Brasilien beschleunigt die Verschärfung der Regulierung von Stablecoins. Das Parlament treibt ein neues Gesetz voran, das algorithmische Stablecoins verbieten soll, und verlangt, dass ausländische Stablecoins nur über genehmigte inländische Unternehmen angeboten werden dürfen, was der lokalen Kryptowährungsbranche erheblichen Einfluss verleiht.
(Vorheriger Kontext: Die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate genehmigt den US-Dollar-Stablecoin USDU, den ersten Settlement-Token, der den regulatorischen Rahmen erfüllt)
(Hintergrund: Fidelity kündigt die Einführung des US-Dollar-Stablecoins FIDD an! Erfüllt die GENIUS Act-Regelungen, deployed auf Ethereum…)
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Brasilien macht erneut einen entscheidenden Schritt in der Regulierung von Kryptowährungen. Mit der Verabschiedung des neuesten Gesetzesentwurfs durch den Ausschuss des Kongresses zeigt die brasilianische Regierung, dass sie die Ausgabe und den Handel mit algorithmischen Stablecoins verbieten will. Gleichzeitig wird verlangt, dass alle ausländischen Stablecoins nur über genehmigte brasilianische Unternehmen angeboten werden, was auf eine deutlich verschärfte Haltung gegenüber den Risiken von Stablecoins hinweist.
Laut dem Bericht des „Ausschusses für Wissenschaft, Technologie und Innovation“ des brasilianischen Kongresses zum Gesetzesentwurf Nr. 4.308/2024 wird es künftig verboten sein, in Brasilien Stablecoins zu emittieren oder zu handeln, die durch algorithmische Mechanismen den Preis stabilisieren, wie z.B. Ethena’s USDe und Frax.
Diese Stablecoins sind nicht durch Fiat-Währungen oder andere reale Vermögenswerte gedeckt, sondern basieren auf Programmcode und Marktmechanismen, um die Bindung an Fiat-Währungen wie den US-Dollar aufrechtzuerhalten. Die Gesetzgeber sind der Ansicht, dass dieses Modell in extremen Marktsituationen schnell versagen könnte und eine Kettenreaktion im Finanzsystem auslösen kann.
Das Gesetz legt außerdem fest, dass alle in Brasilien ausgegebenen Stablecoins vollständig durch unabhängige, segregierte Reservevermögen gedeckt sein müssen, mit verstärkter Offenlegung und Transparenz. Zudem wird erstmals strafrechtliche Verantwortung eingeführt: Das Emittieren von Stablecoins ohne entsprechende Vermögensdeckung gilt als Straftat.
Bei Verstößen können Verantwortliche mit bis zu acht Jahren Freiheitsstrafe belegt werden, was zeigt, dass Brasilien ungesicherte Stablecoins als potenziell betrügerische, hochriskante Finanzprodukte ansieht.
Für im Ausland ausgegebene Stablecoins, die in Brasilien gehandelt werden, wie USDT und USDC, werden ebenfalls strengere Vorschriften eingeführt. Zukünftig dürfen diese nur noch von in Brasilien operierenden, genehmigten Unternehmen angeboten werden. Börsen müssen sicherstellen, dass ihre Emittenten die gleichen regulatorischen und Compliance-Standards erfüllen wie in Brasilien.
Verweigern Börsen die Überprüfung, trägt die Börse die Risiken selbst. Damit wird die regulatorische Verantwortung von einzelnen Emittenten auf die Marktintermediäre ausgeweitet.
Laut Angaben der brasilianischen Steuerbehörde machen Stablecoins derzeit bis zu neunzig Prozent des Kryptowährungshandels im Land aus, was die Bedeutung der Gesetzesinitiative für den gesamten Markt unterstreicht. Experten warnen, dass die Verabschiedung des Gesetzes dazu führen könnte, dass einige Stablecoin-Projekte den brasilianischen Markt verlassen, und die Kosten für internationale Emittenten steigen.
Das Gesetz befindet sich noch in der Prüfung durch den „Finanz- und Steuerausschuss“ sowie den „Verfassungs-, Justiz- und Bürgerrechtsausschuss“ des Kongresses, bevor es dem Senat zur Abstimmung vorgelegt wird. Ob es letztlich Gesetz wird, bleibt abzuwarten.
Aus heutiger Sicht bewegt sich Brasilien klar in Richtung eines „hohen Reserves, hoher Transparenz, starker Regulierung“-Stablecoin-Systems und versucht, Innovationen im Finanzbereich zu fördern, während es gleichzeitig systemische Risiken minimiert.