Wichtige Erkenntnisse
FTXs frühe 8%-Beteiligung an Anthropic wäre heute bei etwa 30 Milliarden US-Dollar bewertet — eine enorme verpasste Chance.
FTX verkaufte seine Anthropic-Beteiligung während des Insolvenzverfahrens für etwa 1,3–1,5 Milliarden US-Dollar, lange bevor der KI-Boom die Bewertungen steigen ließ.
Hätte FTX die Investition gehalten, könnten die unrealisierten Gewinne den Insolvenzdefizit von 9 Milliarden US-Dollar mehr als verdreifachen — was die finanziellen Folgen möglicherweise neu gestaltet hätte.
In einer der eindringlichsten „Was-wäre-wenn“-Geschichten an der Schnittstelle von Kryptowährung, Insolvenz und künstlicher Intelligenz ist das gescheiterte Krypto-Austausch FTXs frühe Investment in Anthropic zu einem markanten Symbol für verlorene Vermögen im Zuge des anhaltenden KI-Booms geworden.
FTX, geleitet von Sam Bankman-Fried, investierte 2021 500 Millionen US-Dollar in das KI-Startup, als Anthropic mit etwa 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Diese Beteiligung, die etwa 8 % des Unternehmens ausmacht, wäre heute bei rund 30 Milliarden US-Dollar bewertet — eine außergewöhnliche 60-fache Rendite.
Am 12. Februar 2026 kündigte Anthropic den Abschluss einer Series-G-Finanzierungsrunde über 30 Milliarden US-Dollar bei einer Post-Money-Bewertung von 380 Milliarden US-Dollar an — eine der größten privaten Software-Finanzierungsrunden aller Zeiten. Die Runde wurde von Singapurs Staatsfonds GIC und Coatue Management angeführt, mit Beteiligung prominenter Investoren wie D.E. Shaw Ventures, Dragoneer, Founders Fund, ICONIQ und MGX.
Die massive Kapitalzufuhr unterstreicht Anthropics Position als führender Anbieter von Unternehmens-KI, angetrieben durch die Claude-Modellfamilie. Das Unternehmen meldet jetzt einen Jahresumsatz von 14 Milliarden US-Dollar, was mehr als das Zehnfache des Wachstums in den letzten drei Jahren bedeutet.
Quelle: anthropic
Der Zusammenbruch von FTX im November 2022 führte zur Liquidation seiner Vermögenswerte zur Begleichung der Gläubiger. Die Börse verkaufte ihre Anthropic-Beteiligung schrittweise im Insolvenzverfahren. 2024 veräußerte sie den Großteil ihrer Anteile für 884 Millionen US-Dollar an ein Konsortium von Käufern, darunter Abu Dhabis ATIC, wobei die Gesamtrückgewinnung aus der Position auf etwa 1,3 bis 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird — zu einem Zeitpunkt, als Anthropics Bewertung bei etwa 18 Milliarden US-Dollar lag.
Der Zeitpunkt erwies sich als verheerend. Hätte FTX die Investition während des Höhepunkts des KI-Marktes behalten können, wäre der aktuelle Wert der Beteiligung mehr als das Dreifache des gesamten Defizits von 9 Milliarden US-Dollar in FTXs Bilanz — und hätte die höchste Bewertung des Austauschs aus seiner erfolgreichsten Phase erreicht.
Sam Bankman-Fried, der derzeit eine 25-jährige Haftstrafe wegen Betrugs verbüßt, ist zu einer warnenden Figur in Krypto- und Risikokapitalkreisen geworden. Während der Niedergang von FTX auf angeblich missbräuchliche Verwendung von Kundengeldern zurückzuführen ist, zeigt die Position bei Anthropic, wie gerichtlich angeordnete Vermögensverkäufe in finanziellen Krisen genau zum falschen Zeitpunkt erfolgen können, wodurch enorme potenzielle Erholungen vernichtet werden.
Foto von CNBC, Getty Images
Für den breiteren KI-Sektor festigt die jüngste Runde Anthropics Stellung als Top-Wettbewerber zu OpenAI, wobei beide Unternehmen nun ähnliche private Bewertungen im mehrhundert Milliarden-Dollar-Bereich aufweisen. Für FTX-Gläubiger — die bereits Milliarden durch verschiedene Vermögensverkäufe zurückerhalten haben — bleibt die Mathematik des verpassten Anthropics-Potenzials eine schmerzhafte Erinnerung daran, was hätte sein können.
Ein Branchenbeobachter fasste nach der Finanzierungsankündigung zusammen: „Das ist nicht nur ein verpasster Handel. Es ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie Timing, regulatorischer Druck und explosive Marktzyklen eine visionäre Frühinvestition in eine der teuersten Fußnoten in der Finanzgeschichte verwandeln können.“
Letztlich ist FTXs Engagement bei Anthropic weniger eine Geschichte brillanten Weitsichtens, sondern vielmehr eine ernüchternde Lektion in den unerbittlichen Realitäten der Insolvenz in hyper-wachstumsorientierten Technologiebereichen. Die fast 29 Milliarden US-Dollar an unrealisierten Gewinnen, die verschwunden sind? Sie hätten die Nachwirkungen eines der dramatischsten Zusammenbrüche in der Kryptowährung grundlegend umschreiben können. Stattdessen bleibt es eine der krassesten Illustrationen für für immer verlorene Chancen.
Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel präsentierten Ansichten und Analysen dienen nur zu Informationszwecken und spiegeln die Perspektive des Autors wider, nicht als Finanzberatung. Die diskutierten technischen Muster und Indikatoren unterliegen der Marktvolatilität und können die erwarteten Ergebnisse nicht garantieren. Anleger werden geraten, vorsichtig zu sein, unabhängige Recherchen durchzuführen und Entscheidungen im Einklang mit ihrer individuellen Risikotoleranz zu treffen.
Über den Autor: Nilesh Hembade ist Gründer und leitender Autor von Coinsprobe und verfügt über mehr als 5 Jahre Erfahrung in der Kryptowährungs- und Blockchain-Branche. Seit der Gründung von Coinsprobe im Jahr 2023 liefert er täglich forschungsbasierte Einblicke durch detaillierte Marktanalysen, On-Chain-Daten und technische Recherchen.