MrBeast Editor wegen „Insiderhandel“: Kalshi verhängt Bußgeld und deckt die dunklen Seiten des Vorhersagemarkts auf

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Autor: Frank, PANews

Am 25. Februar 2026 verhängte die Prognosemarktplattform Kalshi eine Geldstrafe in Höhe von 20.397,58 US-Dollar gegen einen YouTube-Editor. Diese präzise Zahl, die bis auf den Cent genau ist, stellt die erste öffentlich bekannte Insiderhandelsstrafe in der Geschichte der Prognosemarktbranche dar. Der Betroffene heißt Artem Kaptur und ist der visuelle Effekteditor des weltweit größten Influencers MrBeast. Er investierte etwa 4.000 US-Dollar in den Handel mit Verträgen zu MrBeast-bezogenen YouTube-Events und erzielte einen Gewinn von 5.397,58 US-Dollar. Doch dieser scheinbar unbedeutende Gewinn löste ein industrieweites regulatorisches Signal aus, woraufhin die CFTC (US Commodity Futures Trading Commission) eine offizielle Durchsetzungsmitteilung zu Prognosemärkten veröffentlichte. Allerdings ist Kalshi eine Plattform mit echter Identitätsprüfung (KYC), es ist also nicht schwer, einen echten Trader zu erwischen. Die eigentliche Frage ist: Was passiert, wenn Personen mit denselben Informationen zu einer Plattform wechseln, die keine Identitätsprüfung verlangt, wie Polymarket? PANews analysierte, dass auf Polymarket im Zusammenhang mit der zweiten Staffel der Reality-Show „Beast Games“ die Gewinnwahrscheinlichkeit des letztendlichen Siegers bereits drei Wochen vor Ende der Staffel auf 94 % getrieben wurde – ein klares Beispiel für Insiderhandel. PANews beginnt mit der Analyse der Strafe von Kalshi, kombiniert mit On-Chain-Datenänderungen auf Polymarket, um zu untersuchen, wie Insiderhandel im Zeitalter des „Alles kann gewettet werden“ vom exklusiven Begriff an der Wall Street zu einem grauen Spiel wird, an dem auch Assistenten im Schnitt beteiligt sein können. Die erste Insiderhandelsstrafe im Prognosemarkt Laut einer Disziplinarankündigung von Kalshi nutzte Kaptur im Zeitraum August bis September 2025 seine Position bei Beast Industries, um mit Verträgen im Zusammenhang mit dem MrBeast-Kanal zu handeln. Das Überwachungssystem von Kalshi erkannte ungewöhnliche statistische Merkmale: Kaptur erzielte in Märkten mit niedrigen Quoten eine „nahezu perfekte Handelsquote“. Da alle Handelsdaten von Kalshi öffentlich sind, entdeckten mehrere Nutzer die Anomalie und meldeten sie aktiv. In der Folge sperrte Kalshi Kapturs Konto und leitete eine Untersuchung ein. Die Strafe bestand darin, alle illegalen Gewinne in Höhe von 5.397,58 US-Dollar sowie eine Geldbuße von 15.000 US-Dollar einzuziehen – insgesamt 20.397,58 US-Dollar – und eine zweijährige Sperre der Plattform. Am selben Tag wurde ein weiterer, noch absurderer Fall bekannt: Der kalifornische Republikaner-Kandidat Kyle Langford setzte auf Kalshi etwa 200 US-Dollar auf seinen Wahlsieg und postete anschließend Screenshots seiner Trades auf X, um damit zu prahlen. Kalshi sperrte sein Konto am selben Tag, und er erhielt eine fünfjährige Sperre sowie eine Geldstrafe von 2.246,36 US-Dollar. Die Beträge dieser Strafen sind vergleichsweise gering, doch die Signale, die sie senden, gehen weit über die Höhe der Beträge hinaus. Die CFTC veröffentlichte am selben Tag eine offizielle Durchsetzungsmitteilung, in der explizit auf Abschnitt 6©(1) des Commodity Exchange Act Bezug genommen wird und beide Fälle als mögliche Verstöße auf Bundesebene eingestuft werden. CFTC-Vorsitzender Mike Selig äußerte sich auf X:

„Unsere Börse ist die erste Verteidigungslinie der CFTC gegen Insiderhandel auf Prognosemärkten. Wenn Sie Manipulation, Betrug oder Insiderhandel begehen wollen, werden wir Sie finden und Maßnahmen ergreifen.“

Dies ist die erste direkte Warnung der US-Bundesaufsichtsbehörde gegen Insiderhandel auf Prognosemärkten.

