Während die traditionellen Finanzmärkte weltweit am Wochenende geschlossen sind, flossen letzte Woche über 529 Millionen US-Dollar in Prognosemärkte wie Polymarket, Kalshi und Hyperliquid. Investoren versuchen, durch diese rund um die Uhr laufenden Plattformen Risikoabsicherungen oder Spekulationen auf die Folgen eines US-israelischen Luftangriffs auf den Iran vorzunehmen.
Mit zunehmender Spannung vor dem Angriff begannen scharfsinnige Trader massiv auf den Ausgang des Nahost-Konflikts zu setzen. Laut Bloomberg hat das Handelsvolumen auf Polymarket im Zusammenhang mit dem Iran-Luftangriff bereits 529 Millionen US-Dollar überschritten. Besonders gefragt sind Prognoseverträge wie „Wird der iranische Oberste Führer Hamedani bald abgesetzt?“ – diese geopolitisch hochrelevanten Verträge werden auf Kalshi und Polymarket stark beworben.
Gleichzeitig dient die dezentrale Börse Hyperliquid als sicherer Hafen für Kapital. Nach Bekanntwerden des Angriffs stiegen die dortigen Öl-gestützten Perpetual Contracts um über 5 %, das offene Interesse erreichte mit 1,1 Milliarden US-Dollar einen Rekord. Der native Token HYPE stieg gegen den Trend um 13 % auf 30 USD und zählt damit zu den Top 20 der Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung.
Doch diese Kapital-Feier verwandelte sich rasch in eine Kontroverse. Chain-Analysefirma Bubblemaps entdeckte, dass sechs neue Konten wenige Stunden vor dem Angriff exakt auf „USA werden Iran am 28. Februar angreifen“ gesetzt hatten, mit einem Gewinn von bis zu 1,2 Millionen USD. Diese Konten wurden erst im Februar dieses Jahres eröffnet und zeigten eine hohe Ähnlichkeit bei der Herkunft der Gelder – eines kaufte über 560.000 „Ja“-Verträge zu je etwa 0,108 USD pro Stück, und bei einem Kurs von 1 USD pro Vertrag machte es rund 560.000 USD Gewinn.
Am vergangenen Samstag begannen auf Plattform X zahlreiche Fragen und Vorwürfe, dass Insiderwissen genutzt wurde, um auf militärische Aktionen zu spekulieren. Ähnliche Vorwürfe gab es bereits bei früheren US-Militärschlägen gegen Venezuela, bei denen ein neues Konto mit nur 32.000 USD auf den Sturz Maduros setzte und innerhalb weniger Stunden über 400.000 USD Gewinn erzielte. Dies führte zur Einbringung des „Public Integrity in Financial Prediction Markets Act“ durch Abgeordneten Ritchie Torres, der den Handel mit prognostischen Verträgen, die mit Regierungsmaßnahmen verbunden sind, verbieten soll.
Diese angeblichen „Kriegsgeschäfte“ lösten in der US-Politik Empörung aus. Demokratischer Abgeordneter Mike Levin veröffentlichte auf Social Media, dass ein Polymarket-Konto namens „Magamyman“ allein durch eine Wette auf einen US-Angriff auf den Iran 515.000 USD Gewinn gemacht habe.
„Dass so etwas überhaupt legal ist, ist absurd. Trump-Umfeld nutzt Krieg und Tod, um sich zu bereichern. Ich werde schnell ein Gesetz einbringen, um solche Geschäfte zu verbieten.“ – Connecticut Senator Chris Murphy
Arizona Senator Ruben Gallego verurteilte die Vorgänge scharf: „Das ist offenes Insider-Trading, das illegal sein muss. Diese Betrüger nutzen unsere gefallenen Soldaten aus, das ist widerlich und unmoralisch.“ Seit Beginn der Angriffe sind laut US-Militär drei Soldaten gefallen und fünf schwer verletzt worden.
Auch die Regulierungsbehörden reagieren. Kalshi hat zwei Nutzer wegen Insiderhandels vorübergehend gesperrt und bestraft. Die US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) warnte öffentlich, dass Insiderhandel auf Prognosemärkten möglicherweise gegen US-Gesetze verstößt. Zudem haben sechs demokratische Senatoren gemeinsam eine Beschwerde bei der CFTC eingereicht, um Maßnahmen gegen Verträge zu ergreifen, die „Personenschäden oder Tod fördern“.
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