GrayScale geht bei der Verteilung der Ethereum ETF-Staking-Erträge voran, zusammen mit einer Rekord-Höhe der Staking-Rate und der Eliminierung der Warteschlangen für Validatorenaussteiger. Diese Signale deuten darauf hin, dass Ethereum sich von einem volatilen Asset zu einem “Ertragsgenerierenden Asset” entwickelt, das von langfristigen Investoren akzeptiert wird und stabile Erträge bietet.
(Frühere Zusammenfassung: Vitalik: 2026 ist das Jahr, in dem Ethereum seine “Souveränität und Dezentralisierung” zurückerobert)
(Hintergrund: Vitalik ändert seine Haltung! Unterstützt erstmals native Rollups und sagt, dass die ZK-Technologie endlich zeitlich passt)
Inhaltsverzeichnis
Kann man Ethereum-ETFs jetzt auch wie Anleihen regelmäßig Zinsen erhalten? Anfang des Monats kündigte GrayScale an, dass der GrayScale Ethereum Staking ETF (ETHE) den bestehenden Anteilseignern die Erträge aus dem Staking zwischen dem 6. Oktober 2025 und dem 31. Dezember 2025 verteilt hat. Dies markiert die erste Ausschüttung von Staking-Erträgen bei einem physischen Krypto-Asset-Produkt in den USA.
Obwohl diese Praxis für Web3-native Akteure im Allgemeinen als selbstverständlich gilt, markiert sie in der Geschichte der Krypto-Finanzierung einen Meilenstein: Die native Ertragsgenerierung von Ethereum wurde erstmals in eine traditionelle Finanzhülle verpackt. Das ist zweifellos bedeutend.
Noch bemerkenswerter ist, dass dies kein isoliertes Ereignis ist. Auf der On-Chain-Datenebene steigen die Staking-Rate von Ethereum, die Warteschlangen für Validatorenaussteiger werden schrittweise abgebaut, und es kommt zu einer erneuten Warteschlangenbildung. Eine Reihe von Veränderungen findet gleichzeitig statt.
Diese scheinbar verstreuten Signale weisen alle auf eine tiefere Frage hin: Entwickelt sich Ethereum von einem Asset, das hauptsächlich durch Preisschwankungen bestimmt wird, allmählich zu einem “Ertragsgenerierenden Asset”, das von langfristigen Investoren akzeptiert wird?
Objektiv betrachtet war das Staking von Ethereum lange Zeit eher eine technische Spielerei, die im “On-Chain-Welt” verhaftet war, mit einem gewissen Geek-Charme.
Denn es erfordert nicht nur Wallets, Private Keys und andere Krypto-Grundkenntnisse, sondern auch das Verständnis des Validatoren-Mechanismus, der Konsensregeln, der Lock-up-Perioden und der Bestrafungslogik. Obwohl Protokolle wie Lido Finance mit Liquid Staking (LSD) die Teilnahmehürden erheblich senken, bleiben die Erträge hauptsächlich im nativen Krypto-Kontext (z.B. stETH und andere Wrapped Tokens).
Letztlich ist für die meisten Web2-Investoren dieses System weder intuitiv noch direkt zugänglich – eine unüberwindbare Kluft.
Jetzt wird diese Kluft durch ETFs überbrückt. Laut GrayScale’s Verteilungsplan erhält jeder ETHE-Anteil bei Halten eine Auszahlung von 0,083178 USD. Dieser Betrag spiegelt die Erträge wider, die das Fonds durch Staking zwischen dem genannten Zeitraum erzielt und bereits verkauft hat. Die Ausschüttung erfolgt am 6. Januar 2026 (Dividendenstichtag) an Investoren, die bis zum 5. Januar 2026 (Stichtag) ETHE-Anteile halten.
Kurz gesagt, diese Erträge stammen nicht aus Unternehmensgewinnen, sondern aus der Netzwerk-Sicherheit und der Teilnahme am Konsens. Früher waren solche Erträge fast ausschließlich innerhalb der Krypto-Branche bekannt, doch jetzt werden sie in die vertraute Hülle eines ETFs verpackt. Über US-Brokerkonten können traditionelle Anleger, z.B. in 401(k)-Plänen oder Investmentfonds, die nativen Erträge, die durch das Ethereum-Netzwerk generiert werden, in USD erhalten – ohne Private Keys zu berühren.
Wichtig ist, dass dies nicht bedeutet, dass Ethereum-Staking vollständig reguliert ist oder dass die Aufsichtsbehörden eine einheitliche Linie für ETF-Staking-Services vorgeben. In der wirtschaftlichen Realität hat sich jedoch eine entscheidende Veränderung vollzogen: Nicht-Krypto-User erhalten erstmals indirekt native Erträge aus dem Ethereum-Konsens, ohne Node-Operationen, Private Keys oder On-Chain-Interaktionen verstehen zu müssen.
Aus dieser Perspektive ist die ETF-Auszahlung kein isoliertes Ereignis, sondern der erste Schritt, bei dem Ethereum-Staking in eine breitere Kapitalperspektive vordringt.
GrayScale ist kein Einzelfall. Auch der Ethereum-ETF von 21Shares kündigte an, Erträge aus ETH-Staking an bestehende Anteilseigner auszuschütten. Die Ausschüttung beträgt 0,010378 USD pro Anteil, und die entsprechenden Dividenden- und Zahlungsprozesse wurden bereits veröffentlicht.
