Die südkoreanische Regierung plant, die Governance-Struktur von Kryptowährungsbörsen neu zu gestalten, und die Finanzaufsichtsbehörde schlägt vor, die Beteiligungsquoten der Großaktionäre der vier größten virtuellen Vermögenswertbörsen zu begrenzen. Dies hat in der Branche hohe Aufmerksamkeit für die Geschäftsführung und die Markstabilität ausgelöst.
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Laut dem neuesten Bericht des südkoreanischen öffentlich-rechtlichen Senders „KBS“ hat die Finanzkommission (FSC) in ihrem „Grundgesetz für digitale Vermögenswerte“, das dem Parlament vorgelegt wurde, einen bedeutenden Regulierungsvorschlag gemacht. Es wird vorgeschlagen, die Beteiligungsquoten der Großaktionäre der vier inländischen virtuellen Vermögenswertbörsen Upbit, Bithumb, Coinone und Korbit auf zwischen 15 % und 20 % zu begrenzen.
Die Finanzkommission weist darauf hin, dass diese Börsen derzeit als „Kerninfrastruktur“ im virtuellen Vermögenswert-Ökosystem angesehen werden, mit insgesamt mehreren zehn Millionen Nutzern. Dennoch ist ihre Governance-Struktur nach wie vor stark in den Händen weniger Gründer und Hauptaktionäre konzentriert, was Risiken für die Marktgerechtigkeit und den Schutz der Nutzer darstellt.
Die Aufsichtsbehörde ist der Ansicht, dass unter der aktuellen Struktur die durch Transaktionsgebühren erzielten enormen Gewinne zu stark auf einzelne Personen oder verbundene Unternehmen konzentriert sind. Es ist notwendig, nach dem Standard des „Alternativen Handelssystems (ATS)“ im Kapitalmarktrecht eine strengere „Qualifikationsprüfung für Großaktionäre“ einzuführen, um die Transparenz zu erhöhen und die Geschäftsführung zu dezentralisieren.
Wenn die Beteiligungsbeschränkungen schließlich gesetzlich verabschiedet werden, könnten die bestehenden Eigentumsstrukturen bei mehreren großen südkoreanischen Börsen erheblichen Veränderungen gegenüberstehen.
Nehmen wir als Beispiel die marktführende Börse Upbit: Das operierende Unternehmen Dunamu wird derzeit von Song Ji-heng kontrolliert, der etwa 25 % der Anteile hält. Mit Inkrafttreten der neuen Regelung müsste Song Ji-heng möglicherweise bis zu 10 % seiner Anteile verkaufen. Dies würde nicht nur seine Kontrolle über das Unternehmen beeinträchtigen, sondern könnte auch die bedeutende strategische Ausrichtung von Dunamu beeinflussen.
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Auf der anderen Seite könnten die Auswirkungen bei Bithumb und Coinone noch deutlicher sein. Bithumb wird derzeit zu etwa 73 % von Bithumb Holdings gehalten. Wenn die Beteiligungsdiversifikation vorgeschrieben wird, steht das Unternehmen vor erheblichen Verkaufsdruck und könnte die bestehende Governance-Struktur erschüttern. Coinone wird von einem Vorsitzenden mit einem Anteil von 54 % kontrolliert. Wenn die neue Regelung umgesetzt wird, wird es nahezu unmöglich sein, die bisherigen Geschäftsrechte aufrechtzuerhalten.
Zur Initiative der Finanzkommission gibt es in der südkoreanischen virtuellen Vermögenswertbranche unterschiedliche Meinungen. Einige Branchenakteure sind der Ansicht, dass dieser Schritt der Regierung die Marktrichtlinien überschreitet und möglicherweise eine übermäßige Intervention darstellt, was die Flexibilität und Innovationskraft der Unternehmen schwächen könnte.
Andere argumentieren, dass die zweite Phase der Gesetzgebung des „Grundgesetzes für digitale Vermögenswerte“ ursprünglich darauf abzielte, die Branche zu fördern und den Anlegerschutz zu stärken. Wenn jedoch Großaktionäre gezwungen werden, große Anteile abzugeben, könnten nicht nur die Geschäftsführung instabil werden, sondern es würde auch in die privaten Eigentumsrechte eingegriffen. Wie ein Gleichgewicht zwischen „Marktordnung“ und „Unternehmensfreiheit“ gefunden werden kann, wird eine große Herausforderung im Gesetzgebungsprozess sein.