SEC Vorsitzender Paul Atkins zeigt sich skeptisch gegenüber den Gerüchten über 600.000 Bitcoin in Venezuela; bisher gibt es auf der Blockchain keine eindeutigen Beweise.
(Vorheriger Kontext: Die doppelte Klinge der Stablecoins: USDT wird in Venezuela und Iran zum Lebensretter und auch zum Werkzeug zur Umgehung von Sanktionen)
(Hintergrund: Polymarket lehnt die Auszahlung von Gewinnen aus der Wette „US-Invasion Venezuelas“ ab)
Nach der plötzlichen Festnahme von Venezuelas Präsident Maduro durch die USA kursieren Gerüchte, dass „Venezuela heimlich 600.000 Bitcoin hortet, im Wert von fast 60 Milliarden US-Dollar“, doch diese wurden bisher nicht bestätigt.
Der neue SEC-Vorsitzende Paul Atkins wurde kürzlich in einem Fox Business-Interview gefragt, ob die USA diese Vermögenswerte beschlagnahmen werden. Er schob die Entscheidung in die Hände der Exekutive, ohne die Existenz dieser Vermögenswerte zu verneinen.
Atkins erklärte, dass es „noch zu früh ist, über eine Beschlagnahme zu sprechen“. Er betonte, dass die Hauptaufgabe der SEC die Überwachung der Wertpapiermärkte sei. Wenn es zu Enteignungsmaßnahmen komme, würden diese vom Finanzministerium oder dem Außenministerium geleitet. In der Sendung sagte er:
Ich überlasse diese Angelegenheit anderen Behörden, das ist nicht mein Anliegen.
Laut den öffentlichen Aufzeichnungen von BitcoinTreasuries.net listet die offizielle Adresse Venezuelas nur etwa 240 Bitcoin, mit einem Wert von rund 22 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zu den behaupteten 600.000 Bitcoin besteht eine Differenz von fast dem 2.500-fachen.
Die Gerüchtequelle behauptet, dass die Maduro-Regierung in frühen Jahren durch Gold- und Ölexporte aus dem Orinoco-Goldminenkomplex Bitcoin angesammelt habe; jedoch konnten Plattformen wie Nansen und Chainalysis bisher keine entsprechenden großen Adressen auf der Blockchain finden. Analyst Mauricio di Bartolomeo sagte offen, dass es angesichts der langjährigen Korruption in Venezuela nahezu unmöglich sei, 3 % des weltweiten Bitcoin-Angebots zu halten, ohne dass diese außerhalb des Landes fließen.
Sollten die 600.000 Bitcoin tatsächlich existieren und die USA sie weiter einfrieren oder beschlagnahmen, würde dies die Liquidität und den Preis von Bitcoin erheblich beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, ob die US-Behörden konkrete Pläne zur Verfolgung und Beschlagnahme vorlegen.