Das ist zweifellos ein vielversprechender Anfang. Für Institutionen wie GrayScale und 21Shares, die sowohl im traditionellen Finanzwesen als auch im Web3 aktiv sind, ist die Demonstration dieser Erträge viel mehr als nur eine Dividende. Es wird wahrscheinlich die faktische Umsetzung und Verbreitung von Ethereum-Staking und Ertragsausschüttungen in der Praxis vorantreiben. Es markiert auch, dass Ethereum-ETFs nicht mehr nur ein Preisspekulations-Asset sind, sondern ein echtes Finanzprodukt mit Cashflow-Potenzial.
Langfristig, wenn dieses Modell bestätigt wird, könnten große Asset-Manager wie BlackRock oder Fidelity folgen und langfristige Kapitalzuwendungen im Milliardenbereich für Ethereum bereitstellen.
( Rekord-Höhe der Staking-Rate und das Verschwinden der “Aussteiger-Warteschlangen”
Wenn man sagt, dass die ETF-Erträge eher eine narrative Innovation sind, so spiegeln die Veränderungen bei der Gesamt-Staking-Rate und den Warteschlangen für Validatorenaussteiger direkter das Kapitalverhalten wider.
Zunächst hat die Ethereum-Staking-Rate einen historischen Höchststand erreicht. Laut The Block sind derzeit über 36 Millionen ETH im Beacon Chain gestaked, was fast 30 % des zirkulierenden Angebots entspricht. Der Staking-Wert liegt bei über 118 Milliarden USD und erreicht damit einen neuen Höchststand. Der bisher höchste Anteil des zirkulierenden Angebots lag bei 29,54 %, im Juli 2025.
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Quelle: The Block
Aus Angebots- und Nachfrageseite bedeutet die hohe Staking-Rate, dass diese ETH vorübergehend aus dem freien Markt genommen wurden. Es zeigt auch, dass ein beträchtlicher Teil der zirkulierenden ETH von einem hochfrequenten Handels-Asset zu einem langfristigen Asset mit funktionalem Zweck wird.
Kurz gesagt: ETH ist nicht mehr nur Gas, Transaktionsmedium oder Spekulationsobjekt, sondern übernimmt eine “Produktionsressource”-Rolle – durch Staking beteiligt es sich am Netzwerkbetrieb und generiert kontinuierlich Erträge.
Gleichzeitig zeigen die Validatoren-Warteschlangen interessante Veränderungen. Zum Zeitpunkt des Schreibens sind die Exit-Warteschlangen für Ethereum PoS fast vollständig geleert, während die Warteschlangen für das Hinzufügen neuer Validatoren weiter wachsen (über 2,73 Millionen ETH). Kurz gesagt: Viele ETH werden langfristig in dieses System eingebunden (siehe auch “Durchdringung von Ethereums ‘Degeneration’: Warum ist die ‘Ethereum-Wertedoktrin’ die breiteste Schutzmauer?”).
Im Gegensatz zu Transaktionen ist Staking eine Anlageform mit niedriger Liquidität, langer Laufzeit und Fokus auf stabile Renditen. Wenn Kapital wieder in die Warteschlangen eintritt, bedeutet das mindestens, dass immer mehr Teilnehmer bereit sind, die Opportunitätskosten der langfristigen Bindung zu akzeptieren.
Wenn man die institutionellen ETF-Erträge, die Rekord-Höhe der Staking-Rate und die Veränderungen in den Warteschlangen zusammen betrachtet, zeichnet sich ein klarer Trend ab: Ethereum-Staking entwickelt sich von einer frühen On-Chain-Teilnahme in erster Linie für Belohnungen zu einer Struktur, die vom traditionellen Finanzsystem zunehmend akzeptiert wird und bei der langfristiges Kapital neu bewertet wird.
Allein betrachtet ist das kein eindeutiger Trend, aber zusammen zeichnen sie das Bild einer allmählich reifenden Ethereum-Staking-Ökonomie.
( Zukunft der beschleunigten Reifung des Staking-Marktes
Das bedeutet nicht, dass Staking ETH risikofrei macht. Im Gegenteil, mit der Veränderung der Akteursstruktur verschieben sich auch die Risiken. Technische Risiken werden allmählich abgebaut, während strukturelle Risiken, Liquiditätsrisiken und Verständnisaufwand wichtiger werden.
In der Vergangenheit hat die US-Börsenaufsicht SEC während eines regulatorischen Zyklus wiederholt mit harten Maßnahmen gegen mehrere Liquid-Staking-Projekte interveniert, darunter Anklagen gegen MetaMask/Consensys, Lido/stETH und Rocket Pool/rETH wegen unregistrierter Wertpapiere. Das hat die langfristige Entwicklung von Ethereum-ETFs zeitweise erschüttert.
In der Praxis ist die Frage, ob und wie ETFs am Staking teilnehmen, vor allem eine Frage des Produktdesigns und der regulatorischen Rahmenbedingungen – kein generelles Nein zum Ethereum-Netzwerk. Mit mehr Institutionen, die in der Praxis Grenzen ausloten, wird der Markt mit echten Mitteln darüber abstimmen.
Beispielsweise hat BitMine über 1 Million ETH im Ethereum PoS gestaked, aktuell 1,032 Millionen ETH im Wert von etwa 3,215 Milliarden USD, was ein Viertel ihrer Gesamtbestände (4,143 Millionen ETH) entspricht.
Kurz gesagt: Ethereum-Staking ist heute kein Nischen-Geek-Spiel mehr.
Wenn ETFs stabile Erträge auszahlen, wenn langfristige Investoren bereit sind, 45 Tage in der Warteschlange zu stehen, um am Konsens teilzunehmen, und wenn 30 % der ETH zu einer Sicherheitsbarriere werden, dann erleben wir, wie Ethereum eine native Ertragsstruktur aufbaut, die vom globalen Kapitalmarkt anerkannt wird.
Das Verständnis dieser Veränderung ist ebenso wichtig wie die Teilnahme daran.
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