OpenAI kündigte heute Abend (27.) offiziell die Abschluss einer Rekordfinanzierung in der Unternehmensgeschichte an. Diese Summe übertrifft alle bisherigen Einzelinvestitionen weltweit und führt die Bewertung nach der Finanzierungsrunde auf über 840 Milliarden US-Dollar.
Das Kapital wird in KI-Infrastruktur und die Entwicklung der nächsten Generation von Modellen investiert.
(Vorgeschichte: Financial Times: Nvidia wird 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI investieren, um die Partnerschaft von letztem Jahr mit einer Milliarde US-Dollar zu ersetzen)
(Hintergrund: Amazon soll angeblich weitere 10 Milliarden US-Dollar in OpenAI investieren, um eigene Chips wie Trainium zu entwickeln und die Dominanz von Nvidia herauszufordern)
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OpenAI hat heute (27.) offiziell eine Finanzierungsrunde in Höhe von bis zu 1100 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Diese Zahl setzt einen neuen Rekord für die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Unternehmen weltweit und die Bewertung nach der Runde übersteigt 840 Milliarden US-Dollar.
Die drei wichtigsten Investoren dieser Runde sind nicht nur Finanzakteure, sondern verfolgen jeweils klare strategische Ziele.
Amazon, 500 Milliarden US-Dollar: Die größte Einzelinvestition in dieser Runde. Gleichzeitig wurde die Erweiterung des AWS-Infrastrukturvertrags angekündigt: Neben dem bestehenden Cloud-Vertrag im Wert von 38 Milliarden US-Dollar wird eine zusätzliche Vereinbarung über 100 Milliarden US-Dollar für acht Jahre abgeschlossen, um Rechenleistung bereitzustellen.
Mit anderen Worten: Amazon verfolgt zwei Ziele gleichzeitig: die Bewertung von OpenAI durch den Einstieg zu erhöhen und OpenAI als langfristigen Cloud- und Rechenleistungskunden an AWS zu binden.
SoftBank, 300 Milliarden US-Dollar: Masayoshi Son verfolgt seit 2017 eine klare Strategie: auf die wichtigsten Plattformen für KI zu setzen, ausreichend Anteile zu halten und auf eine Wertsteigerung zu warten. SoftBank ist bereits ein langfristiger Anteilseigner von OpenAI und Mitinitiator des Stargate-Projekts.
Nvidia, 300 Milliarden US-Dollar: Auf den ersten Blick eine Investition, in Wirklichkeit eher eine strategische Allianz. OpenAI ist einer der größten GPU-Verbraucher weltweit. Ein Großteil der H100- und Blackwell-Chips von Nvidia wird für das Training und die Inferenz-Workloads bei OpenAI eingesetzt.
Der Einstieg bei OpenAI bringt Nvidia finanzielle Vorteile bei einem der wichtigsten Kunden, und beide Unternehmen sind dadurch noch enger verbunden. Es ist eine Investition, die „sicherstellt, dass der Käufer nicht abhaut“.
Letzte Woche legte OpenAI den Investoren eine aktualisierte Zielsetzung für die Rechenleistungsausgaben vor: Bis 2030 sollen insgesamt rund 600 Milliarden US-Dollar in Rechenkapazitäten investiert werden.
Diese Zahl ist fast das Sechsfache des Gesamtbetrags der aktuellen Finanzierungsrunde. Mit anderen Worten: Die 110 Milliarden US-Dollar sind nicht die vollständige Deckung des zukünftigen Bedarfs von OpenAI für die nächsten vier Jahre, sondern nur eine Zwischenphase. Das Stargate-Projekt, die AWS-Erweiterungsvereinbarung und weitere noch nicht öffentlich bekannte Rechenkapazitäten erfordern kontinuierliche Kapitalzuflüsse.
Dieses anhaltende Finanzierungsbedürfnis erklärt auch, warum OpenAI gerade jetzt in dieser Größenordnung die Runde abschließt: Um bei hoher Bewertung und gutem Marktstimmung das Geld zu sichern, bevor man über die konkrete Einsatzplanung spricht.
Im Wettbewerb hat diese Finanzierungsrunde OpenAI deutlich vom Kapitalabstand zu den Mitbewerbern vergrößert. Anthropic sammelte zuletzt 30 Milliarden US-Dollar, xAI 20 Milliarden US-Dollar, während die KI-Investitionen großer Tech-Unternehmen wie Google und Meta vor allem intern finanziert werden und sich nicht in den Finanzierungszahlen widerspiegeln.
Mit 1100 Milliarden US-Dollar ist dies die größte Einzelrunde in der Geschichte der privaten Kapitalbeschaffung. Der Rekordhalter ist dabei immer noch OpenAI selbst – und der nächste, der ihn brechen könnte, ist wahrscheinlich wieder OpenAI selbst. (Oder Elon Musks SpaceX)