Beast Industries erklärte, dass man „null Toleranz“ gegenüber Insiderhandel bei Mitarbeitern habe und eine unabhängige interne Untersuchung eingeleitet habe. Gleichzeitig empfahl das Unternehmen Kalshi, künftig „offener“ über die Untersuchungsergebnisse zu kommunizieren. Doch all diese Maßnahmen setzen voraus, dass Kalshi eine zentralisierte Plattform mit echter Identitätsprüfung ist, bei der Nutzer eindeutig identifiziert werden können – also mit echten Namen, Bankdaten und IP-Adressen. Das Ergreifen eines echten Editors, der mit seiner echten Identität handelt, sagt wenig aus. Das eigentliche Problem ist: Was passiert, wenn Personen mit denselben Informationen eine Plattform nutzen, die keine Identitätsprüfung verlangt, sondern anonyme Wallets und USDC für Abrechnungen nutzt? 94 % auf Polymarket: Beast Games-Gewinner schon vorab „geleakt“ Zur gleichen Zeit, als Kaptur auf Kalshi mehr als 5.000 US-Dollar verdient und bestraft wurde, läuft bei MrBeast ein deutlich größeres Projekt. Die zweite Staffel der Reality-Show „Beast Games“, die in Zusammenarbeit mit Amazon Prime Video produziert wurde, feierte am 7. Januar 2026 Premiere. 200 Teilnehmer kämpfen um einen Rekordpreis von 5,1 Millionen US-Dollar, und am 25. Februar wurde im Finale der Sieger bekanntgegeben: Player 167, ein ehemaliger US Air Force Pilot und ehemaliger Wide Receiver an der University of Pennsylvania, Tyler Lucas. Doch auf Polymarket schien dieses Ergebnis bereits drei Wochen vorher „öffentlich“ gemacht worden zu sein.

Durch die Analyse der Quotenentwicklung bei „Wer gewinnt die zweite Staffel von Beast Games?“ auf Polymarket entdeckte PANews eine äußerst ungewöhnliche Kapitalbewegung. Während noch viele Teilnehmer im Spiel waren und das Finale in weiter Ferne lag, wurde die Anteilssumme für Player 167 kontinuierlich gekauft, was mit normalen Marktmechanismen kaum erklärbar ist. Der zeitliche Verlauf ist deutlich: Ende Januar bis Anfang Februar 2026, noch vor der Halbfinalrunde, begann die Gewinnwahrscheinlichkeit von Tyler Lucas stark zu steigen. Am 4. Februar, drei Wochen vor dem Finale, lag die Chance auf den Sieg bereits bei 84 %. Am 18. Februar, nur eine Woche vor der Ausstrahlung des Finales, wurde die implizite Wahrscheinlichkeit auf über 94 % getrieben. Im krassen Gegensatz dazu standen die anderen Top-Kandidaten, die fast vollständig „auf null“ gesetzt wurden. In einem Reality-Format mit 200 Teilnehmern, bei dem es um körperliche und geistige Fähigkeiten geht, ist es kaum vorstellbar, dass ohne Insiderwissen die Siegchancen eines einzelnen Kandidaten so hoch auf 90 % steigen können. Reddit-Communities und Polymarket-Kommentare explodierten vor Wut. Mehrere Posts titeln direkt: „Der Champion wurde im Grunde schon von Polymarket geleakt“, was die Situation deutlich macht. Die Nutzer vergleichen dies mit dem vorzeitigen Leak des ersten Staffelgewinners Jeff Allen, doch diesmal ist das Muster noch offensichtlicher.

