder -abfällen, sondern durch das Angebot von Bid-Ask-Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs), um stabile Erträge zu erzielen. Idealerweise halten sie ihre Bestände nahe bei neutral, sodass Kursschwankungen den Gesamtgewinn oder -verlust (PnL) minimal beeinflussen.
Wenn jedoch große Mengen an Kauf- oder Verkaufsorders den Markt dominieren, wird dieses Gleichgewicht gestört.
Du kaufst in großem Umfang
Gleichbedeutend mit einer großen Verkaufsseite der Market Maker
Der Bestand der Market Maker wird „short“ exponiert
In diesem Moment wird der Bestand selbst zu einer Risikofaktor.
Mechanismus 1|Quote Skew: Warum bewegt sich der Preis gegen die eigene Position?
Wenn Market Maker durch die große Nachfrage von Privatanlegern zu viele Short-Positionen eingehen, verfolgen sie zwei Kernziele:
Schnell den Bestand ausgleichen
Den bestehenden Short-Positionen Schutz vor Preisumkehr bieten
Daher passen Market Maker ihre Preise aktiv an, um Verkaufsorders anzuziehen und gleichzeitig weitere Kauforders zu unterdrücken. Für Investoren sieht das dann so aus: „Wenn ich kaufe, fällt der Preis.“
Tatsächlich ist das kein gezielter Angriff auf einzelne Trader, sondern eine automatische Anpassung des Preissystems.
Mechanismus 2|Spread Widening: Warum wird das Handeln schwieriger?
Wenn das Bestandsungleichgewicht sich weiter verschärft, passen Market Maker neben der Preisgestaltung auch an:
Den Spread vergrößern
Das Handelsvolumen verringern
Ziel ist es, das Risiko pro Zeiteinheit zu reduzieren und durch den höheren Spread potenzielle Verluste aus Preisbewegungen auszugleichen.
Mathematischer Kernbegriff: Reservation Price
Im Market-Making-Modell wird der tatsächliche Transaktionspreis eines Privatanlegers als Reservation Price (Reservierungs- oder Behaltenspreis) bezeichnet, der in vereinfachter Form lautet:
Reservation Price = Mittelkurs − γ × q
q: aktueller Bestand des Market Makers
γ (Gamma): Risikoaversionkoeffizient
Wenn Privatanleger in großem Umfang Orders aufgeben, was zu schnellen Änderungen im Bestand führt, passt sich auch der Reservation Price an, was wiederum die Marktpreise beeinflusst.
Laut dem Avellaneda–Stoikov-Modell:
Der optimale Angebotspreis schwankt um den Reservation Price
Der Bestand zeigt eine Mittelwert-Rückkehr-Charakteristik
Der Spread vergrößert sich mit steigendem Risiko
Kurz gesagt: Dein Handelsvolumen verändert die Risikopreisbildung des Marktes.
Warum sind Privatanleger besonders anfällig für „Water Reverse“?
Im Vergleich zu institutionellen und professionellen Tradern weisen Privatanleger oft folgende Merkmale auf:
Fast ausschließlich aktive Orders
Konzentration bei Ordergrößen
Keine Diskretion beim Timing, keine Orderaufteilung
Fehlende Hedging-Mechanismen
In liquiden Mainstream-Coins können diese Einflüsse durch andere Handelsinstrumente ausgeglichen werden; bei kleineren Altcoins sind deine Orders jedoch oft das wichtigste Markt-Signal in kurzer Zeit.
Mit anderen Worten: Im Small-Cap-Markt wirst du sehr wahrscheinlich direkt zum Gegenpart der Market Maker.
Was ist die wahre Zielsetzung der Market Maker?
Anstatt zu sagen, Market Maker wollen „Privatanleger ausspielen“, verfolgen sie vielmehr die Maximierung folgender Ziele:
Maximierung des Spread-Einkommens − Risiko im Bestand − Risiko durch Revers-Order-Flow
Dabei wird das Risiko im Bestand häufig durch eine „exponentielle Strafe“ berücksichtigt, was erklärt, warum die Preisgestaltung so schnell und entschlossen erfolgt.
Praktische Tipps für Privatanleger: Gegen die Preisbildungsmechanismen vorgehen
Wenn du die Logik der Market Maker bei der Preisgestaltung verstanden hast, kannst du sie auch etwas zu deinem Vorteil nutzen.
Beispiel: Du möchtest eine Long-Position von 1000 USDT aufbauen:
Nicht alles auf einmal kaufen
Zuerst nur 100 USDT in kleinen Schritten kaufen
Nach einer Preisabsenkung durch das System nach und nach Positionen aufbauen
Durch gestaffelten Einstieg kannst du deine durchschnittlichen Einstiegskosten oft niedriger halten als bei einem „All-in“.
Fortsetzung folgt|Toxischer Orderflow ist die andere Seite der Medaille
Der Artikel zeigt nur einen Grund für die Abweichung der Preise – das bestandsorientierte Angebotssystem. Ein weiterer entscheidender Faktor ist, wie Market Maker toxische Orderströme erkennen und abwehren.
Im nächsten Beitrag wird Dave vertiefen:
Wie Market Maker das Orderbuch analysieren
Welche Trades als „toxisch“ gelten
Und die mikrostrukturellen Ursachen für extreme Marktereignisse
Dieser Artikel Warum fällt der Preis bei jedem Kauf eines Altcoins? Das Geheimnis der Market-Maker-Preisgestaltung, ist zuerst erschienen bei Chain News ABMedia.
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