Die Quoten sind nur die Oberfläche. PANews analysierte alle On-Chain-Transaktionsdaten des Marktes und fand Beweise, die noch direkter sind als die Quotenentwicklung. Insgesamt wurden auf „Beast Games“ Staffel 2 rund 111.000 Transaktionen von 2.640 eindeutigen Adressen registriert. Besonders auffällig ist eine Adresse, die im gesamten Marktleben nur mit dem Vertrag von Player 167 gehandelt hat – 795 Adressen, die ausschließlich auf den finalen Sieger gesetzt haben, was eine Konzentration ist, die mit normalem Wettverhalten kaum erklärbar ist. PANews zog die Transaktionshistorie dieser verdächtigen Adressen auf allen Plattformen, analysierte die Beteiligung an Beast Games, die Gewinnwahrscheinlichkeit auf der Plattform und die Adressverknüpfungen. Dabei wurden 147 hochverdächtige Adressen identifiziert, von denen 16 Adressen typische Insidermerkmale aufweisen: Sie haben nur bei Beast Games mitgewirkt und keine anderen Märkte gehandelt. Unter diesen 16 Adressen ist die mit höchster Wahrscheinlichkeit verdächtige Adresse „0xA1F3Cf8Ba7410956a2955D5300A9be7Ff1dBc07E-1767992471439“, die nur an drei Beast-Games-Submärkten beteiligt war, alle Gewinne erzielte und eine 100%ige Gewinnrate aufweist. Insgesamt hat diese Adresse 3.237 US-Dollar Gewinn gemacht. Mehrere ähnliche Adressen existieren, die zwar keine hohen Gewinne aufweisen, aber in ihrer Handelsweise äußerst ähnlich sind. Das deutet darauf hin, dass Insider möglicherweise durch gestreutes Wetten versucht haben, Aufmerksamkeit zu vermeiden. Was noch auffälliger ist: Es gibt Händler, die auf Beast Games große Gewinne erzielen, aber nicht nur bei MrBeast aktiv sind. Das Verhalten dieser Händler ist noch verdächtiger. PANews entdeckte mehrere Gruppen von Adressen, die zeitlich und verhaltensmäßig hochgradig synchron agieren. Am 27. Januar, dem Tag mit dem höchsten Handelsvolumen (44.547 US-Dollar), schlossen die Top-verdächtigen Adressen innerhalb von 17 Minuten alle 12 Trades ab und erzielten 11.830 US-Dollar Gewinn. Zwei anonyme Adressen führten am 30. Januar um 09:41 Uhr jeweils einen Verkaufs-Trade im selben Moment durch, mit Gewinnen von 3.542 US-Dollar – exakt gleiche Beträge, Zeiten und Verhaltensmuster.

Wer hat also die Fähigkeit, so mitten in der Saison so sicher zu wetten? Die Quellen deuten auf eine sehr begrenzte Gruppe hin: das große Postproduktionsteam von Beast Industries, die 200 Teilnehmer und deren engste sozialen Kreise sowie die Mitarbeiter, die bei der Planung und Ansage der Show beteiligt sind (bei der Untersuchung wurden mehrere Adressen entdeckt, die sich auf Film- und TV-Verträge mit extrem hoher Gewinnrate spezialisiert haben). Kapturs Trades auf Kalshi betrugen nur 4.000 US-Dollar, mit einem Gewinn von über 5.000 US-Dollar. Doch auf Polymarket haben die von PANews verfolgten Top-verdächtigen Insider-Adressen bereits über 100.000 US-Dollar Gewinn erzielt – und das ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Es ist eine Eigenschaft, aber auch ein unfaires Spiel Kalshi kann die illegalen Gewinne von 5.397,58 US-Dollar genau bis auf den Cent beschlagnahmen, weil es sich um eine regulierte, zentralisierte Plattform handelt, bei der alle Nutzerinformationen, Bankdaten und IP-Adressen für die Prüfungsbehörden vollständig sichtbar sind. Auf Polymarket hingegen reicht es, eine dezentrale Wallet wie MetaMask zu verbinden, um zu handeln, und die Transaktionen sind öffentlich einsehbar, während die tatsächliche Identität hinter der Adresse anonym bleibt. Der tiefere Unterschied liegt in der Philosophie. Kalshi-Vertreter Robert DeNault sieht Informationsasymmetrie als eine schwerwiegende Verletzung, die streng bekämpft werden muss. Der CEO von Polymarket, Shayne Coplan, vertritt eine ganz andere Haltung: Insiderhandel ist eine „Eigenschaft“ von Prognosemärkten, kein Fehler. Dass der Gewinner von Beast Games auf Polymarket bereits drei Wochen vorab mit 94 % Wahrscheinlichkeit „geleakt“ wurde, ist vermutlich eine direkte Folge dieses systemischen Arbitrage-Ansatzes. Für normale Spieler ohne Insider-Vorteil ist die Teilnahme an solchen Vorhersagen im Grunde nur eine Rolle als „Futter“ für die Insider. Aus einer größeren Perspektive: Prognosemärkte sollen kollektive Intelligenz in Preissignale umwandeln. Doch wenn sie zu großen Spekulationsblasen werden, zeigt sich, dass es bei diesem „Spiel“ längst nicht mehr um kollektive Weisheit geht, sondern um Informationsprivilegien.

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